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Und am Ende sind wir nicht klüger, als vorher auch. Zunächst jedoch: ja, das Christkind war für ein paar Tage entfernt worden.

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Mimikama: Information

Am Anfang war der Schrei. Und der Schrei war groß: Stadtrat lässt Christkind entfernen – Unter offiziellem Weihnachtsbaum sollen keine religiösen Symbole sein. Das klingt alarmierend, das kann man durchaus mal näher anschauen. Diese Überschrift kann man der Oe24 entnehmen, jener Seite, die uns in der Vergangenheit schon hin und wieder begleitet hat (siehe hier und hier).

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Diese Aussage lässt sich so weit schon mal als “kein Fake” titulieren, jedoch fallen alle sonstigen Angaben in dem Oe-Artikel sehr spärlich aus. Daher gehen wir Schritt für Schritt die Informationen aus mehrere Quellen durch.

Krippe wurde abgebaut

Tatsächlich wurden im schweizerischen Neuenburg (Neuchâtel) in der letzten Woche am 26.11.2015 die Krippenfiguren, welche unter dem Weihnachtsbaum vor dem Stadthaus standen, von diesem Ort entfernt. Die Erklärung, welche zunächst an vielen Stellen hervorstach konnte man der lematin.ch entnehmen:

Motif: «Le sapin de la Ville ne doit pas être associé à des symboles religieux.
(Grund: „Der Baum der Stadt sollte nicht mit religiösen Symbolen in Verbindung gebracht werden.)


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Diese Aussage wird derzeit vielerorts wiedergegeben und ist, gemäß den Angaben der jeweiligen Artikeln, dem Stadtrat in Neuchâtel Olivier Arni zuzuordnen. Die Krippe, welche erst im letzten Jahr im Auftrag der Stadt erstellt wurde, stand auf einmal nicht mehr an dem Baum.

Neben der oben angeführten Erklärung (die in der Tat sehr streitbar ist), finden sich noch weitere Begründungen, warum die Krippe von diesem Ort weichen musste. Angeblich sei die Krippe auch ohne Information an die Behörden und deren Einwilligung aufgebaut worden, ebenso sei auch laut Aussage von Stadtpräsident Thomas Facchinetti gegenüber der “Blick” der Standort für die Krippe schlecht gewählt worden, da diese so sehr nah an einem Parkplatz stand.

«Es handelt sich um ein Missverständnis», sagt er zu BLICK. Die Krippe könne nicht «einen Meter neben einem Parking»

Reaktionen

Wie man jetzt auch all diese Erklärversuche aufgreifen mag: die Reaktionen waren deutlich, es kam zu großen Protesten und auch einer Petition. Lag es nun daran, dass man wirklich die Figuren einfach nur umsetzen wollte oder am Ende der Protest obsiegte: die Figuren stehen seit gestern wieder!

Jedoch stehen sie jetzt in der Fußgängerzone vor dem Temple du Bas, einer 1796 erbauten reformierten Kirche, die heute vor allem als Konzertsaal dient. Nach Aussagen der Behörden sei dieser Ort angemessener.

Streng Laizistisch – das muss man berücksichtigen!

Was man in dieser Diskussion jedoch nicht vergessen darf: der Kanton Neuenburg, in dem die Stadt Neuenburg liegt, ist streng laizistisch. Laizismzus bedeutet, dass Staat und Kirche deutlich und grundlegend voneinander getrennt werden. Die Trennung von Kirche und Staat sowie die Laizität des Staates sind in der revidierten Neuenburger Verfassung von 2000 explizit festgeschrieben. Diese strenge Trennung zwischen Staat und Kirche wird in der Schweiz außer in Neuenburg auch in Genf praktiziert.

Fragwürdige Handlung

Wenn man sich nun zurücklehnt und diese Informationen nochmal auf sich einwirken lässt, wirkt der gesamte Ablauf schon ein wenig befremdlich und gerade zur aktuellen Zeit sehr unbedacht. Schwache Kommunikation vor Ort? Voreilig getroffene und schlecht kommunizierte Entscheidungen? Das lässt sich nun kaum mehr feststellen.

Klar ist jedoch: die Krippe steht wieder, wenn auch nicht unter dem Tannenbaum. Auch wenn es hier nicht um eine grundlegende Entfernung des Krippensymbols aus der Stadt ging, so ist es dennoch ein recht merkwürdige Erscheinung.

Zugrunde liegende Quellen:

Artikel- & Vorschaubild: AGCreations / Shutterstock.com

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