So erkennst du gefälschte Gewinnspiele auf Facebook!
So erkennst du gefälschte Gewinnspiele auf Facebook!
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In den letzten Tagen hat ein Gewinnspiel mit Freikarten für den Europa Park für großes Aufsehen auf Facebook gesorgt.

- Sponsorenliebe | Werbung -

Wir haben mehrfach dieses Fake-Gewinnspiel thematisiert und auch gezeigt, was dahinter steckt und wie es abläuft. Speziell das Wissen um die Abläufe ist hier recht wichtig, denn diese Art der Fake-Gewinnspiele treten ständig auf, lediglich die vermeintlichen Gewinne variieren.

Daher berichten wir immer wieder über dubiose Gewinnspiele, die stets nach demselben Schema ablaufen und bei denen es nie Gewinner gibt. Dabei werden Facebook-Nutzer mit hochwertigen Preisen angelockt. Damit diese Statusmeldungen zu den Gewinnspielen auch viral gehen, gibt es spezielle Tricks, mit denen die Meldungen viele Interaktionen bekommen und somit vielen Menschen angezeigt werden. Der Klassiker hierbei: Facebooknutzer werden dazu animiert, einen Inhalt zu liken, zu teilen und auch zu kommentieren. Da wird schnell mal behauptet, diese Vorgänge seien notwendig, um zu gewinnen.

Woran erkenne ich solche Gewinnspiele?

Im Gegenzug ist es jedoch auch recht einfach möglich, diese Art von Gewinnspielen zu enttarnen. Ominöse Gewinnspiele erkennt man u.a., wenn man z.B. liest: “Drückt auf gefällt mir und ihr kommt in unseren Los-Topf!” sowie “Wer den Beitrag teilt hat eine doppelte Chance!” und dann noch “Die Seite –Name-der-Seite- muss mit Gefällt mir markiert sein!

Ein weiteres Merkmal ist, wenn folgende Inhalte NICHT VORHANDEN sind:

Inhaber der Seite / Ansprechperson
Impressum
Kontaktmöglichkeit
Teilnahmebedingungen
Freistellung gegenüber Facebook

Seriöse Unternehmen beschäftigen sich mit dem Thema Gewinnspiele auf Facebook und stellen diese auch korrekt dar. Unter anderem achten seriöse Veranstalter darauf, dass ein Impressum, ein Kontakt sowie Teilnahmebedingungen zur Verfügung stehen, die auch aus rechtlicher Sicht notwendig sind.


Erweiterte Checkliste:

Nutzer werden zum “Liken” und “Teilen” gezwungen.
Es gibt kein (glaubwürdiges) Impressum.
Keine Teilnahmebedingungen.
Keine Kontaktmöglichkeit.
Kein korrektes Unternehmen vorhanden.
Seite existiert erst sehr kurz.
Es werden keine Gewinner bekannt gegeben. Gewinne werden von Sponsoren zur Verfügung gestellt, die “nicht genannt werden wollen”.
Die Gewinne werden mit kopierten Bildern aus dem Internet beworben.
Achte bei bekannten Unternehmen auf den blauen Verifizierungshaken hinter dem Seitennamen im Titelbild.

Letztendlich haben Fake-Gewinnspiele eine bestimmte Gemeinsamkeit: Sie laufen auf drei Ebenen ab, anhand derer man erkennen kann, worum es wirklich geht. Denn bei Fake-Gewinnspielen, die eine starke Viralität haben, handelt es sich um ein Geschäftsmodell. Im Gegensatz zu echten Gewinnspielen, die von Firmen zu Werbezwecken veranstaltet werden, nutzen Fake-Gewinnspielveranstalter das Produkt als Lockvogel.

3 Schritte

imageDen ersten Schritt stellt der Köder dar. Dieser Köder taucht zumeist in Form einer Statusmeldung auf Facebook, einer WhatsApp Nachricht oder in seltenen Fällen auch als Instagram-Meldung auf. Diese Köder sind in ihrer Art alle identisch: Sie vermitteln die Aussicht auf einen Gewinn, den man im Grunde schon in der Tasche hat. Sie verleiten mit der Leichtigkeit der Teilnahme zum Mitmachenund locken auf eine Webseite. Es handelt sich hierbei um den Köder. Der Köder ist der virale Einstieg in den Gewinnspielablauf.

imageSchritt zwei stellt meist eine Webseite dar, die sich als ein vermeintliches Gewinnspiel mit einer Fragerunde ausgibt. Diese Fragerunde ist nicht zwingend immer vorzufinden, da sie zum einen irrelevant ist und auch nur den Charakter eines Gewinnspiels vortäuschen soll. Wir nennen diesen Schritt zwei auch die Brücke. Die Brücke zeigt sich in Form eines Fake-Gewinnspiels, in dieser Brücke wird einem zumeist der Gewinn direkt versprochen, es wird getäuscht und mit gefälschten Elementen gearbeitet. Diese Brücke ist letztendlich auch eine illegale Komponente, da die gegebenen Versprechen nicht eingehalten werden und der Aufbau sowie die Darstellung sich geschützter grafischer Elemente bedient. Das Corporate Design bestehender Firmen und deren Produkte werden gnadenlos ausgenutzt, auf der Brücke gibt man sich auch gerne als die dargestellte Firma aus. Ziel der Brücke:

a) Viralität erzeugen (Beispiel: Leite dieses Gewinnspiel an 20 Kontakte weiter).
b) Ein Link wird eingebaut, der zu dem vermeintlichen Gewinn führen soll.

imageDen dritten und abschließenden Schritt stellt ein sogenanntes Affiliate Programm dar. Man verlässt die Brücke über einen Link, der einen Partnercode beinhaltet, welcher zu einem Provisionsprogramm gehört. Es handelt sich hierbei um ein Affiliate, welches nach Möglichkeit inhaltlich mit dem in der Brücke verlaufenen Fake-Gewinnspiel korreliert. Wir nennen diese abschließende Verlinkung den Ausgang. Merke: Der Ausgang selbst, also die Affiliates, auf die verlinkt wird, ist nicht illegal! Es handelt sich dabei um Geschäftsmodelle, bei denen der jeweilige Anbieter solcher Programme seine Vertriebspartner durch Provisionen vergütet. Diese Vertriebspartner werden vom Anbieter durch einen Identifikationscode erkannt, so dass jeder neu registrierte Teilnehmer an dem Affiliate Gewinnspiel auch dem Vertriebspartner zugeordnet werden kann. Derjenige, der die Brücke gestaltet, entscheidet übrigens beliebig, welches Partnerprogramm er als Ausgang benutzt. Häufig finden wir auch Systeme vor, welche die Herkunft und die Geräteangaben des Teilnehmers auslesen und somit spezifisch auf unterschiedliche Provisionsprogramme leiten. Daher kann man nie eindeutig sagen, welches Provisionsprogramm am Ende aufgerufen wird, im schlimmsten Fall landet man auf dubiosen WAP-Billing Geschichten oder undurchsichtigen Abo-Serviceleistungen.

©Mimikama.at
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Der Fake zählt!

Daher hat der Verfasser von Köder und Brücke, der durchaus auch der jeweilige Vertriebspartner  des Affiliate-Anbieters sein dürfte, ein großes Interesse daran, dass seine Fake-Geschichte im Vorfeld so glaubwürdig wie möglich klingt, gleichzeitig aber auch ein hohes Viralitätspotential besitzt.

Gut gelogen ist daher im Falle von Fake-News, sowie auch Fake-Gewinnspielen, bereits halb gewonnen.

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