Sieht aus wie die WELT –  N24, ist es aber nicht! Und wieder lockt eine waschechte Fake-News in ein Affiliate-Gewinnspiel. Nutzer sollen irritiert werden und am Ende an einem völlig belanglosen Gewinnspiel teilnehmen. Die Fake-News stellt dabei nur ein Mittel zum Zweck dar.

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In vielen Fällen haben wir beobachten können, dass diese Art der Fak-News zudem auf Facebook als gesponserte Artikel beworben werden. Es handelt dann bereits im Teaser um irreführende Informationen, die auf eine Webseite verweisen und sich zudem die Corporate Identity einer bekannten Zeitung, bzw. eines Nachrichtensenders zu eigen machen.

Der Kopfteil der echten Welt N24 Webseite [1]:

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Die Fälschung:

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Dies ist natürlich kein Artikel  der WELT –  N24, sondern die Besucher sollen irritiert werden.

Inhaltlich geht es darum, dass Lidl 30.000 Gutscheine a 500 € herausgeben würde und wie man diese bekommen könne. Angereichert mit frei erfundenen Interviews und der Aussage des “Managers Erik Müller”, sowie auch einem Konstrukt aus Nutzerkommentaren wirkt dieser Inhalt zunächst redaktionell und auch seriös, doch das ist eben die Fake News.

Pseudoredaktionell!

Letztendlich ist es eben ein pseudoredaktioneller Inhalt. Alle Merkmale einer echten Fake-News liegen hier vor. Auch diese Fake-News sind, ihrem klassichen Charakter entsprechend, frei erfunden. Sie dienen jedoch der Irritation und sind aus kommerziellem Antrieb aus verfasst. Hier liest man:

Unserem Team wurde mitgeteilt, dass bereits 30.000 Menschen an dem Gewinnspiel teilgenommen haben, bei welchem sie einen 500€ Gutschein für Lidl gewinnen können. Seitdem Manager Erik Müller bekanntgegeben hat, dass die Aktion auch diese Woche fortgesetzt wird, nimmt die Anzahl der Teilnehmer rasant zu.

Was wir hier vorliegen haben:

  • ein pseudoredaktionell erstellter Inhalt, der keinen Wahrheitsgehalt trägt
  • eine Darstellung in Form einer News/Nachrichtenwebseite, die jedoch letztendlich keine ist
  • Inhalt spricht ein Verlangen/eine Angst (in diesem Falle nur Verlangen) an
  • dem Verfasser ist der Inhalt egal, es geht darum, Werbung anzuzeigen, bzw. Werbelinks wirksam einzubauen

222 Provisionslinks

Im Quelltext der Fakenews unter der URL “webnews24. online” finden sich ganze 222 eingebaute Links, die auf eine weitere Webseite verweise.

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Diese Seite stellt lediglich eine Weiterleitung dar, in der dann eine Partner-ID eingebaut ist und die auf das eigentliche Ziel des ganzen Konstrukts leitet: ein Gewinnspiel! Denn genau darum geht es hier. Man muss sich im Klaren sein: die Gewinnspiel-Affiliates sind nicht illegal. Es ist das Ziel der Veranstalter, so viele Datensätze wie möglich zu erlangen, um diese an “Sponsoren” oder ähnliche Firmen verkaufen zu können, denn Datensätze sind Handelsware.

Das bedeutet, es geht um die Erstellung vollständiger und korrekter Datensätze, welche zu Werbezwecken verkauft werden. Hierbei bekommen die Partner, welche diese “Partnerprogramme” (Affiliates) einsetzen eine Provision pro Datensatz. Je besser das Zugpferd, also die davor errichtete Lockmethode, desto mehr Datensätze kommen am Ende dabei heraus. Das ist nicht neu, aber auch nicht illegal. Hier liest man:

Die beschriebene Marke/Unternehmen ist weder Organisator noch Sponsor dieser Kampagne und führt keine Geschäftsbeziehung mit dem Ausrichter des Gewinnspiels.

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Und das ist auch der Grund, warum man immer zwei verschiedene Schritte vorfindet: in diesem Fall die Fake News mit ihren 90 Provisionslinks stammen aus anonymer Hand, die lediglich mit Hilfe eines Provisionscodes ein paar Euros einsacken möchte. Hierbei handelt es sich NICHT um den echten Gewinnspielveranstalter, dieser wird lediglich “eingebaut” und stellt das letzte Ziel in dem Verlinkungsspielchen dar.

Wer ist nun dafür verantwortlich?

Die Verfasser ieser Fake News sind so weit anonym, sie verdienen lediglich Geld damit, wenn jemand aufgrund der pseudoredaktionellen Inhalte tatsächlich sich bei dem Onlinecasino anmeldet. Dafür gibt es dann eine Provision (hier ein paar Beispiele für diese Art der Affiliate Programme: https://www.offervault.com/zodiac-affiliate-programs/). Insofern kann man sagen: je überzeugender die Fake News gestaltet ist, desto eher dürfte Besucher dazu geneigt sein, sich auf der Folgeseite zu registrieren.

Wer also am besten lügt, bekommt die meiste Provision in diesem Falle.

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