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Es kommt per Fax, trägt ein Wappentier als Logo und nennt sich „Wirtschaftsregister für Deutsches & Schweizerisches Gewerbe, Industrie & Handel“, ist aber am Ende ein undurchsichtiger Branchenbuchservice, welcher nicht weiter definiert ist, und 1270 € pro Jahr kosten soll.

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Auf Tellows, einem Portal, wo Rufnummern bewertet werden und auch vor dubiosen Rufnummern gewarnt wird, findet sich zu diesem Fax folgende Information [1]:

Neue Abzockfalle für Unternehmer. Es sollen 1.270,– Euro für ein Jahr im Onlineregister „Wirtschaftsregister für Deutsches & Schweizerisches Gewerbe, Industrie & Handel“ gezahlt werden. Es geht ein Telefax mit einem Angebotsformular zu, welches unterzeichnet und an einen unbekannten „Geschäftspartner“ versandt werden soll.
Meine Google-Suche ergab keine Treffer zu diesem Register und zu diesem TK-Anschluss.

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Funfact und Leserhinweis:

Das Wappen schaut aus wie das von den Space Mariens aus Warhammer 40.000 (Games Workshop): http://wh40k-de.lexicanum.com/wiki/Imperium – und ist es auch!

Und dieser Beschreibung kann man zustimmen: es gibt KEINERLEI Nachweise im Netz für ein „Wirtschaftsregister für Deutsches & Schweizerisches Gewerbe, Industrie & Handel“, dieses Register ist quasi unter diesem Namen nicht existent. Wer da am Ende also eine Rechnung stellt, ist an dieser Stelle gar nicht abzusehen, ebenso auch nicht, welcher Leistungsumfang hier geboten wird.

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Immer wieder dubiose Branchenbuchdienste

Es ist nicht das erste Mal, dass wir vor undurchsichtigen und teuren Branchenbuchdiensten warnen. Teure Branchenbuchdienste imitieren gerne Behörden, bauen einen behördlichen Charakter auf oder ahmen den  kostenfreien Auskunftsdienst “Gelbe Seiten” nach und erwirtschaften so jährlich hohe Beträge.

So wie zum Beispiel dieses Schreiben, welches sich als Branchenbucheintrag ausgibt und um Überprüfung der Stammdaten bittet. Untrüglich erkennt man auf den ersten Blick die Nutzung der Corporate Identity der Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft mbH.

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Natürlich sind die Firmendaten, so wie sie dort in den jeweiligen Briefen erwähnt sind, korrekt. Eine Überprüfung dieser Firmendaten ist natürlich völliger Unsinn und ein an den Haaren herbeigezogenes Argument, um den Empfänger dazu zu bewegen, ein Feedback zu senden.

Darum funktioniert dieser Brief

Betrachtet man den Brief als Ganzes, so wird man bemerken, das die oberen Drittel des Briefes keinerlei Informationen darüber geben, dass es sich um einen kostenpflichtigen Eintrag in ein Branchenverzeichnis handelt. Mehr noch: Aufbau, Schriftwahl und Farbgebung suggerieren sehr deutlich, dass es sich um den Marktführer “Gelbe Seiten” handelt. Wie auch eingängig bekannt, ist dieser Eintrag in seiner Grundform kostenlos.

Der Datenpool von Gelbe Seiten basiert auf kostenlosen Grundeinträgen (Name, Anschrift, Telefonnummer) der Deutschen Telekom AG.
(Quelle: FAQ Gelbe Seiten)

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Erst im unteren Drittel des Briefes werden klare Angaben über Herkunft und Kosten gemacht, sowie auch die Angabe, dass man es hier nicht mit den “Gelben Seiten” zu tun hat. Die Kosten belaufen sich auf 99 €/Monat, man wird auch direkt auf 2 Jahre Vertragslaufzeit festgesetzt.Macht also satte 2376 € für einen mauen Eintrag in einem Onlineportal.

Wird hier bewusst erst im letzten Teil des Briefes auf die wahren Ziele aufmerksam gemacht? Spekuliert man, dass die jeweiligen Empfänger an dieser Stelle bereits unkonzentrierter lesen, da sie sich bei einem anderen Absender wähnen?

Ausdrücklich distanzieren?

Die Frage, die sich nun stellt: warum distanziert sich der Absender denn so ausdrücklich von den Gelben Seiten?

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Scheint man sich für eine eventuell bewusst hervorgerufene Irreführung rechtfertigen zu müssen? Dieser Satz wäre nämlich völlig unnötig, wenn man eine andere Farbgebung, sowie auch einen anderen Briefaufbau genutzt hätte, welche nicht den Eindruck erwecken würden, es handle sich um ein Anschreiben der Gelbe Seiten Marketing Gesellschaft mbH.

Abstand halten!

Wer solche Briefe oder auch Faxmitteilungen bekommt, sollte sich überlegen, ob ein Eintrag in einem solchen Portal sinnvoll ist – oder schlichtweg einfach nur teuer ohne jegliche Relevanz. Im Netz findet man eine Vielzahl an regionalen Branchenbüchern, welche auch teilweise sehr schlecht und unübersichtlich gegliedert sind.

Genaues Lesen hilft – hier geht es um viel Geld. Im Zweifel lieber Abstand von einem solchen Angebot nehmen.