Schussloch-Sweater

Kein Fake: Schussloch-Sweater nach Amokläufen

Von | 19. September 2019, 13:01

Mode ist ja bekanntlich Geschmackssache, doch das hier? Pullover mit Schussloch: Eine gewollte Provokation!

Was ist passiert? Das US-Modelabel Bstroy sorgt mit Schussloch-Sweatern, auf denen die Namen von Schulen stehen, an denen Amokläufe stattfanden, für einen Shitstorm auf Twitter. User werfen der Marke eine geschmacklose Kommerzialisierung von Tragödien vor.

„Schussloh-Schauder schadet Marke“

Sind die Schussloch-Sweater gut für die Marke? Der Markenexperte Thomas Otte erläutert in einem Interview gegenüber Pressetext.com:

- Werbung -

Die Provokation ist hier gezielt und gesucht. Wenn man lediglich Aufmerksamkeit will, darf das Ziel als erreicht gelten. Aber Aufmerksamkeit ist nicht alles. Eine Marke ist ein positives Vorurteil in eigener Sache. Mit dem Produkt sollen angenehme Assoziationen erreicht werden. Kunden sollen damit ein gutes Lebensgefühl verbinden können. Wer nur auf Tagesaktualität zielt und künstlich Schauder und Entsetzen provoziert, erzielt das Gegenteil davon

Auf den Sweatern, die auf der Instagram-Seite von Bstroy http://instagram.com/bstroy.us angepriesen werden, stehen unter anderem die Namen der US-Schulen „Columbine“ und „Sandy Hook“. Löcher in den Kleidungsstücken sollen dabei Einschusslöcher von Kugeln repräsentieren.

An der Columbine High School in Colorado fand im Jahr 1999 ein Amoklauf statt, bei dem neben den beiden Tätern 13 Menschen starben. Der Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School im Jahr 2012 forderte 27 Todesopfer, die höchste Todeszahl bei Gewalttaten an Schulen in der Geschichte der USA.

- Werbung -
 

Zwiespalt: Überlebende sind erzürnt

Bstroy selbst rechtfertigt auf Instagram seine Schussloch-Modekollektion damit, dass es sich dabei um einen Kommentar zum Thema Waffengewalt in den USA handle. „Wir wollten auch die Überlebenden der Tragödien durch die Geschichte, die über die Kleidung erzählt wird, ermächtigen“, zitiert „Today“ Brick Owens, den Mitgründer und Designer von Bstroy.

Diese Erklärung hat wenig geholfen, den Sturm der Entrüstung in sozialen Medien aufzuhalten. Auch Überlebende von Amokläufen zeigen sich entsetzt und erzürnt.

„Der Tod meiner Klassenkameraden sollte kein verdammtes Fashion-Statement sein“

schrieb Karissa Saenz, die von dem Amoklauf an der Stoneman Douglas High School im Jahr 2018 betroffen war, auf Instagram. Auch der Name dieser Schule ist auf einem der Sweater zu finden.

via Pressetext.com, Artikelbild instagram.com/bstroy.us

Das könnte ebenso interessieren:

Normalisiert Victoria’s Secret Pädophilie mit einer Modenschau?

Coronavirus SARS-CoV-2: Wir brauchen deine Unterstützung


Der Coronavirus SARS-CoV-2 stellt uns als Gesellschaft und als Mimikama vor großen Herausforderungen und bringt uns an unsere Grenzen. Jeder gibt seinen Teil dazu bei um zu Unterstützen. Unsere Unterstützung an der Gesellschaft ist es, gegen Fakenews anzukämpfen und dies mittlerweile fast 20 Stunden pro Tag. Gegenüber anderen Medien, haben wir keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle offen halten. Wenn jeder, der unsere Faktenchecks liest, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama auch weiterhin geben und wir können gemeinsam gegen Fakenews vorgehen. Unterstützen Sie uns und tragen auch Sie dazu bei, die Zukunft von Mimikama zu sichern.
Hier kannst Du unterstützen: via
PayPal, Steady oderPatreon
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -