Ein angebliches Rundschreiben der Militärpolizeilichen Dienstes aus dem Jahre 1948 macht auf Facebook die Runde. In diesem steht, dass die Alliierten Untersuchungskommission festgestellt hätte, dass in diversen Konzentrationslagern keine Menschen mit Giftgas getötet wurden.

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Um dieses Dokument geht es:

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Im Wortlaut:

                                                           ABSCHRIFT
Militarpolizeilicher Dienst       Wien 1.10.1948
                                                10. Ausfertigung

         R u n d s c h r e i b e n         Nr.31/48
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1. Die Alliierten Untersuchungskommissionen haben bisher
    festgestellt, dass in folgenden Konzentrationslagern
    keine Menschen mit Giftgas getoetet wurden:
    Bergen-Belsen, Buchenwald, Dachau, Flossenbuerg, 
    Gross-Rosen, Mauthausen und Nebenlager, Natzweiler,  
    Neuengamme, Niederhagen (Wewelsburg), RavensBruek,
    Sachsenhausen, Stutthof, Theresienstadt.
    In diesen Faellen konnte nachgewiesen werden, dass Ge-
    staendnusse durch Folterungen erpresst wurden und Zeugen-
    aussagen falsch waren.
    Dies ist bei den KV-Erhebungen und Einvernnahmen zu be-
    ruecksichtigen.
    Ehemalige KZ-Haeftlinge, welche bei Einvernahmen Angaben
    ueber die Ermordung von Menschen, insbesondere von Juden,
    mit Giftgas in diesen KZ machen, ist dieses Untersuchungs-
    ergebnis zur Kenntnis zu bringen.  Sollten sie weiter auf
    ihre Aussagen bestehen, ist die Anzeige wegen falsher
    Zeugenaussage zu erstatten.

2. Im RS 15/48 kann P. 1 gestrichen werden.
                                 Der Leiter des MPD.:
                                      Mueller, Major
Fuer die Richtigkeit
  der Ausfertigung:
  Lachout, Leutnant             L.S.        (Seal)

F.d.R.d.A.:
Republik Oesterreich   Ich bestaetige hiemit, dass ich am 1.Oktober 1948
Wachbataillon  Wien    als Angehoeriger des militaerpolizeilichen Dienstes
    Kommando           beim Alliierten Militaerkommando die Richtigkeit
   (Signature)         der Pundschreiben-Ausfertigung gemaess  18 Abs.4
                       AVG beglaubigt habe.
 
                                     Wien     27 Oktober 1987   (Signature)

Hierbei handelt es sich um das Lachout-Dokument und dies ist ein gefälschtes Rundschreiben!

Wikipedia: Das Lachout-Dokument ist ein gefälschtes Rundschreiben, mit dem der Einsatz von Giftgas in einer Reihe von Konzentrationslagern (z. B. Mauthausen, Bergen-Belsen oder Groß-Rosen) widerlegt werden sollte.

Es wurde von dem Österreicher Emil Lachout (* 1928) auf Deutsch verfasst. Das Schreiben stellt sich als Dokument des „Militärpolizeilichen Dienstes” des „Alliierten Kommandos” dar und ist auf den 1. Oktober 1948 datiert. Lachout selbst unterzeichnete als Leutnant des „Wachbataillon Wien – Kommando” für die Richtigkeit der Ausfertigungen. Der Inhalt des Schreibens besteht aus zwei Punkten, von denen der erste die „Feststellung” ist, dass es in den aufgeführten Konzentrationslagern keine Ermordungen durch Giftgas gegeben hätte. Die österreichische neonazistische Zeitung „Halt” publizierte das Dokument erstmals im November 1987. In der Folge wurde es auch von weiteren österreichischen und bundesdeutschen rechtsextremen Zeitschriften nachgedruckt und verschaffte seinem Verfasser Lachout einige Aufmerksamkeit als neuem Kronzeugen des Revisionismus.

Das Schreiben und sein Inhalt wurden schnell als Fälschung entlarvt.

Inhaltlich sind die Morde durch Giftgas, unter anderem in Mauthausen, längst historisch und juristisch bewiesen. Auch eine Reihe formaler Mängel weisen auf die plumpe Fälschung hin. Es gab weder ein „Alliiertes Kommando” noch einen „Militärpolizeilichen Dienst”. Da Österreich bis 1955 keine eigenen Streitkräfte unterhielt, kann 1948 auch kein „Wachbataillon Wien” bestanden haben. Des Weiteren waren die zulässigen Amtssprachen Englisch, Französisch und Russisch – keinesfalls jedoch Deutsch. Die alliierten Behörden unterstanden auch nicht der österreichischen Rechtsordnung, die auf dem Dokument angegebene „Bestätigung” nach österreichischem Verwaltungsrecht ist daher absurd. Lachout selbst war niemals Angehöriger der österreichischen Exekutive und konnte 1948, im Alter von 20 Jahren, auch keinen Leutnantsrang bekleidet haben.

Nach sieben Jahren Ermittlung wurde am 9. Mai 1994 vor dem OLG Wien ein Strafverfahren gegen Lachout eröffnet, welches am 4. Juni 1996 eingestellt wurde, da Lachout attestiert wurde, dass er nicht in der Lage sei, rechtsverbindliche Erklärungen abzugeben. Auch ein neuer Prozess am 1. Juli 1997 vor dem Landgericht Wien wurde letztlich aufgrund eines psychiatrischen Gutachtens abgebrochen, welches Lachout aufgrund seiner „querulatorisch-paranoiden Einstellung“ für verhandlungsunfähig erklärte. Da es ihm jedoch zuvor erfolgreich gelungen war, das Ermittlungsverfahren mit Eingaben und Beschwerden – die ein Volumen von ca. 12.500 Seiten erreichten – über sieben Jahre zu verzögern, stieß die Entscheidung des Gerichts auf Kritik und war unter anderem Gegenstand einer parlamentarischen Anfrage an den österreichischen Justizminister.

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