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Ein schwerwiegendes Sicherheitsleck im Programm MongoDB sorgt für eine freie Zugänglichkeit von Millionen Kundendaten inklusive Namen, Anschriften, E-Mail-Adressen und Kreditkartennummern im Internet. Das gab die Universität Saarbrücken bekannt, deren Studenten auf einen Fehler in einer Datenbank-Software gestoßen sind.

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(Quelle: Focus)

Zufällig entdeckt

Die Studenten des CISPA in Saarbrücken entdeckten den Fehler eher zufällig. Der Fehler ist nicht kompliziert, seine Wirkung ist jedoch katastrophal, erklärt Michael Backes, Direktor des CISPA. Die Drei studieren am Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit an der Universität des Saarlandes. Wegen ihrer Forschungsarbeit hatten sie testweise eine auf Geräte und Dienste spezialisierte bekannte Suchmaschine nach MongoDB-Servern und Dienste befragt.

Dabei stießen sie auf einen Konfigurationsfehler bei vielen Installationen der frei zugänglichen Datenbanksoftware namens MongoDB.
So gelangten diese an IP-Adressen, unter denen Unternehmen die Datenbanken ohne weitere Sicherheitsmaßnahmen betreiben. „Eine so ungesicherte Datenbank im Internet gleicht einer öffentlichen Bibliothek ohne Bibliothekar mit weit offen stehender Eingangstür. Jeder kann dort rein“, erklärt Backes. Zu den betroffenen Unternehmen soll unter anderem ein börsennotierter Internetdienstanbieter und Mobiltelefoniebetreiber aus Frankreich zählen, dessen ungeschützte Datenbank Namen, Adressen, E-Mail und Telefonnummern von rund acht Millionen Franzosen SOWIE einer halben Million DEUTSCHER Kunden Adressen enthält.

Halten sich die Betreiber bei der Installation blind an die Leitfäden und bedenken nicht entscheidende Details, stehen die Daten schutzlos im Internet. In einer Dokumentation heißt es, dass für einen Angriff lediglich ein Port-Scan gestartet werden müsse, um an sensible Datenbankinformationen zu gelangen. Es bedürfe keiner tiefreichender Computerkenntnisse, um die Sicherheitslücke auszunutzen. Michael Backes geht davon aus, dass es sich nicht um die größte Datenbank handelt, die gefährdet ist.

Zugangsdaten ändern

Zudem sei „Deutschland massiv betroffen“, so der Direktor des CISPA gegenüber FAZ.NET. Man könne das an der Struktur der IP-Adressen erkennen. Aus statistischen Gründen müsse man annehmen, dass auch Datenbanken mit dutzenden Millionen Kunden darunter seien. Und unter den Online-Shops und Plattformen, die die kostenlose Open-Source-Software MongoDB nutzen, seien wahrscheinlich auch sehr bekannte. Die Datenbank sei die beliebteste unter den „NoSQL-Datenbanken“ und somit ein „klassisches Backend“, so Backes. Dokumentenorientierte Datenbanken sind nicht so verbreitet wie SQL. Dennoch arbeiten viele bekannte Unternehmen in irgendeiner Weise mit MongoDB. Darunter sind auch Ebay, Expedia, Otto-Versand, SAP, Springer, Disney, Foursquare, MTV Networks und die „New York Times“.

Daher sollte man, was man eh regelmäßig machen sollte, die eigenen Passwörter ändern, um so ungewollten Zugriff zu vermeiden.

Weitere Quellen:
http://www.faz.net/aktuell/technik-motor/computer-internet/sicherheitsluecke-entdeckt-millionen-kundendaten-im-internet-frei-zugaenglich-13418820.html
http://www.netzwelt.de/news/151134-sicherheitsluecke-datenbanksoftware-millionen-kundendaten-netz-frei-zugaenglich.html
http://www.focus.de/digital/internet/deutschland-ist-massiv-betroffen-sicherheitsluecke-entdeckt-millionen-kundendaten-im-internet-frei-zugaenglich_id_4467350.html

Autor: Marlene, mimikama.at