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Konstanz – Zwischenzeitlich klarer ist der Ablauf des Geschehens in der Nacht zum 30. Juli 2017, bei dem in und außerhalb einer Diskothek im Konstanzer Industriegebiet durch unmittelbare Schusseinwirkung ein Türsteher tödlich, zwei weitere Sicherheitsmitarbeiter sowie zwei Gäste und ein Polizeibeamter schwer verletzt wurden. Mindestens elf Personen erlitten bei ihrer panikartigen Flucht leichtere Verletzungen oder einen Schock.

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Anhand der Auswertung von Videomaterial und aufgrund einer im Außenbereich der Diskothek mit den in der Tatnacht eingesetzten Polizeibeamtinnen und -beamten durchgeführten Rekonstruktion steht fest, dass nach Eingang der ersten Notrufe fünf Streifenwagenbesatzungen nahezu gleichzeitig am Ereignisort eintrafen und aus einsatztaktischen Gründen die Fahrzeuge auf der Max-Stromeyer-Straße im östlichen und westlichen Zufahrtsbereich der Diskothek abstellten, um dort die zusätzliche Schutzkleidung anzulegen. Dabei wurde einer der Beamten, der hinter dem Streifenwagen kniete und gerade den ballistischen Schutzhelm aufgesetzt hatte, von einem Projektil getroffen, das den Schutzhelm durchschlug und den Polizisten schwer, jedoch nicht lebensgefährlich verletzte.

Schon zu diesem Zeitpunkt wurden die eingesetzten Beamten, als sie damit beschäftigt waren, die Einsatzausrüstung anzulegen und sich, auch über Funk abzusprechen und ein erstes Bild von der Lage zu verschaffen, mit Vorwürfen konfrontiert. Dabei wurde ihnen vermeintliche Untätigkeit von Personen vorgeworfen, die von der Notwendigkeit eines taktisch abgestimmten Vorgehens in einer solchen Bedrohungslage keine Kenntnis hatten. Kurz darauf kam es zwischen einem Polizisten, der zusammen mit anderen Einsatzkräften gegen den auf dem Parkplatz umhergehenden und Schüsse abgebenden Tatverdächtigen vorgerückt war, zum Aufeinandertreffen, bei dem der Beamte aus seiner Dienstpistole zwei Schüsse abgab, von denen einer den 34-Jährigen lebensgefährlich verletzte. Weitere Schüsse aus Dienstwaffen, auch aus mitgeführten Maschinenpistolen, wurden von anderen Einsatzkräften nicht abgegeben.

Obwohl noch nicht klar war, ob weitere Personen in das Geschehen involviert sind, näherten sich viele der Besucher, die zuvor geflüchtet und teilweise die Polizeikräfte beschimpft hatten, dem lebensgefährlich Verletzten und störten die weiteren Einsatzmaßnahmen, um offensichtlich ihre Neugier zu befriedigen. Dies belegen auch Bilder der Überwachungskameras im Außenbereich, auf denen Gäste der Diskothek zu erkennen sind, die sich vor dem um sich schießenden Mann auf dem Parkplatz versteckt hatten, um dann wieder hinter Fahrzeugen hervorzukommen, um Aufnahmen mit ihrem Handy zu machen. Nichts geändert hat sich am Sachstand der Vorgehensweise des 34-Jährigen, der trotz sofortiger Erste-Hilfe-Maßnahmen einer Frau und eines Mannes auf dem Parkplatz und einer Notoperation im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlag.

Wie bereits berichtet, war der Tatverdächtige noch vor dem Parkplatz aus dem Taxi gestiegen und hatte sich, erste Schüsse aus dem Schnellfeuergewehr abgebend, über den Parkplatz dem Haupteingang der Diskothek genähert. Dort schoss er mehrmals durch die geschlossene Eingangstür, betrat dann den Vorraum, bewegte sich weiter Richtung Kassenbereich und Foyer, um schließlich die sogenannte Main Hall zu betreten, wo er nachweislich zwei Schüsse in die Decke abfeuerte.

Offensichtlich auf der Suche nach seinem Schwager ging der 34-Jährige wieder in Richtung Ausgang, wo ihm im Bereich des Foyers ein Gast im Vorbeilaufen die Waffe entreißen wollte, was allerdings misslang. Da dieser Mann ein wichtiger Zeuge ist, aber noch nicht ermittelt werden konnte, bittet die Polizei diesen Besucher, sich mit der Kriminalpolizei unter 07541-701-0, in Verbindung zu setzen.

