Artikelbild: Shutterstock / Von Matej Kastelic
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Irgendwann kommt der Tag, da kann es selbst den gesündesten Menschen erwischen und man landet im Krankenhaus.

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Was du beachten solltest, wenn du deine Social Media Aktivitäten im Krankenhaus, im Pflegeheim und weiteren sozialen Einrichtungen weiter betreiben möchtest. Wir geben dir hier einen kurzen Überblick.

In Zeiten, wo auch in Kliniken immer häufiger WLAN für Patientinnen und Patienten zur Verfügung gestellt wird, ist schnell mal ein Foto gemacht. Wenn es um das Krankenhaus-Essen für Instagram geht, ein Foto von deinem intravenösen Zugang, um ein wenig Mitleid zu bekommen, dann ist das auch völlig in Ordnung. Du solltest dabei jedoch immer auch einige Punkte beachten:

Schweigepflicht.

Stell dir vor, dein Bettnachbar twittert fleißig über deine Krankheit und alle Besucherinnen und Besucher deines Bettnachbarn wissen mehr über deine Krankheitsgeschichte als deine Angehörigen. Je nachdem wie unangenehm die eigene Erkrankung für einen ist, oder wie unwohl man sich damit fühlt, sollte man bedenken, wie es für deinen Bettnachbarn wäre, wenn du so mit den Informationen aus der Visite und den Therapeutengesprächen umgehen würdest.

Online-Bewertungen.

Du hast dich bei deinem Aufenthalt super wohl gefühlt, alle waren nett und das möchtest du gerne der ganzen Welt mitteilen? Verständlich, aber Vorsicht! Deine Firma geht es nichts an, weswegen du behandelt worden bist, so dass du dir lieber ein Alias zulegen solltest, wenn du die Bewertung für die gesamte Welt öffentlich verfasst. Die Pflegekräfte wissen dein Lob zu schätzen, noch mehr freuen sie sich aber sicher, wenn du ihnen dieses Lob persönlich zukommen lässt. (Psst, sie bekommen Unmengen Süßes und freuen sich zur Abwechslung auch mal über einen Obst- oder Gemüsekorb 😉.)

Netflix & regenerate.

Statt Netflix & chill diesmal unfreiwillig ans Bett gefesselt, aber Dank WLAN und Netflix immerhin eine Ablenkung in Sicht? Dann denk bitte unbedingt an Kopfhörer, wenn du die Folgen schaust. Wenn ihr beide den selben Geschmack habt, könnt ihr auch zusammen schauen, aber zunächst einmal solltest du die Privatsphäre deines Bettnachbarn wahren und ihm oder ihr eine Chance auf Ruhe und Genesung zugestehen.

Andere Patientinnen und Patienten.

Werden nicht fotografiert, außer sie stimmen explizit zu. Achtung: sind sie bewusstlos, gilt das nicht als stillschweigende Zustimmung, sondern als NEIN. Würdest du wollen, dass du auf der Intensivstation ohne dein Wissen abgelichtet und im WWW präsentiert wirst? Vermutlich nein, denn davon wirst du auch nicht schneller gesund. Achte auch drauf, wenn du auf dem Flur ein Selfie mit deinem Besuch machst: im Hintergrund können gerade medizinische Maßnahmen stattfinden oder andere Patientinnen und Patienten zu sehen sein.

Live-OP-Ticker.

Kann man machen, aber kontrollier bitte zuvor deine Freundesliste und deine Privatsphäre-Einstellungen. Nicht jeder Facebook-Freund ist ein Freund, nicht jede oder jeden geht das kleinste Detail deiner Krankheits- und Gesundheitsbiographie an (Hallo! Arbeitgeber, Arbeitskollegen, Versicherungsmakler, Bankberater…).

Oder einfach mal…

… entspannen. Ja, tatsächlich, vielleicht einfach mal den Social Media Zirkus draußen lassen.

Gastautorin: Gordana Rammert
Jahrgang ’87, interessiert in (Kriminal-)Soziologie und Konfliktforschung. Ehrenamtlich in der Politik, der Stadtgesellschaft und der Justizvollzugsanstalt unterwegs.

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