Faktencheck zu "Schrecklicher Unfall"

Schrecklicher Unfall: Schreckliches Ereignis soll Nutzer in die Falle locken.

Von | 14. Oktober 2019, 14:41

Schrecklicher Unfall: Ein Foto zeigt einen schweren Verkehrsunfall. Der beschreibende Text spricht von mehreren Toten und Verletzten. Doch das alles ist ein Fake.

Hier wird Neugier am Ende zum Verhängnis! Auf einem Foto sieht man einen schweren Unfall. Ein Fahrzeug ist komplett zerstört. Angeblich soll hier ein schrecklicher Unfall geschehen sein, das Posting besagt:

Schrecklicher Unfall!

Ein Unfall ereignete sich vor einigen Stunden. Es gibt 5 Tote und 7 Verwundete, das macht sehr schlecht hier sind einige bilder der nicht identifizierten verletzten. logge dich ein um zu sehen, ob sie Menschen erkennen. [sic!]

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Diese Beschreibung hat es in sich. Abgesehen davon, dass sie nur schwer verständlich ist, fordert sie zu einem Login auf, um Verletzte oder gar Tote zu identifizieren.

Schwerer Unfall: Faktencheck

Schwerer Unfall: Faktencheck

Wir warnen an dieser Stelle: Diese Beschreibung ist eine Falle!

Faktencheck „schrecklicher Unfall“

Wer der Aufforderung nachkommt, wird offenen Auges in eine Falle tappen. Denn der angekündigte Login ist nichts anderes als eine Datenfalle. Wer in den folgenden Eingabefeldern, die sich als Facebook-Login ausgeben, seine Daten eingibt, sende die Daten direkt in die Hände von Betrügern.

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Es handelt sich hierbei also um eine klassische Phishingfalle. Übrigens, unser Schnelltipp, wie man Phishing immer sofort erkennen kann:

Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob ihr auf einer echten Login-Seite seid, gebt einfach Buchstabenchaos ein, beispielsweise E-Mail: [email protected], Passwort: detfgdrtbrx … wenn ihr euch trotzdem „einloggen“ könnt, wisst ihr, dass es eine Phishing-Seite ist!

Daher auf keinen Fall der Neugier nachgeben. Dieses schlecht formulierte Posting mit dem Titel „Schrecklicher Unfall“ auf Facebook ist nichts anderes als ein Betrugsversuch.

Wie kann man sich vor Phishing schützen?

1. Prüfe immer den Link, auf den Du klicken möchtest.
Prüfe immer den Link, auf den Du klicken möchtest. Wenn er Schreibfehler enthält, solltest Du vorsichtig sein – Betrüger könnten Dich auf eine gefälschte Seite locken wollen.

2. Gib Deinen Nutzernamen und Dein Passwort nur ein…
Gib Deinen Nutzernamen und Dein Passwort nur ein, wenn die Verbindung mit der Webseite verschlüsselt ist. Das ist sie, wenn vor der Webadresse das Präfix „https“ steht – dann ist alles OK. Wenn beim Präfix das „s“ (secure) fehlt, solltest Du genau aufpassen.

3. Immer wachsam sein…
Selbst wenn Du von Deinem besten Freund eine Mail oder eine Nachricht erhalten hast, solltest Du immer daran denken, dass dieser Freund hereingelegt oder gehackt worden sein könnte. Deshalb solltest Du immer wachsam sein.

4. Echtheit der E-Mail Adresse prüfen.
Das gilt auch für E-Mails von offiziellen Organisationen wie Banken, Steuerbehörden, Online-Shops, Reisebüros, Fluglinien usw. Selbst E-Mails von Deinem eigenen Arbeitgeber sind manchmal mit Vorsicht zu genießen. Es ist schließlich gar nicht so schwer, gefälschte Mails herzustellen, die genau wie die echten Mails dieser Organisationen aussehen.

5. Echte- oder gefälschte Seite?
Manchmal sehen gefälschte Mails und Webseiten genau aus, wie die echten. Das hängt davon ab, wie genau die Betrüger ihre „Hausaufgaben“ gemacht haben. Doch die Links werden wahrscheinlich falsch sein – mit Schreibfehlern oder Verknüpfungen auf ganz andere Seiten. Über solche Links können Sie eine echte von einer gefälschten Seite unterscheiden.

6. Link nicht klicken, sondern manuell eingeben!
Es ist am besten, Links in solchen Mails und auf solchen Seiten niemals anzuklicken. Stattdessen kannst Du einfach ein neues Browser-Fenster öffnen und die URL Ihrer Bank oder des Online-Shops manuell eingeben. In diesem Fall erhältst Du dennoch den Rabatt oder das Sonderangebot (falls es diese wirklich geben sollte), wirst aber nicht zum Opfer der Betrüger.

7. Hilf mit, die Täter zu schnappen.
Wenn Du eine Phishing-Kampagne entdeckst, solltest Du dies Deiner Bank (wenn die Betrüger die E-Mails der Bank fälschen) oder dem Support Deines Sozialen Netzwerks (wenn dort schädliche Links an die Anwender geschickt werden) mitteilen. Damit hilfst Du dabei, die Täter zu schnappen.

8. Logge dich nicht über öffentliche WLAN-Netze ein
Logge Dich, wenn möglich, nicht über öffentliche WLAN-Netze (zum Beispiel im Café oder am Flughafen) bei Deiner Bank und ähnlichen Online-Diensten ein. Es ist besser, eine mobile Verbindung zu nutzen oder mit dem Einloggen zu warten, als Betrügern in die Hände zu spielen und Geld zu verlieren. Denn öffentliche Netzwerke können auch von Betrügern aufgebaut werden, die Dich dann auf falsche Webseiten umleiten.

9. Dateien von Online-Games
Dateien, die Du von Deinen Mitspielern bei Online-Spielen geschickt bekommst, können schädliche Ransomware oder Spyware enthalten, genau wie die Anhänge von Nachrichten und E-Mails. Bleib also vorsichtig!

10. Verwende eine Sicherheitssoftware!
Installiere eine gute Anti-Viren Software und folge deren Empfehlungen. Eine gute Sicherheitssoftware schützt Dich vor allen Bedrohungen und alarmiert Dich auch im Notfall.

Aus: 10 Tipps, wie Du Dich vor Phishing schützen kannst

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