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Kein Virus, keine Mehrwertnummer und auch keine Abofalle: die Massenhaften SMS mit den Titeln “Ich brauche Deine Hilfe” oder “Es ist etwas schlimmes passiert” sind Waffen.

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Waffen in einem Krieg der von Schlüsseldiensten. Mit diesen Spam-SMS werden die Empfänger in einen Krieg zwischen den Schlüsseldiensten hineingezogen. Weniger zum Schaden für die SMS-Empfänger – jedoch sehr zum Schaden für die Dienste!

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Die empfangenen Mitteilungen mögen nun zwar lästig sein und auch alarmierend klingen, jedoch ist die angezeigte Rufnummer keine Mehrwertnummer, sondern eine normale Handynummer.

Eine Schlammschlacht

Die Nummer des Absenders und die Nummer, welche angerufen werden soll, sind grundsätzlich nicht identisch, denn darum geht es:

Die angegebenen Rufnummern sind mobile Servicenummern von Schlüsseldiensten, sprich: man ruft damit völlig normal auf das Handy eines Mitarbeiters an. Keine Kostenfalle, kein Virus.

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(Screenshot: Facebook, öffentlicher Status)

Die Hölle für Mitarbeiter

Da diese SMS in hohen Zahlen und regelmäßigen Wiederholungen versendet werden, empfangen die Mitarbeiter der Schlüsseldienste, deren Nummern in der SMS missbraucht werden, sehr viele Anrufe – und das rund um die Uhr. Der Mitarbeiter kann zunächst nicht unterscheiden, wer anruft, und er muss von einem potentiellen Kunden ausgehen, der einen Schlüsselnotdienst benötigt.

Am Ende sind es jedoch die Anrufe von teilweise erbosten SMS-Empfängern, welche durchaus auch mitten in der Nacht anrufen, da sie davon ausgehen, dass die empfangene Nachricht (Es ist etwas schlimmes passiert, Ruf mich bitte an) durchaus echt ist.

Das Resultat

Die betroffenen Schlüsseldienste haben ein großes Problem, denn sie sind die eigentlichen Opfer. Und das auf mehrfache Weise:

Ihre mobilen “Hotlines” sind überlastet und dauerhaft belegt. Echte Kunden, die einen Schlüsseldienst benötigen, lassen nun von der Nummer ab und wählen den nächsten Schlüsseldienst an. Der Schaden: finanzielle Einbußen.

Zusätzlich zu den überlasteten Leitungen und dem Ärger mit den Anrufern geben die SMS-Empfänger oftmals negative Meldungen bei div. Nummernsuchdiensten. Die Opfer werden also gleich nochmal bestraft.

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(Screenshot: Tellows)

Die Nummer ist nach einem solchen Angriff natürlich unbrauchbar. Der Ruf ist hin – die Nummer dauerhaft blockiert. Die Betroffenen können in kurzer Zeit nun auch keine neuen Kontaktnummern veröffentlichen, so dass die Umsatzeinbußen sie bis in den Ruin treiben können.

Gegenmaßnahmen?

Die Opfer können sich gegen diese Masche kaum wehren, da
a) die Polizei zwar Strafanzeige annimmt, diese allerdings wegen gefälschten Absenderadressen, nicht registrierten SIM-Karten oder ausländischen Nummern ins Leere läuft und
b) die Sperrung des Absenders durch die Bundesnetzagentur zu lange dauert (bis zu 1 Woche) und der Spammer sofort eine neue SIM einsetzt.

Man kann dazu nun auch spekulieren:
Die Meldung auf Facebook, dass unter dieser Nummer Schadsoftware verbreitet wird, ist natürlich ein Hoax. Vielleicht sogar vom Opfer selbst in die Welt gesetzt, um weitere Anrufe zu verhindern. Damit würde sich die Nummer selbst reinigen, da die Empfänger der falschen SMS nicht mehr anrufen. Dies ist jedoch nur eine Theorie.

Autoren: ZDDK-Nutzer Clemens Wachter & Andre, mimikama.at

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