Der Löffel in der Flasche, was eine urbanen Legende! Können wir unzählige Löffel aus ihren Sektflaschengefängnissen befreien? Ist es wirklich so, dass ein Löffel im Flaschenhals einer geöffneten Sektflasche dafür sorgt, dass die Kohlensäure darin länger erhalten bleibt. Was ist da nun dran?

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Vor allem einem Silberlöffel sagt man diese Fähigkeiten zu. Woran das liegen soll, ist leicht beschrieben.

Der erhoffte Effekt dieses Mythos ist recht einfach beschrieben. Der Löffel soll dafür sorgen, dass die Wärme aus dem Sekt geleitet wird. Also eine Art Wärme-Kälte Vermittler. Der Gedanke basiert darauf, dass aus einem kühlen Getränk weniger Kohlendioxid (CO2) ausperlt, was ja durchaus so weit stimmt. Hierzu gibt es ein paar interessante Meldungen.

Wir haben Glück!

Unser Glück an dieser Stelle: es gibt bereits unzählige Artikel und auch Beweisführungen zu diesem Thema, so dass wir im Mimikama-Lab nicht zwangsweise Sektflaschen öffnen mussten, um den (nicht vorhandenen) Effekt zu messen. So gibt es eine Vielzahl an auffindbarer Netzinhalte, die eindeutig gegen einen Effekt sprechen.

Ein sehr interessanter Artikel dazu findet sich jedoch in der ZEIT von Christoph Drösser [1], der ursprünglich am 30. Juli 1997 verfasst wurde und zunächst den Mythos wiederlegt, jedoch später ein Update bekommen hat. In diesem Artikel werden anfangs verschiedene Versuchsreihen beschrieben, die in der Vergangenheit durchgeführt wurden und am Ende auf verschiedenem Wege alle auf dasselbe Ergebnis kommen: es gibt keinen Löffel-Effekt.

Nach 24 Stunden wurde der Gasdruck gemessen. Ergebnis: Alle sechs Flaschen hatten Druck verloren, die verkorkten Flaschen mit Abstand am wenigsten. Zwischen den offenen Flaschen und denen mit Löffel war kein signifikanter Unterschied festzustellen.

Gleichzeitig weist der Artikel aber nach einem Update darauf hin, dass unter bestimmten Umständen ein Silberlöffel eben doch seine Wärmeleitfähigkeiten ausspielen kann, und zwar dann, wenn der Sekt auch tatsächlich in den Kühlschrank gestellt wird. Hier wird im Verlauf nun beschrieben, dass die ARD-Sendung “Kopfball” in einer Versuchsreihe am Ende doch einen Effekt nachweisen konnte.

Die Fernsehmacher stellten zwei angebrochene Flaschen über Nacht in den Kühlschrank, je eine mit und ohne Löffel. Am nächsten Tag wurde durch Erhitzen aus beiden Sektflaschen die Kohlensäure komplett entfernt und deren Volumen gemessen. „In der Silberlöffelflasche war eindeutig mehr Kohlendioxid“, berichtet der WDR-Redakteur Ranga Yogeshwar.

Nach der Theorie von “Kopfball” würde der Löffel dafür sorgen, dass die Flasche stärker abkühlt und sich die Kohlensäure ruhiger verhält. In der Jubiläumsausgabe aus der Rubrik “Stimmt / Stimmt nicht” [2], in der auch dieser Artikel erschien, wurde dann nochmals deutlich erwähnt, dass der Artikel revidiert werden musste, wenn auch eher harmlos.

Verhindert ein Löffel im Flaschenhals, dass Sekt über Nacht schal wird? In der Ausgabe 31/97 lautete das Urteil: „Stimmt nicht.“ Später gab es ein Experiment in der ARD-Sendung Kopfball, bei dem ein kleiner (und praktisch nicht relevanter) Effekt der Löffelmethode gemessen wurde. Offenbar leitet ein Löffel aus Metall die Wärme schneller aus der Sektflasche ab, und das hilft bei der Konservierung der Bläschen.

Auch aus anderen Berichten ist ähnlich zu lesen, dass dieser Effekt augenscheinlich nicht besonders riesig ist und Experten anstatt eines Silberlöffels eher empfehlen, den Sekt oder Champagner mit einem Druckverschluss zu verschließen. Kühlen ist natürlich auch Pflicht, um mehr Kohlensäure in der Flasche zu behalten. Dennoch sollte man das Getränk innerhalb von 24 Stunden nach Anbruch leeren – auf die ein oder andere Weise.

Siehe auch:

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