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Famous last words – Steve Jobs

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Seit seinem Tod 2011 tauchen mehr oder weniger regelmäßig die „letzten Worte“ von Steve Jobs in den sozialen Netzwerken auf. In den meisten Fällen steht auch noch Folgendes dabei: “Heute habe ich durch Zufall dies gefunden im Internet. Die letzten Worte von Steve Jobs den Gründer der Firma Apple. Diese Worte haben mich sehr bewegt und berührt. Man sollte sich seine letzte Aussage wirklich zu Gemüte führen. Den besser hätte man es nicht Aussagen können. “

Zu sehen auch immer diese beiden Bilder auf Facebook:

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Die letzten Worte, die er angeblich auf seinem Sterbebett ausgehaucht haben soll, an dieser Stelle für die Nutzer in den deutschen Netzwerken natürlich frei übersetzt und der Vollständigkeit von uns hier zitiert:

„Ich habe den Gipfel des Erfolgs in der Geschäftswelt erreicht.

In den Augen der Menschen gilt mein gesamtes Leben als eine Verkörperung des Erfolgs. Jedoch abgesehen von meiner Arbeit, habe ich wenig Freude in meinem Leben. Letztendlich gilt mein Reichtum nur als Fakt des Lebens, an den ich gewohnt bin. In diesem Augenblick, wo ich in einem Krankenbett liege und auf mein ganzes Leben zurückblicke, verstehe ich, dass all die Anerkennung und all der Reichtum, worauf ich so stolz war, an Wert verloren haben vor dem Gesicht des kommenden Todes. In der Dunkelheit, wenn ich die grünen Lämpchen der Lebenserhaltungsmaschinen beobachte und mir das mechanische Brummen dieser Maschinen anhöre, fühle ich die Atmung des Todes immer näher auf mich zukommen.

Jetzt weiß ich, dass wir uns komplett andere Fragen im Leben stellen müssen, die mit Reichtum nichts gemeinsam haben…

Es muss dort noch etwas sein, das uns als viel Wichtigeres im Leben erweist: womöglich ist es eine zwischenmenschliche Beziehung, womöglich Kunst, womöglich auch Träume in unserer Kindheit…
Non-Stop im Erreichen des Reichtums macht einen Menschen zu einer Marionette, was auch mir passiert ist. Der Gott hat uns solche Eigenschaften wie Gefühle für das Leben mitgegeben, damit wir in jedes Herz das Gefühl der Liebe überbringen können. Es darf keine Illusion bestehen bezüglich des Reichtums.

Das Reichtum, das ich im Verlaufe meines Lebens angehäuft habe, kann ich jetzt nicht mitnehmen. Was ich jetzt noch mitnehmen kann, sind Erinnerungen, die auf der Liebe basieren und mit Liebe erschaffen worden sind. Das ist der wahrhafte Reichtum, der euch jedes mal folgen muss, euch begleiten muss, der euch Kraft und Licht gibt weiterzugehen. Die Liebe kann wandern und reisen, wohin sie will. Denn genau wie das Leben, kennt auch die Liebe keine Grenzen.

Geht dorthin, wo ihr hingehen wollt. Erreicht Höhepunkte in eurem Leben, die ihr erreichen wollt. Die ganze Kraft dafür liegt in euren Herzen und euren Händen. „Welches Bett gilt als das reichste Bett der Welt?“ – „Es ist das Bett eines Kranken“ …

Ihr könnt euch vielleicht einen Chauffeur leisten, der für euch das Auto lenken wird. Oder ihr könnt euch Mitarbeiter leisten, die für euch das Geld verdienen würden. Niemand aber wird für euch all eure Krankheiten mittragen können. Das müsst ihr ganz alleine. Materielle Werte und Sachen, die wir mal verloren haben, können wiedergefunden werden. Es gibt aber eine Sache, dass wenn sie verloren geht, kann sie nicht wiedergefunden werden – und das ist DAS LEBEN.

Wenn ein Mensch sich einem Operationstisch zubewegt, dann versteht er auf einmal, dass es noch ein Buch gibt, das er noch nicht zu Ende gelesen hat – und das ist „Das Buch über ein gesundes Leben“.

Es ist nicht wichtig, in welcher Lebensetappe wir uns gerade befinden. Jeder von uns wird früher oder später zu diesem Moment kommen, wo der Vorhang für ihn fallen wird.

Dein Reichtum – das ist die Liebe zu deiner Familie, das ist die Liebe zu deiner Frau und deinem Mann, das ist die Liebe zu deinen Nächsten.
Passt auf euch auf und sorgt euch um die anderen.“

Unbestritten es sind bewegende Worte, eine gewaltige Aussage für das Leben an sich und die Familie im Besonderen.

Allerdings in einer Länge, die durchaus dazu berechtigt, leichte Zweifel an dem Zusammenhang „letzte Worte“ zu hegen. Es liest sich eher wie eine Rede vor der versammelten Fangemeinde auf einer Apple Convention. Ziehen wir jetzt noch in Betracht, wie geschwächt Jobs bereits vor seinem Tod bei den letzten öffentlichen Auftritten war, so wachsen die Zweifel weiter.

Walter Issacson veröffentlichte eine offizielle Biographie über Steve Jobs, dafür führte er über 40 Interviews mit ihm. Eigentlich sollte man erwarten können, dass Steve Jobs diese wichtigen Worte Issacson in die Feder diktiert, damit sie wirklich der Nachwelt erhalten bleiben, aber in der Biographie sind sie nicht zu finden.

Desweiteren war Jobs Anhänger des Zen-Buddhismus. In dem obigen Zitat wird aber mehrfach der Bezug zu Gott hergestellt. Von einer plötzlichen Einkehr zu Gott ist aber nichts überliefert.

In dem Zitat wird fälschlicherweise der Eindruck vermittelt, er wäre auf Reichtum und Wohlstand aus gewesen. Er war zweifelsohne ein sehr wohlhabender Mann, allerdings entstammte dieser Wohlstand aus Aktienoptionen und ausgezahlten Boni für seine Tätigkeit bei und für Apple. Als Gehalt hat er sich seit 1997 jährlich jedoch einen symbolischen Dollar auszahlen lassen.

Aber der eindeutigste Beweis gegen das obige Zitat als „letzte Worte“ von Steve Jobs ist die Tatsache, dass seine Schwester Mona Simpson während einer Laudatio am 30. Oktober 2011 seine letzten Worte offenbart hat. Nach ihrem Bericht soll Steve Jobs Sekunden vor seinem Tod seinen Schwestern, seiner Frau und seinen Kindern ein letztes Mal über die Schultern gestreichelt haben bevor er die letzten Worte

OH WOW. OH WOW. OH WOW.

mit schwacher Stimme aussprach.

Keine große Rede an die Nationen der Welt, vielmehr eine weitaus intimere, aber dennoch im Gesamtzusammenhang ebenso bewegende Geste im Kreise der Familie und dort sollten sie auch bleiben. Er braucht keinen Ghostwriter, seine letzten Worten galten seiner Familie und nicht uns.

Siehe auch:

http://weblogit.net/steve-jobs-letzte-worte-bewegendes-zitat-78287/

http://www.snopes.com/steve-jobs-deathbed-speech/