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Diesmal erreichte uns die E-Mail Spamwelle der Firma „Platinum Card Services UK Ltd“ aus Großbritannien, die offensichtlich unbekannten Empfängern einen Kreditrahmen von 5000 Euro per „goldener Mastercard“, gemäß dem zuvor gestellten Antrag zugestehen. Hier fehlen wohl lediglich einige Informationen.

So sieht die E-Mail aus:

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Die E-Mail im Wortlaut:

Hallo Claudia XXXX,
wir freuen uns Ihrem Wunsch zu entsprechen und Ihnen eine goldene MasterCard® mit einem Verfügungsrahmen bis zu 5.000,- Euro ausstellen zu können!
Es sind keine weiteren Bonitätsprüfungen mehr notwendig, Ihr Antrag wurde genehmigt!
Bitte vervollständigen Sie noch ein paar fehlende Angaben. Dafür klicken Sie bitte auf den folgenden Link:
http://www.freiheit14.com
Ca. 3-4 Werktage später erhalten Sie die Karte und können auch sofort über das von uns eingeräumte Limit frei verfügen.
Wir bedanken uns für das von Ihnen in uns gesetzte Vertrauen!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Max Mutzen
MC-Center Solutions
– Neukundenservice –

Kickt man auf den Link hinter welchem man die fehlenden Informationen hinterlegen kann, wird man auf die Webseite von „firstgold.de“ weitergleitet.

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Diese Webseite wird betrieben von der Firma „Platinum Card Services UK Ltd“ aus London. Es handelt sich hier offensichtlich nicht um einen Unternehmen von „Mastercard“. Dies wird auf der Webseite auch ganz öffentlich und leicht zugänglich dargestellt:

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Hier steht am Ende der Webseite:

©2012-2013 Platinum Card Services UK Ltd., London 
„Mastercard“ und das Mastercard-Logo sind eingetragene Marken von Mastercard International. Platinum Card Services UK Ltd. steht in keiner Verbindung zu Mastercard und bietet die Vermittlung von Mastercard Plastikkarten als unabhängiger Vermittler an.

Sieht man sich gleichzeitig den Link an, auf welchem man genau gelandet ist, so stellt man fest, dass die o.g. Firma noch nicht mal ein Lizenznehmer von „Mastercard“ ist, sondern an einem sogenannten „Affiliate-Programm“ teilnimmt.

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Bei diesen Programmen können Webseitenbetreiber durch die Einblendung von Werbung, welche dann über das Affiliate-Programm getracked wird, zu Umsätzen und Aufträgen kommen. Bezahlt wird je nach Affiliate-Vertrag „per Klick“ (also jedes mal wenn jemand auf die Werbung klickt), oder „per Lead“. Letzteres bedeutet, dass der Webseitenbetreiber Geld für jeden Abschluss erhält, der über die Webseite getätigt wurde.

Die hier folgenden Internetdomains führen auf den gleichen Server mit ein und derselben IP-Adresse 85.214.205.198, wie die hier beschriebene Webseite „firstgold.de“:

firstgold.eu
firstgoldmaster.de
goldschufafrei.com
goldmaster-schufafrei.de
gold-ohne-schufa-sofort.de
schottencheck.de
platinum-group.de

Einer Recherche der Redaktion zur Folge handelt es bei diesem Angebot um eben dieses Programm:

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http://www.partnerprogrammefinden.de/inhouse/firstgold-goldene-mastercard/23/

FAZIT: Hinter dieser Webseite verbirgt sich technisch erstmal nichts Schlimmes. Sprich: Es werden keine Viren gestreut, Daten-Phishing betrieben, oder ähnliches. Das eigentlich Schlimme an dieser Webseite ist, dass die Betreiber diese gezielt auf Menschen ausgerichtet hat, die sowieso kein Geld haben und denen der Besitz einer „Mastercard Gold“ ziemlich sicher finanziell endgültig das Genick brechen würde.

Hier ein kleines Beispiel:

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Sehr wahrscheinlich ist der Weg diese Art von Werbung zu machen und auf diese Art zu Aufträgen zu gelangen rechtlich abgesichert. Dass sie moralisch bedenklich sind bleibt unbestritten.

Also gilt auch hier in ganz besonderem Maße: Wenn man wenig Geld verdient, bitte erst denken, dann rechnen und dann klicken.

ZDDK-Gastredakteur Andreas Homburg

imageAndreas Homburg, 44 Jahre, verheiratet, 2 Kinder. Seit mehreren Jahren als Administrator unter anderem für SIEMENS und STRATO tätig. Schwerpunkte sind die Serveradministration und Betriebssystemreparatur.