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Spargel: Shitstorm auf Facebook

Spargel: Shitstorm auf Facebook

Von | 5. Juni 2020, 10:23

Das Posting einer Facebook-Userin ruft einen Shitstorm hervor. Die Reaktionen in den Kommentaren enthalten Entrüstung, Empörung und Boykottaufrufe.

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Spargel: Shitstorm auf Facebook – Das Wichtigste zu Beginn:

Ein Facebook-Posting ruft einen Shitstorm auf den Plan. User sind empört über die Entsorgung von scheinbar gutem Spargel. Jedoch handelt es sich hier um eine übliche Vorgehensweise von Spargelbauern.

Bestürzung wegen entsorgtem Spargel

Eine Facebook-Nutzerin postet Bilder von Spargelresten auf Facebook und zeigt ihre Entrüstung darüber öffentlich.

Die Fotos zeigen auf einem Feld entsorgten Spargel. Darunter finden sich Bruchstücke, aber auch ganze Stangen, die nach guter Qualität aussehen. Das Posting wurde mittlerweile fast 3.000 mal geteilt und erhielt nahezu 300 Kommentare.

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Reaktionen der User

Viele User reagieren schockiert und verärgert, drohen mit Boykott. Andere wiederum zeigen ein wenig Verständnis. Die negativen Meldungen überwiegen jedoch.

Die Kommentare dazu lauten beispielsweise:

„künstliche Verknappung. Nicht nur Spargel, auch anderes saisonales Gemüse/Obst. Sorry, diese Bauern gehören mit der Forke vom Hofe gejagt!“

„tja das verstehe wer will … und das sollte sofort ein Grund sein ab sofort kein Spargel mehr zu kaufen wer mit Lebensmittel so umgeht und es nicht Wertschätzt darf damit auch kein Geld verdienen …gibt es nur eine Antwort „Boykottieren““

Aber eben auch Kommentare, in denen User nach Erklärungen suchen, scheinen auf:

„die sind kaputt für den Handel nicht mehr verfügbar deshalb werden die weggeworfen oder wollt ihr kaputter holziger Spargel essen“

„Früher gab es viele kleine Spargelanbauer meist im Nebenerwerb. Und es gab 1. Wahl, 2. Wahl, 3. Wahl und Spargelabschnitte und alles ist damals verkauft worden. Unmöglich das diese Mengen alle unbrauchbar sind oder alle holzig. Einfach unsinnige Vorgaben vom Großhandel und oft auch von der EU.“

Die Hintergründe

Simon Schumacher vom Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) erklärt:

„Üblicherweise werden 20 bis 30 Prozent des Spargels entsorgt. Das sind zum einen die Endstücke der Stangen, die mit etwa 27 cm geerntet, aber mit 22 cm Länge verkauft werden. Das hat nicht nur etwas mit Normen zu tun, sondern auch damit, dass die hinteren Enden holzig und bitter sind.“ Diese End- und Bruchstücke müssten von den Spargelbauern entsorgt werden. Außerdem auf dem Acker lande die Ware vom Vortag, die an den Verkaufsständen angeboten und nicht verkauft würde. „Da die Stangen meist ohne Kühlung angeboten werden, sind sie am Ende eines warmen Tages nicht mehr zu verkaufen.“

Auf dem Feld, das in dem Posting gezeigt wird, liegen die Spargel-Reste von zwei Bauern. Hierbei handelt es sich um nicht verwertbare Stangen oder um Rückläufer aus dem Direktverkauf. Schumacher gibt an, dass dies ein „üblicher Vorgang“ sei und „die Nährstoffe in den Boden und damit in den Kreislauf zurückgeführt“ werden.

Auch, dass durch das Entsorgen die Preise beeinflusst werden sollen, entkräftet Schumacher:

„Es kostet viel Zeit und Geld, die Stangen zu stechen. Die Ernte ist zu teuer, um damit den Preis zu beeinflussen.“

Facebook Faktencheck

Der Beitrag wurde mittlerweile von Facebook als Falschmeldung deklariert. Als Basis für diese Entscheidung führt Facebook eine Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa) an.

Quelle: agrarheute
Artikelbild: Facebook
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