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Ein ziemlich blutiges Video wird derzeit auf Facebook kräftig geteilt. Zu sehen ist eine Maschine, in der eine Kuh positioniert ist. Die Maschine dreht sich um 180 Grad, so dass einige Männer die Kuh leichter lebendig die Kehle aufschlitzen können. Eine solche Schlachterei soll nun in Neuss entstehen. Was ist da dran?




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In dem Facebook-Beitrag steht:

„Deutschlands größter Schlachthof für ‚halal‘-Fleisch soll in Neuss entstehen. Nun ich habe für JEDEN der glaubt das ist doch nicht sooooo schlimm und beim Schächten wird die Würde des Tieren ja geachtet…und und und reines Gelaber mal ein nettes Video das die Realität solcher Schlachteanlagen zeigt…ICH bin aus dem Fach und KEIN Vegetarier , aber das hier ist für mich bestialisches Foltern hilfloser Tiere für religiös genannten Mumpitz in der heutigen zeit der Kühlhäuser ohne jeglichen noch vorhandenen traditionellen Hintergrund…genauso wenn nicht NOCH abartiger wie Beschneidungen.“

Woher kommt das Video?

Bereits im Mai 2015 berichteten wir über diese Apparatur. Damals hieß es dass dies in einem deutschen Schlachthof gefilmt wurde, jedoch konnten wir herausfinden, dass das Video in einem französischen Schlachthof gefilmt wurde. Die Aktionsgruppe L214 verbreitete das Video, gemäß einem Interview mit der Gruppe im Jahr 2013 wir auch in Frankreich diese Schlachtmethode nicht mehr angewandt, nachdem L214 und Andere die Firma Charal deswegen verklagte. Mehrere Inspektionen in verschiedenen Schlachthöfen bestätigten dies.




Wie sieht es in Deutschland aus?

In Deutschland kam diese Maschine an Schlachthöfen nie zum Einsatz, da es veterinärerechtlich nicht erlaubt ist. Es geht um die Schlachtweise des Apparates, da dieser das Tier nicht erschießt bevor es geschächtet wird. Wir haben im Zuge unserer Recherchen klare Aussagen bekommen, dass auf Schlachthöfen in Deutschland dieser Umlegeapparat nie zum Einsatz kam.

Aber vielleicht entsteht jetzt in Neuss doch so ein Schlachthof?

Bereits im Dezember 2015 berichtete RP-Online, dass der Iraner Amir Baharifar im alten Schlachthof im Neusser Barbaraviertel einen Fleischzerlegebetrieb gegründet hat, um Halal-Fleisch anbieten zu können und wurde deswegen von Tierschützern angefeindet. Zum damaligen Zeitpunkt, so Baharifar, war aber nocht nicht klar, ob der seit 2004 stilliegende Schlachthof einfach neu eröffnet oder ein neues Genehmigungsverfahren aufgenommen werden muss.

Anfragen bei der Stadt Neuss und dem Veterinärsamt

Da wir nun wissen wollten, ob jene Statusmeldung eventuell der Wahrheit entspricht, sagte man uns, dass im Kreis Neuss, in Grevenbroich, tatsächlich ein neuer Schlachthof für Hala-Fleisch entstehen solle, dies sei allerdings schon seit Mai 2016 geplant gewesen, zuständig sei das Veterinärsamt.

Das Veterinärsamt gab unserem „Telefon-Joker“ Super-Mike eine ausführliche Antwort bezüglich jener Pläne:

„Ein Halal-Schlachthof im Kreis Neuss ist nicht geplant. Derzeit liegen weder ein Bauantrag vor, noch andere Anträge, die dafür erforderlich sind. Die Diskussion über einen solchen Schlachthof existiert schon seit 2015 und hat auch zu heftigen Reaktionen geführt. Dem hat sich der Amtsleiter persönlich angenommen. Es mag zwar sein, dass besagter Iraner mit dem Gedanken gespielt hat, einen solchen Schlachthof zu bauen, aber wie gesagt, liegen derzeit keinerlei Anträge dazu vor. Dies ist dann auch mit diversen Auflagen verbunden, die sowohl mit der Kreisbehörde als auch mit dem Landesveterinäramt abgesprochen werden müssen.“

Fazit

Es gibt zwar Diskussionen über einen solchen Schlachthof für Halal-Fleisch in Neuss, jedoch schaut es nicht danach aus, als ob dieser in absehbarer Zeit eröffnen würde. Und selbst wenn, dann würden diese Maschinen sicher nicht zum Einsatz kommen.

Noch ein letztes Wort zu Halal-Fleisch

Viele sind ja der Meinung, dass halal bedeutet, dass das Tier dabei lebendig und bei vollem Bewusstsein sein muss. Dies ist jedoch nicht der Fall.
Wenn ein Tier halal geschlachtet wird, muss der Kopf des Tiers gen Mekka zeigen, und während der Schlachtung wird ein Gebet gesprochen. Jetzt aber der wichtige Teil:

In dem Buch „Grundzüge islamischer Religion“ der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB), einer Art Leitfaden der türkischstämmigen muslimischen Bevölkerung in Deutschland, steht auf Seite 319:

„Wenn das Tier mit Elektroschock betäubt wird, muss es, bevor das Tier stirbt, nach der richtigen Art und Weise geschächtet werden, in diesem Fall ist das Fleisch essbar.“

Sprich: Das Betäuben des Tieres widerspricht nicht den Halal-Regeln.