Göttingen: „Task Force Cybercrime“ der Polizeiinspektion Göttingen warnt vor neuer Masche

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Angesichts einer aktuell neu aufgetretenen Betrugsmasche raten die Ermittler der „Task Force Cybercrime/Digitale Spuren (TFCC/DS)“ des Zentralen Kriminaldienstes der Polizeiinspektion Göttingen zu besonderer Vorsicht.

Anfang April erhielt eine 37 Jahre alte Frau aus dem Landkreis Göttingen einen Telefonanruf von einem angeblichen Mitarbeiter ihrer Volksbank. Dieser sendete ihr per SMS einen Link zu einem Sicherheitsupdate für ihr Onlinebanking, das die Geschädigte auch installierte.

Was die 37-Jährige nicht wissen konnte: Als Absender der SMS war zwar die „Volksbank“ angegeben, jedoch wurde diese Information von dem wirklichen Absender durch technische Tricks verfälscht. Passwörter oder andere sicherheitsrelevante Daten wurden während des anschließenden Gespräches von dem angeblichen Mitarbeiter nicht abgefragt.

„Stattdessen hatte der Betrüger durch die Installation des als Volksbank-Update getarnten Trojaner mit dem Namen ‚Marcher‘ anschließend Zugriff auf das Mobiltelefon der Geschädigten und konnte so auf das mobile Banking und die dafür benötigten mobilen Transaktionsnummern (mTAN) zugreifen“,

sagt dazu Henning Müller, Cybercrime-Ermittler bei der Göttinger Spezialeinheit „TFCC/DS“.

Noch am selben Tag wurden die beiden Konten der Geschädigten leergeräumt. Es entstand ein Gesamtschaden in Höhe von rund 2.000 Euro.

„Der für die Tatausführung genutzte Trojaner ist bereits bekannt“,

so Henning Müller weiter.

Auch eine unangekündigte Zusendung des entsprechenden Internetlinks per SMS ist nicht ungewöhnlich. In der Kombination mit einem Telefonanruf und des Versands einer SMS während dieses Gespräches ist dieses Phänomen allerdings bislang noch nicht im Bereich Göttingen aufgetreten.

Jacqueline Emmermann vom Präventionsteam der Göttinger Polizei gibt angesichts dieses neuen Phänomens folgende Tipps:

  • Beziehen Sie nur Apps aus vertrauenswürdigen Quellen! Zusätzliche Sicherheit bietet es, die Funktion zum Herunterladen aus unbekannten Quellen in den Sicherheitseinstellungen zu sperren.
  • Sofern der Link geöffnet wurde, führen Sie keine sensiblen Transaktionen mehr übers Smartphone durch. Aktivieren Sie einen Virenscanner und stellen das Gerät auf Werkseinstellungen zurück; denken Sie an eine vorherige Sicherungskopie.
  • Banken und deren Mitarbeiter versenden üblicherweise keine SMS mit Internetlinks zu Programmupdates. Sollten Sie einen ähnlichen Anruf oder eine SMS erhalten, seien Sie bitte misstrauisch. Notieren Sie sich die Namen, Rufnummern und die Anrufzeit und vergewissern Sie sich durch einen Rückruf bei Ihrer Bank. Veranlassen Sie entsprechende Sicherheitsmaßnahmen.
  • Sollten Sie bereits das Opfer einer derartigen Straftat geworden sein, dann erstatten Sie so schnell wie möglich Strafanzeige bei Ihrer nächsten Polizeidienststelle.

Durch eine schnelle Sachverhaltsaufnahme sind die Ermittlungen in diesem Bereich der Kriminalität viel erfolgversprechender.

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