Saisonalfakes …. wir reden ja immer wieder von Saisonalfakes. Das bedeutet: manche Fakes tauchen immer wieder auf. Sie halten sich dann eine kurze Zeit (sehr hartnäckig) und verschwinden dann auch wieder.

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Viele dieser Saisonalfakes sind jahreszeitenabhängig, andere sind abhängig von äußeren Einflüssen. Und wieder andere Falschmeldungen tauchen dann einfach so aus dem Nichts auf – immer wieder.

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Wie zum Beispiel die “neue Droge an Schulen”. Das letzte Mal ist dieser – völlig frei erfundene Hoax – im Sommer 2015 flächendeckend aufgetreten. Unter dem Vorwand “lieber einmal zuviel gewarnt als zu wenig” verbreiteten viele Menschen sinnlos Panik in den sozialen Netzwerken. Eine Droge, die aussieht wie ein harmloses Brausepulver? Nicht nur im Sommer 2015, sondern auch schon im Jahre 2012 haben wir über eine Droge berichtet, die angeblich in den Schulen umher ging.

Und es ist aktuell wieder so weit!

Viele Nutzer sozialer Netzwerke warnen vor der bösen Brausepulverdroge.bzw. sie teilen einen angeblichen “Elternbrief” einer Schule:

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Das es sich hierbei um einen angeblichen Elternbrief einer Schule handelt, können wir nicht bestätigen!

Begonnen hat alles in den USA im Jahre 2007

Der Inhalt ist eine seit mindestens 2007 im Umlauf und stellt eine herumlaufende Anhäufung von Halbwahrheiten dar. Der Ursprung dieses ganzen Unsinns ist in diesem Falle die USA, eine angebliche Warnung des “Memorial Physican Services”:

Drug Warning
Screenshot: urbanlegends

Der Absender damals war also angeblich “Memorial Physican Services”, jedoch veröffentlichten diese im Jahr 2012 eine Stellungnahme und sagten deutlich, dass dieses Schreiben ein Fake ist und das dieses nicht von Ihnen stammte:

memorial

Dennoch: 5 Jahre zu spät!

Im Jahre 2012 war dieser Hoax unlängst im deutschsprachigen Raum angekommen und wurde ebenso visualisiert: die berühmten “Tütchen”, wie wir sie heute kennen, wurden geboren. Seinerzeit waren sie noch in Farbe (und bunt!) unterwegs. Der Hoax verteilte sich unaufhaltbar.

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Zu dieser Zeit steckte auch ZDDK/Mimikama noch in den Kinderschuhen, so dass im Jahr 2013 beispielsweise Pressemedien einspringen mussten. Hier ein Auszug aus der “Hannoversche Allgemeine” (HAZ.de) vom 13.9.2013

An weiterführenden Schulen in der Stadt Wunstorf stehen die Telefone nicht still. Besorgte Eltern wollen wissen, was die Schulleitungen gegen angeblichen Drogenhandel unternehmen.

Anlass sind Mitteilungen und Warnungen auf Facebook, die die Schüler auch untereinander weitergeben.

„Alle Leute, die auf die Otto-Hahn-Schule, egal was für ein Zweig, gehen, sollten aufpassen! Es geht in der Schule eine Droge rum, die aussieht wie Pop Rocks und riecht wie Erdbeer Meth! Sie heißt Strawberry Quick! Nehmt von niemandem diese ,Süßigkeit‘ an! Strawberry Quick bekannt als Crystal Meth kann auch tödlich sein“, heißt es dort.

Schulleiterin Helga Radtke und ihre Kollegen nehmen Drogenwarnungen zwar stets ernst.Doch in diesem Falle handelt es sich laut Polizei um eine Falschmeldung.

Der Text ist eine Übersetzung aus dem Englischen und geistert seit 2007 im Internet herum.

2015

Im Sommer 2015 gab es eine echte Epidemie Epidemie dieser Falschmeldung – und eine wahre Multiresistenz vieler Nutzer gegenüber der Aufklärung. Leider! So schob sich Wochenlang die Graustufen-Variante der Brausepulvertütchen durch die Netzwerke. So wie leider jetzt (Herbst 2016) auch wieder. ABer: es ist ein Hoax, ein Fake – an dieser Warnung ist nichts dran!

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