Beim Verlassen der Diskothek gab der Tatverdächtige noch einen Schuss durch die Tür ab, wodurch ein Security-Mitarbeiter durch Glassplitter im Gesicht verletzt wurde. Nachdem er die Diskothek wieder verlassen und sich auf dem Parkplatz aufgehalten hatte, wurde von Türstehern der Haupteingang verschlossen. Als der 34-Jährige wieder zurückkam und die Türen verschlossen vorfand, gab er zunächst einige Schüsse auf die Tür ab und schoss dabei auch durch die Türverglasung. Ob zu diesem oder zu einem früheren Zeitpunkt der Türsteher tödlich verletzt wurde, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Anschließend versuchte der Tatverdächtige mit der Schulterstütze des Sturmgewehrs die Verglasung einzuschlagen, wobei die Schulterstütze abbrach. Der Tatverdächtige begab sich daraufhin in Richtung Max-Stromeyer-Straße, wo er auf die ersten ankommenden Polizeifahrzeuge das Feuer eröffnete.

Während durch die Obduktion des Opfers und des 34-Jährigen geklärt werden konnte, dass die Schussverletzungen todesursächlich waren, steht das Ergebnis der toxikologischen Untersuchung noch aus, mit der geklärt werden soll, ob der Tatverdächtige zur Tatzeit unter Einwirkung berauschender Mittel stand. Nach den Ermittlungen der Sonderkommission, die zwischenzeitlich personell reduziert wurde, war der 34-Jährige nicht im Besitz einer waffenrechtlichen Erlaubnis. Die Nachforschungen des Bundeskriminalamtes und des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg zur Herkunft des amerikanischen Sturmgewehrs dauern nach wie vor an. Auch die Ermittlungen zu den Hintergründen des Streits zwischen dem Tatverdächtigen und dessen Schwager, dem ehemaligen Betriebsleiter der Diskothek, sind noch nicht abgeschlossen.

Quelle: Polizeipräsidium Konstanz



Konstanz – Nach der begonnenen kriminaltechnischen Auswertung des Videomaterials der in und im Außenbereich der Diskothek installierten Kameras sowie anhand der bisher durchgeführten Vernehmungen konnte der Tathergang teilweise rekonstruiert werden.

Demnach hatte der 34-jährige Tatverdächtige nach dem Aussteigen aus dem Taxi bereits erste Schüsse im Freien abgegeben, danach durch den Haupteingang die Diskothek betreten und sich im Vorraum vor den Kassenboxen, im Bereich der Kassen und im nachfolgenden Foyer (Eingangsbereich) aufgehalten. Ob der 34-Jährige noch weitere Räumlichkeiten betreten hat, kann erst nach der noch ausstehenden Auswertung des gesicherten Videomaterials ermittelt werden.

Durch die Schüsse des Tatverdächtigen wurden, wie berichtet, im Eingangsbereich ein Türsteher tödlich, ein weiterer Sicherheitsmitarbeiter sowie ein Gast schwer verletzt. Erst gestern meldete sich noch ein Besucher, der auch durch einen Schuss verletzt worden war.

Wie bereits bei der Pressekonferenz bekanntgegeben wurde, waren nach Eingang der ersten Notrufe nahezu zeitgleich mehrere Streifenwagenbesatzungen vor Ort, von denen zumindest eine nachweislich unmittelbar beim Eintreffen beschossen wurde. Dabei ist einer der Beamten durch ein Projektil, das den Einsatzhelm der ballistischen Zusatzausrüstung durchschlug, schwer, zum Glück jedoch nicht lebensgefährlich verletzt worden. Beim anschließenden Schusswechsel mit den Einsatzkräften erlitt der Tatverdächtige lebensgefährliche Verletzungen, denen er später im Krankenhaus erlag.

Schon gegen 04.00 Uhr befanden sich zwei Streifenwagenbesatzungen bei der Diskothek, die dorthin gerufen worden waren, nachdem der 34-Jährige in der Diskothek randaliert hatte und diese deswegen verlassen musste. Der 34-Jährige hatte beim Eintreffen der Polizei die Diskothek aber bereits verlassen; zu einem Zusammentreffen zwischen dem Beamten und ihm war es nicht gekommen. Nach den Einsatzunterlagen war dieser Einsatz um 04.18 Uhr beendet.

Da bereits gegen 02.40 Uhr eine Auseinandersetzung in einer über einen Kilometer entfernten Gaststätte im Industriegebiet mit mehreren Personen der Polizei gemeldet worden war, befanden sich mehrere Streifenwagen in diesem Bereich.

Quelle: Polizeipräsidium Konstanz



Konstanz – Ermittlungsbehörden geben weitere Details bekannt

Wie Zeugen berichteten, soll es vor den Schüssen durch den 34-jährigen Iraker, kurdischer Abstammung, zu einem Streitgespräch zwischen ihm und Security-Mitarbeitern gekommen sein, weil ihm der Zugang verwehrt wurde.

