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Es sind derzeit die Nachwirkungen in den sozialen Netzwerken zum Anschlag in Manchester, welche teilweise falsche Bilder oder falsche Informationen nutzen, um dem grauenvollen Anschlag noch einen besonderen Anstrich zu verleihen. Dabei ist es so mancher Person egal, mit welcher Falschdarstellung die Opfer des Anschlages instrumentalisiert werden.

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Ich will hier auch gar nicht auf die moralische Ebene einsteigen, die zwar ebenso überprüft werden sollte, jedoch an dieser Stelle zu vernachlässigen ist. Ich möchte vielmehr die technische Seite zeigen, die in diesem Falle mit recht einfachen Mitteln eine sehr klare Antwort liefert. Denn dieses Bild hätte wirklich jeder prüfen können.

Mit der Aussage “Manchester Das Ergebnis der Islamisierung Europas. Wählt weiter fleißig Multikultopia, ihr Idioten.” findet man ein Bild in den sozialen Netzwerken, welches mehrere Tote zeigt. Sie liegen in einem Raum, welcher eine Veranstaltung vermuten lässt und optisch ebenso auf eine vorangegangene Explosion schließen lässt. Doch haben wir es hier, so wie es behauptet wird, mit Manchester zu tun?

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Das ist wieder zu einfach. Mit der Bilderrückwärtssuche bekommt man Fundstellen angezeigt, welche bereits älter als der Anschlag in Manchester sind. So sind wir vorgegangen:

Bildercheck

Eine Statusmeldung mit einem harten Bild: gehört das Bild zu diesem Inhalt? Sehr verbreitet ist der “Hybrid-Fake”, bei dem entweder das Bild eine reale Situation zeigt, der dazu gehörige Text  jedoch falsch ist, oder aber ein Textinhalt korrekt ist, jedoch bildlich falsch in Szene gesetzt wird. Hier hilft eine Rückwärtssuche für Bilder:

image[9]

Die Ergebnisse daraus kann man anhand von ein paar einfachen Grundsätzen bewerten:

  • je älter die Fundstelle, desto ursprünglicher
  • je höher aufgelöst das Bild, desto ursprünglicher
  • je größer der Bildausschnitt, desto ursprünglicher

Tipp für Fortgeschrittene: Rückwärtssuchen über Google oder TinEye Reverse Image Search werfen zuweilen kein Ergebnis aus, weil sie ein Bild nicht kennen oder gar nicht im Index aufgenommen haben. Hier kann die Bildersuche über Yandex erstaunliche Ergebnisse zuweilen liefern.

Das Ergebnis:

Das Bild stammt nicht aus Manchester, sondern wurde in Istanbul aufgenommen. Es zeigt die Opfer eines Anschlages auf den Reina Nachtclub in der Silvesternacht 2016/17. Auch deutsche Medien berichteten darüber, so schrieb der Tagesspiegel zum Beispiel [1]:

Bei dem Anschlag auf den exklusiven und bei der türkischen Oberschicht sehr beliebten Nachtclub waren in der Silvesternacht 39 Menschen getötet worden, 24 von ihnen waren Ausländer.

Ah, und bevor wieder wer meint, das wäre doch verschwiegen worden:

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