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Es ist für viele Menschen nicht einfach, zu unterscheiden, welche Nachrichten im Internet seriös, welche Satire und welche plumpe Fake News sind.

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Nun ist eine weitere Seite aufgetaucht, die scheinbar skandalöse Neuigkeiten bringt, die aber nur auf den ersten Blick ein Aufreger sind…

AMS sperrt Arbeitslosengeld – „Brauchen Geld für Flüchtlinge“, Cannabiszüchter will Apotheker werden, 1 Million für Trash TV Sender

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Die Überschriften der Seite „Tagblatt“ sind dafür geeignet, so manche Nutzer zu „triggern“. Doch werfen wir mal einen Blick in die Artikel:

AMS sperrt Arbeitslosengeld?

Für alle Nicht-Österreicher: AMS ist der Arbeitsmarktservice Österreich. Jener soll angeblich einem Schlosser das Arbeitslosengeld gestrichen haben, da er eine Umschulung zum Friseur verweigerte, das gesparte Geld solle an Flüchtlinge gehen.
Wir können uns gut vorstellen, dass manche Leute dies sogar glauben, doch alleine anhand der übertriebenen Formulierungen im Artikel wird deutlich, dass hier eher satirisch an die Sache herangegangen wird:

„Wir würden doch kein Geld verschwenden nur um Leute in irgendwelche Kurse zu stecken um die Statistik zu verschönern. Und wenn ein Schlosser zum Friseur umgeschult werden soll, dann ist das doch nur logisch. Er hat handwerkliches Geschick, und kann präzise arbeiten. Das muss ein Friseur auch können.“

…so wird das AMS zitiert. Aber auch wenn Behörden so mancher Unsinn erlassen wird: Hier merkt man, dass einfach nur ein fiktiver Fall geschildert wird, der den Behördenwahnsinn persifliert, verknüpft mit dem Brennpunktthema „Flüchtlinge“.

Cannabiszüchter will Apotheker werden?

Hier wird von einem namentlich nicht genannten Wiener berichtet, der 830 Cannabispflanzen in seiner Wohnung gehabt haben soll, um diese „auf Rezept zu verkaufen“, da die medizinische Nutzung von Cannabis ja nun in Deutschland gestattet sei.
Auch hier wird satirisch mit einer echten Nachricht (Legalisierung von Cannabis) gespielt und ein fiktiver Fall geschildert.

1 Million für Trash TV Sender?

Hier wird behauptet, dass David Ellensohn, Klubobmann der Grünen im Wiener Landtag, den kleinen Wiener Lokalsender „Okto TV“ mit 1 Millionen Euro unterstützen möchte. Da der Sender „immerhin mehr als 7000 Zuseher im Kabelnetz“ habe, könnte daraus, so Ellensohn, eines Tages der größte TV-Sender des Landes werden. Er wolle sich mit der Investition den Sender als „Grünen-Sender“ sichern.
Und auch hier wird mit Satire gespielt: Der teilweise deutliche Eingriff von Politik in TV-Sender wird hier mittels einer fiktiven Nachricht auf die Spitze getrieben.

Die Seite

Tagblatt wurde mit Webnode erstellt, einem Internet-Service, mit dem jeder mit wenigen Klicks eine eigene Homepage erstellen kann. Kaum vorstellbar, dass eine echte Nachrichtenseite darauf zurückgreifen würde.

Weiterhin finden sich auf der Seite kein Impressum, ebenfalls ein deutliches Merkmal, dass hier jemand nicht zur Verantwortung gezogen werden möchte.

Und das finden wir gruselig:
Teilt man den Link auf die Seite, erscheint ein Bild von Grinsebacke Alexander „Honey“ Keen als Vorschau, den Meisten wohl bekannt aus „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“.

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Unwahrscheinlich, dass Jener der echte Ersteller der Seite ist.

Fazit

Wir erleben hier im Prinzip die Geburt einer Satireseite, welche mit Überschriften zu polarisieren weiß, jedoch aber in den Artikeln mehr oder weniger deutlich macht, dass es sich eher um Satire, weniger um Hetze handelt.