Hintergrund war das vorherige Verhalten des 34-Jährigen, der in der Diskothek randaliert hatte und diese deswegen auf Anordnung seines Schwagers, der im Auftrag der Betreiberfirma mit dem Betrieb des Tanzlokals befasst ist, verlassen musste. Hierauf nahm der Tatverdächtige ein Taxi und ließ sich nach Hause fahren, wo er sich bewaffnete und anschließend den Taxifahrer zwang, ihn zurückzufahren.

Auf dem Parkplatz der Diskothek angekommen, stieg der 34-Jährige aus und gab laut Augenzeugen bereits im Freien und kurz darauf auch im Eingangsbereich des Gebäudes mehrere Schüsse ab, durch die ein Türsteher tödliche und vier weitere Personen zum Teil schwere Verletzungen erlitten.

Ein weiteres Vordringen in die Räumlichkeiten der Diskothek gelang dem mit einem vollautomatischen Sturmgewehr M 16 bewaffneten Iraker jedoch nicht, weil die Tür zum Veranstaltungsraum noch rechtzeitig geschlossen werden konnte.

Der 34-Jährige begab sich deshalb ins Freie, wo er auf erste eintreffende Polizeibeamte stieß. Sofort eröffnete er das Feuer und schoss auf die Polizisten, von denen einer schwer verletzt wurde. Bevor der Tatverdächtige weitere Personen verletzen oder gar töten konnte, wurde der Mann bei einem Schusswechsel mit den Interventionsteams der Polizei lebensgefährlich verletzt und erlag trotz einer Notoperation im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Die Spurensicherungsarbeit sowohl auf dem Parkplatz der Diskothek als auch im Inneren des Gebäudes konnte inzwischen abgeschlossen werden. Nach wie vor ist nicht geklärt, wie der 34-Jährige in den Besitz der Kriegswaffe samt Munition gelangt ist.

Noch ist eine Vielzahl von Personen, die sich in und bei der Diskothek aufgehalten haben, von den Beamten der Sonderkommission zu befragen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Konstanz werden sowohl das tödlich verletzte Opfer als auch der beim Schusswechsel mit der Polizei ums Leben gekommene Tatverdächtige obduziert.

Quelle: Polizeipräsidium Konstanz



Konstanz – Durch Schüsse eines 34-jährigen Mannes sind am frühen Sonntagmorgen, gegen 04.30 Uhr, in einer Konstanzer Diskothek in der Max-Stromeyer-Straße eine Person getötet und drei Personen schwer verletzt worden.

Der mutmaßliche Täter wurde wenig später nach dem Verlassen der Diskothek bei einem Schusswechsel mit Polizeibeamten lebensgefährlich verletzt und erlag in einem Krankenhaus seinen Verletzungen. Einer der Polizeibeamten erlitt bei dem Aufeinandertreffen mit dem Tatverdächtigen eine Schussverletzung, befindet sich jedoch nicht in Lebensgefahr. Viele Gäste hatten nach den Schüssen das Gebäude panikartig verlassen oder sich versteckt.

Da zunächst nicht klar war, ob es sich um einen Einzeltäter oder mehrere Täter handelt, wurden vom Polizeipräsidium Konstanz auch Spezialkräfte und ein Polizeihubschrauber für mögliche Fahndungsmaßnahmen angefordert.

Die Motive des wohl allein handelnden Mannes sind bislang nicht bekannt.

Hintergründen der Tat

Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat, die möglicherweise auf einen Streit im persönlichen Umfeld des Täters zurückzuführen ist, dauern weiterhin an. Hinweise auf einen Terrorakt liegen nicht vor.

Der irakische Tatverdächtige, der bei dem Schusswechsel mit der Polizei lebensgefährlich verletzt wurde und trotz einer Notoperation im Krankenhaus verstorben ist, wohnte bereits seit über fünfzehn Jahren im Landkreis Konstanz.

Aktuell wird die sichergestellte Tatwaffe durch Experten des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg untersucht.

Weitere Ermittlungen haben ergeben, dass es sich bei dem Betreiber der Diskothek um den – nach islamischem Recht – Schwager des 34-jährigen Tatverdächtigen handelt.

Zur Klärung des genauen Tathergangs bittet die Polizei Zeugen, die Bildaufnahmen vom Geschehen gemacht haben, diese Daten auf der Plattform https://bka-hinweisportal.de der Polizei zur Verfügung zu stellen.

Bitte beachten Sie, dass dieses Hinweisportal nur der Übersendung Ihrer Bild- und Videodateien dient.