Du hast es selbst in der Hand, deinen Blutdruck während des Surfens niedrig zu halten. Du kannst es ganz alleine schaffen, deine Atmung zu kontrollieren und dich vor der Schnappatmung zu bewahren.

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Der Schlüssel dazu ist Zeit. Es ist die Zeit, die du dir nimmst, in Ruhe die Eckpfeiler eines Internetinhaltes anzuschauen. Dann erübrigt sich im Anschluss so mancher virtueller Wutausbruch und auch das kotzende Emoji kommt vielleicht nicht mehr ganz so häufig zum Zuge. Also nimm dir die Zeit, genau jene Inhalte, die dich auf die Palme bringen, kurz auf ein paar Eckdaten zu prüfen.

Keine Angst, wir lassen dich dabei nicht im Stich. Im Gegenteil, ein paar dieser Checkpunkte, welche wirklich einfach zu überprüfen sind, nennen wir dir in diesem Artikel. Das ist keine Zauberei und du musst dafür auch keine komplizierten Studiengänge absolviert haben. Du musst dir lediglich (leider immer und immer wieder) die Zeit nehmen, diese paar Punkte anzuschauen.

Skandal!

Willkommen in der Welt des Internets, in der Welt der sozialen Netzwerke und der Welt, in der jeder theoretisch zum Sender werden kann. Diese Art des Informationszugangs ist etwas ganz Tolles, denn wir haben die Möglichkeit, uns durch eine Vielzahl von Informationen zu wälzen. Wir sind nicht abhängig von nur einer einzigen Zeitung, einem einzigen TV-Sender oder einer einzigen Webseite, sondern haben ein riesiges Spektrum an Informationsmöglichkeiten. Nutzen wir sie, aber nutzen wir sie auch bewusst!

Nutzen wir das Internet auch mit dem Wissen, dass in diesem riesengroßen Informationsfeld auch Falschmeldungen umherschwirren. Manche sind unabsichtliche Fehler, manche stellen absichtlich gestaltete Manipulationen dar und andere wiederum sind aus reinem Spaß an der Freude eine Satire. Alle existieren. Das ist schon der erste Punkt: Man muss sich bewusst sein, dass auch manipulativ gestaltete Netzinhalte, Falschmeldungen oder eben Satire existieren.

Wer schreibt?

Daher ist unser erster Tipp, wenn man auf einen Netzinhalt stößt, der ein Stirnrunzeln hervorruft, sich einmal anzuschauen, wer da überhaupt schreibt. An dieser Stelle ist das Impressum einer Webseite die erste Adresse. Seriöse Webseiten, ja auch seriöse Satirewebseiten haben in der Regel ein lückenloses Impressum (sofern sie beispielsweise die Länderkürzel .at oder .de haben). Darin ist ersichtlich, wer der Betreiber einer Webseite ist und wie man diesen kontaktieren kann.

Das sollte auch gleichzeitig ein positives Merkmal einer Webseite sein. Bei redaktionellen Inhalten ist zudem die Nennung des entsprechenden Autors nicht schlecht, so dass man weiß, aus wessen Feder ein Inhalt geflossen ist. Neben dem Impressum haben manche Webseiten auch einen „Über uns”/„About me”-Teil. Darin wird dann oftmals der Charakter einer Webseite beschrieben.

Hierbei löst sich oftmals schon das erste Problem, das man mit so manchen Inhalten hat: Ein fehlendes Impressum oder gar unsinnige Impressumsangaben sind in den meisten Fällen kein gutes Zeichen (es gibt da nur sehr wenige Ausnahmen). Oftmals sind es gerade anonym betriebene Blogs, die mit krassen Geschichten die Gemüter erhitzen. Ferner geben sich an diesen Stellen Satireangebote zu erkennen und man kann sich somit zurücklehnen und muss sich nicht über einen Inhalt aufregen, sondern darf schmunzeln.

Wenn man nun also weiß, wer eine Webseite betreibt und auch welchen Charakter eine Webseite hat, fällt es oftmals auch recht leicht, einen Inhalt für sich bewerten zu können.

Was lese ich da überhaupt?

Zudem ist es noch von Wichtigkeit, kurz einen Blick auf die Kategorie bzw. den Charakter von Webinhalten zu werfen. Gleichsam wie in Printmedien gibt es natürlich auch Unterschiede in den Darstellungen. Das ist vor allem dann wichtig, wenn man aufgrund von Facebookteasern oder generell der Vorschaufunktion in sozialen Netzwerken nicht mehr direkt unterscheiden kann, ob man ein Sensationsblättchen vorliegen hat oder eine ruhige Berichterstattung.

Im Kontrast zu einer ruhigen und nüchternen Berichterstattung steht eben der sogenannte Boulevardjournalismus bzw. Sensationsjournalismus. Der Name entstammt dem Ort, an dem die Sensationsblätter früher verkauft wurden: auf der Straße – dem „Boulevard“. Bunt, knallig und laut – der Boulevardjournalismus ist recht unterhaltsam, aber eben nicht immer besonders tiefgründig und manchmal auch etwas vorschnell. Er arbeitet zudem an so einigen Stellen lieber mit Vermutungen, anstat mit ausführlichen Hintergrundinformationen.

Die Titel sind reißerisch gestaltet, oft sehr dick gedruckt und prägen sich gut ein, da sie sprachlich einfach gehalten sind. Die Aufmachung ist sensationsorientiert und die Bilder werden gerne übergroß dargestellt. Der Aufbau des Inhalts lädt meist nicht zum Diskutieren ein, sondern verleitet zum einfachen Schwarz-Weiß-Denken.

