“NICHT ALLES IST IMMER SO WIE ES SCHEINT!”

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

So beginnt auf Facebook ein Statusbeitrag, der im April 2018 veröffentlicht wurde! Und wenn man sich das dazugehörige öffentliche und abonnierbare Facebook-Profil ansieht, dann passt der Titel zurecht: “Nicht alles ist immer so wie es scheint!”.

Der Grund dafür ist, dass wir dieses Profil nun schon sehr lange beobachten und dass mittlerweile kein Tag vergeht, an dem wir keine Anfrage zu diesem Facebook-Profil bzw. den dazugehörigen Statusbeiträgen bekommen. Selten haben wir ein Profil gesehen, das Tag für Tag so viel Unwahrheiten ans Tageslicht bringt. Warum dieses Profil so handelt und mit den Emotionen der Nutzer spielt bzw. andere Nutzer ausnutzt ist klar, es geht hier um REICHWEITE, denn Reichweite und Interaktion sind auf Facebook Trumpf.

Postet man einen Beitrag, wird dieser sich ohne Hilfe nicht groß weiter verbreiten. Man muss also entweder Geld in die Hand nehmen und diesen bewerben, damit er bei der Zielgruppe im Newsfeed erscheint oder man nimmt also einfach einen Post, der sich von selbst viral verbreitet, weil man weiß, dass auf die „Kraft der Empörung“ Verlass ist. Funktioniert immer. Ausnahmslos.

Ob es ein blutüberströmter – oder tätowierter Hund ist, eine Katze, die an den Ohren hochgehalten wird oder angeblich ausgesetzte Hunde. Egal. Sobald Tierleid im Spiel ist, kennen manche Facebooknutzer keine Grenzen. Es wird geteilt, seiner Empörung Luft gemacht, dabei teilweise übelste Beschimpfungen und sogar unverhohlene Morddrohungen in die Welt hinaus geblasen, sich ereifert. Und das in einem Stil, bei dem selbst wir, die wir nun wahrlich viel zu sehen bekommen, mit den Ohren schlackern.

Nun aber zu den eigentlichen Anfragen, die wir erhielten!

image

Quelle: Öffentlicher Facebook-Statusbeitrag

Wir haben hier eine emotionale Geschichte, welche in Verbindung mit einem toten Hund veröffentlicht wurde. Diese Geschichte kennen wir bereits, denn schon im Jahre 2016 wurde diese auf Facebook immer wieder veröffentlicht. Wir haben damals sehr ausführlich darüber berichtet.

KEINER der Ersteller hat jemals eine Quelle angegeben, daher können wir nicht sagen ob die Geschichte stimmt – oder nicht. Für uns ist dies eine nicht prüfbare Behauptung.

Was wir aber wissen ist, dass es sich nicht um diesen Hund gehandelt hat, den man auf dem Foto erkennen kann.

Im Jahre 2012 wurde das Bild schon einmal auf Facebook veröffentlicht. Damals unter dem Titel:

Die Geschichte von Prince.

Die Geschichte von Prince. Prince, ein wunderschöner Rottweiler lebte seit er ein Baby war bei den Watsons und er liebte sein kleines Rudel. Eines Tages, Amanda war gerade einmal 5 Jahre alt, ließen die beiden ihre kleine Tochter zusammen mit Prince allein zu Haus … Prince würde, wie er es immer tat, schon gut auf sie aufpassen. Als die beiden aus dem Kino wieder nach Hause kamen, stand Prince über und über mit Blut beschmiert vor ihnen um sie freudig zu begrüßen und ihnen zu zeigen, dass er gut aufgepasst hatte. Niemand hätte der Kleinen in seinem Beisein auch nur ein Haar krümmen können. Doch die Watsons dachten, Prince hätte ihre Tochter angefallen und schwer verletzt … schliesslich war Prince ja ein „Kampfhund“.  Mister Watson erschoss Prince noch bevor er ihnen zeigen konnte, was wirklich geschehen war. Als die Watsons im Kinderzimmer ihre völlig verängstigte, jedoch unversehrte Tochter vorfanden, fragten sie sie: „Was um Himmels Willen ist denn hier passiert, Amanda?“  Amanda antwortete:  „Ein Einbrecher war hier und er hatte ein Messer. Doch Prince hat solange mit ihm gekämpft, obwohl dieser Typ immer wieder mit dem Messer auf ihn eingestochen hat, bis er gewonnen hatte und der Mann davongelaufen ist … ich hatte solche Angst und wenn Prince nicht gewesen wäre … wo ist Prince überhaupt?

Um diesen Beitrag ging es im Jahr 2012

image

Die Geschichte war damals erfunden!

Das Foto stammte aus dem Jahre 2007 und dürfte von dieser Seite auf “FLICKR” stammen. Dieser Rottweiler hat einen Polizisten angegriffen und diese haben ihn daraufhin erschossen!  Dies geschah in Brasilien!

-Mimikama unterstützen-

Weil du diesen Bericht zu Ende gelesen hast…

Kannst du uns bitte einen kleinen Gefallen tun? Mehr Menschen denn je lesen die Artikel von mimikama.at, aber die Werbeerträge sinken rapide. Anders als andere Organisationen haben wir keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle Interessierten so offen wie möglich halten. Der unabhängige Enthüllungsjournalismus von mimikama.at bedeutet jedoch harte Arbeit, er kostet eine Menge Zeit und auch Geld. Aber wir tun es, weil es wichtig und richtig ist, in Zeiten wie diesen Internetnutzer mit transparenten Informationen zu versorgen. Wir hoffen, dass du es schätzt, dass es keine Bezahlschranke gibt: Unserer Auffassung nach ist es demokratischer für Medien, für alle zugänglich zu sein und nicht nur für ein paar wenige, die sich dieses "Gut" leisten können. Durch deine Unterstützung bekommen auch jene einen Zugang zu diesen Informationen, die es sich sonst nicht leisten könnten. Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und mag, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama.at auch weiterhin geben.

Folgende Unterstützungsmöglichkeiten bieten wir an: via PayPal, via Patreon, via Steady