Anke M., aus unserem Team, ist Tierärztin, welche auf Ihrer Seite eine wichtige Information veröffentlicht hat!

Aufgrund unserer Reichweite, dürfen wir folgenden Hinweis an alle Hunde- und Katzenbesitzer weitergeben!

Silvester mit Hund – was nun?

Wie mit Raketen und Böllern umgehen?

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Unsere Hunde haben ein viermal besseres Gehör als wir Menschen, daher sind solche lauten Geräusche für die Tiere sowieso stressig. Dazu noch obenauf die vielen bunten Lichter. Hunde können nicht begreifen, warum die Knallerei kommt und warum alle Menschen plötzlich jubeln! Vielen Hunden macht das viel Angst.

Was kann man tun?

Wichtig ist es, das Tier nicht übermäßig zu beruhigen oder zu streicheln, da das die Angst noch verstärkt (Herrchen und Frauchen muss mich beruhigen, also stimmt hier wirklich etwas nicht!). Trösten ist jedoch ausdrücklich erlaubt.

Dr. Ute Blaschke-Berthold von Cumcane hat dies ein weniger näher beleuchtet:

Nun, zuerst stellt sich die Frage: WAS ist Trösten? Wie sieht es aus? Ist es ein typisch menschliches Verhalten oder hat es Wurzeln im Tierreich?

In der Verhaltensbiologie gibt es für das Phänomen des Tröstens einen Fachausdruck, Social Support! Das bedeutet “Soziale Unterstützung” und ist eines der Kriterien für kooperatives Verhalten in Gruppen. Menschen zeigen dieses Verhalten, aber auch viele andere Tiere, die in Gruppen leben, sind dazu fähig, geben und holen sich Social Support. Social Support bedeutet, Gruppenmitgliedern in stressenden Situationen durch körperliche Nähe und Zuwendung zu helfen. Körperliche Nähe und Zuwendung durch Bindungspartner senkt Blutdruck, Herzfrequenz und Spiegel der Stresshormone, und hilft, beängstigende Situationen besser zu bewältigen.

Würde Social Support zu einer Verschlimmerung von Angstzuständen führen, hätte sich dieses sozio-positive Verhalten im Verlauf der Entwicklungsgeschichte nicht erhalten können! Keine Gruppe kann es brauchen, dass ihre Mitglieder immer ängstlicher werden.
Hundehalter sollten sich am Wissen über Sozialverhalten orientieren und ihren Tieren ausreichend Social Support geben, um ihnen durch die stressende Silvesterzeit zu helfen. Alles, was den Hund wirklich entspannt, ist Social Support und damit erlaubt. Ignorieren oder gar Wegschicken beschädigen die Beziehung zwischen Mensch und Hund, und sind darüber hinaus auch noch nicht sozial!
(CR: Dr. Blaschke-Berthold)

Es empfiehlt sich, mit dem Hund an einen ruhigeren Ort zu gehen und ihn dort Kunststücke, Befehle – die er beherrscht – ausführen zu lassen, während es knallt. Das vermittelt dem Tier Sicherheit und zeigt ihm auch, dass es keine gefährliche Situation ist (wenn ich hier „Sitz“ und „Platz“ machen soll, kann das alles nicht so schlimm sein!).

Beruhigungsmittel halte ich grundsätzlich und ohne tierärztliche Untersuchung und Anweisung nicht für so sinnvoll, da das die Angst eventuell noch verstärken kann.

Hilfreich kann bei sehr ängstlichen Hunden auch der Tellington-Touch (TTouch) sein: Kreisförmige Bewegungen auf der Haut und Ohrausstreichen wirken beruhigend. Touch-Kreise werden mir den Fingerspitzen oder mit dem Handballen ausgeführt. Man bewegt die Hand in einem 1 1/4 Kreis und verschiebt dann die Hand und beginnt einen neuen Kreis (wirkt auch beim Menschen ).

Sollte ihr Hund bei Stress nicht zu Durchfall neigen, können sie ihm auch nachmittags noch mal Futter zum Sattessen geben (ein voller Magen wirkt auch beruhigend).

Man kann den Hund auch in ein gesondertes, etwas dunkleres Zimmer bringen und dort Musik mit einem gleichmäßigen Rhythmus laufen lassen (gleiches Prinzip, wie bei Welpen und dem Wecker!).

Wenn ein Hund so panisch reagiert, dass er unter sich macht, jault, vor Angst erstarrt, sich lieber vor ein Auto wirft oder aus dem Fenster springt vor Angst, dann braucht man mehr Hilfe. Diese Hunde brauchen Medikamente.

Sollte es ohne Medikamente nicht funktionieren, dann gibt es die Möglichkeit, eine Paste mit dem Wirkstoff Dexmedetomedin oder ein Benzodiazepin einzusetzen, bitte beachten Sie jedoch, dass damit schon 3-4 Tage vorher begonnen werden muss. Daher ist ein Termin beim Tierarzt bis zum 28.12.2017 nötig.
Aus Tierschutzgründen lehnen wir den Einsatz von Azepromazin (Sedalin, Vetranquil ect.) ab. Die Tiere nehmen unter diesem Wirkstoff alle Dinge noch wahr, können aber nicht mehr darauf reagieren, was die Angst sehr verstärken kann. Der Hund ist nur von aussen ruhig.

AZEPROMAZIN gehört NIEMALS in einen ängstlichen Hund!!!

Für die weniger großen Angsthasen gibt es Tryptophan, das kann man auch noch für den Hund bis zum 31.12.2017 besorgen, bei Katzen muss man da deutlich eher starten (5-7 Tage).

Nun noch zu unseren Hauskatzen.

Im Grunde gilt all das, was für den Hund gilt, auch für unsere Katzen. Allerdings haben diese erfahrungsgemäß weniger Probleme mit Silvester.

Die Freigänger sollten jedoch vom 31.12. mittags bis 01.01. abends keinen Ausgang bekommen, damit sie nicht mitten in die Knallerei geraten oder durch Blindgänger gefährdet werden.

Auch Katzen hilft ein ruhiges Zimmer mit Musik und Social Support. Tryptophan hilft bei Katzen recht gut, jedoch muss man schon 5-7 Tage vor Silvester damit anfangen.

Ein Wort zu Bachblüten und anderen Globulis, diese können durch den Placebo By proxy Effekt (Frauchen gibt mir was und ist guter Dinge, dann bin ich es auch…) durchaus nützlich sein, aber eine pharmakologische Wirkung haben diese Mittel nicht.

Dann lieber die kleine Menge Eierlikör vom Löffel für den ängstlichen Hund, aber auch das bitte nur nach Absprache mit dem Tierarzt, denn auch das ist angstlösend.

Das wichtigste zum Schluss:

Bleiben sie selber ruhig und gelassen und zeigen ihrem Haustier damit, dass keine Gefahr besteht!

Und wer Haustiere hat, sollte diese Silvester auch nicht alleine lassen, ganz besonders, wenn sie Angst haben, denn das liegt in unserer Verantwortung.

Mit diesen Tipps sollte man Silvester entspannt angehen können, in diesem Sinne einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Autorin: Anke M., mimikama.at

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