Die Schlagzeilen sind eines der wichtigsten Elemente im Boulevardjournalismus. Ein Beispiel: Würde ein Wissenschaftsmagazin die eher unscheinbare Überschrift „Asteroid „2016 QA2″ im Juni mit erdnahem Vorbeiflug erwartet“, würde eine Boulevardzeitung aus demselben Thema eine Schlagzeile wie „Todesasteroid kann Weltuntergang im Juni bringen“ formen. Du bemerkst den Unterschied?

Mikrokosmos: Kategorien

Aber auch innerhalb von Informationsangeboten kann es zu unterschiedlichen Darstellungsweisen kommen. Zum einen haben einzelne Autoren natürlich ihre Nuancen, zum anderen gibt es auch klare Gattungen, die eben härtere Töne anschlagen, was ganz bewusst so gestaltet ist. Hier gibt es beispielsweise die klassische Kolumne. Kolumnen sind ein sehr interessantes Element im Journalismus. Man findet sie überall – in Tageszeitungen, Boulevardzeitungen oder Magazinen. Sie sind häufig als Kolumne gekennzeichnet und befinden sich bei seriösen Medien meist an der gleichen Stelle.

Es ist recht wichtig, eine Kolumne zu erkennen und zu wissen, was sie ist. Denn eine Kolumne ist ein Meinungsbeitrag. Sie spiegelt die Meinung einer Journalistin oder eines Journalisten wieder. Daher nennt man JournalistInnen, die regelmäßig Kolumnen verfassen, auch KolumnistInnen. Kolumnen erscheinen regelmäßig und sind meist von denselben AutorInnen verfasst. Hier erzählen die AutorInnen eine Geschichte, die häufig in der Ich-Form verfasst ist. Die Kolumne ist ein Meinungsbeitrag und muss sich daher nicht auf eine Nachricht beziehen.

Neben der Kolumne gibt es die Form des Kommentars. Der Kommentar ist eine klar meinungsäußernde Darstellungsform. Nachrichten werden im Kommentar reflektiert, also sprachlich bewertet, wobei eine persönliche Stellungnahme stets inbegriffen ist. Der Kommentar erfordert eine eigene Meinung, aber auch ein Fazit, also eine Schlussfolgerung, und ist klar formuliert. Kritiken und Rezensionen beispielsweise sind Sonderformen des Kommentars.

Noch spezieller ist die Glosse. Eine Glosse unterscheidet sich von der Kolumne und dem Kommentar im Wesentlich insofern, als dass sie einerseits das aktuelle Geschehen zum Gegenstand hat, dabei aber andererseits ironisch und sarkastisch ist, und in jedem Fall eine Meinung transportiert. Sie ist stilistisch hochwertig und zeichnet sich des Weiteren durch ein hohes Fachwissen in Bezug auf den glossierten Gegenstand aus.

[Anmerkung: Definitionen mit freundlicher Genehmigung durch wortwuchs.net]

Die Satire

Eigentlich gehört die Satire in den vorherigen Absatz, doch sie nimmt immer häufiger eine Sonderstellung ein, da viele Menschen eine Satire nicht erkennen, gleichzeitig aber auch satireartige Inhalte als literarisches Kampfmittel genutzt werden.

Die Satire an sich ist eine Kunstform, mit deren Hilfe Personen, Ereignisse oder Zustände kritisiert, verspottet oder angeprangert werden. Ein typisches Stilmittel ist beispielsweise die Übertreibung.

Der wesentliche Punkt an dieser Stelle ist meist: Erkenne eine Satire und verstehe sie auch als solche. In den meisten Fällen wird, wie eingangs bereits geschrieben, der Satirecharakter einer Webseite bereits im Impressum kommuniziert. Handelt es sich bei Webseiten jedoch nicht um ein durchgehendes Satireangebot, dann findet sich meist über oder unter dem entsprechenden Satireinhalt die Anmerkung, dass es sich um eine Satire handelt.

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(Screenshot: WELT)

Neben diesen Formen der Satire existiert jedoch mittlerweile eine Mischform von Satire und Falschmeldung, die sich speziell auf Blogs und Webseiten findet und bei der bewusst Inhalte verdreht und verbreitet werden. Diese Form tritt häufig als Rechtfertigung für bewusst falsche und krude Darstellungen auf sowie auch der Erteilung einer Eigenabsolution, falls man eine Falschmeldung von sich gegeben hat. An diesen Stellen wird die Satire schlichtweg als Begrifflichkeit instrumentalisiert.

Nennen wir diese Form des Deckmantels einfach mal „Rechtfertigungssatire”. Sie wird auf Blogs und Webseiten betrieben, welche ursprünglich keinerlei Satirecharakter haben.

Nimm dir die Zeit!

Viele Fragen, viele Überreaktionen und auch viele Unstimmigkeiten würden sich in Luft auflösen, wenn man eben diese wenigen Schritte verinnerlicht.

  • Wer schreibt?
  • Welchen Chrakter hat die Webseite?
  • Welcher Gattung gehört der vorliegende Text an?

Darauf basierend knüpfen dann die klassischen Prüfpunkte an:

  • Inhaltlicher Gegencheck –> Suchmaschinen nutzen
  • Bildercheck –> Rückwärtssuche

Danke für deine Zeit!

Begriffserklärung unter Nutzung und freundlicher Genehmigung von:
http://wortwuchs.net/kommentar/

Artikelvorschau: Antonio Guillem / Shutterstock.com

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