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Es wirkt wie eine bittere Pille, wenn man jene Meldung der TAZ liest: In

Cardiff, England, sollen Flüchtlinge nun immer ein rotes Armband tragen, um Essen bekommen zu können. Sofort fühlt man sich an die gelben Armbänder mit dem Judenstern aus dem Dritten Reich erinnert. So unglaublich es klingt – Die Geschichte ist wahr. Doch ist sie noch aktuell?

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„Flüchtlingsmarkierung in Großbritannien: Die mit den roten Armbändern

Eine Firma in Cardiff zwingt Flüchtlinge, rote Armbänder zu tragen. Nur dann erhalten sie Essen. Die Markierung führte zu Beschimpfungen der Einwohner.“

…so berichtete die TAZ.


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Das Bild des Armbands – Sarkasmus?

Die Meldung selbst ist schon zynisch genug, der Screenshot in der Vorschau des TAZ-Artikel macht es nicht unbedingt besser: „Willkommen“ steht dort in deutsch und arabisch auf dem Armband. Dabei handelt es sich allerdings nicht um das Armband aus Großbritannien, sondern um ein Willkommensgeschenk des Kölner Bistums, was man allerdings nur sieht, wenn man auch den Artikel der TAZ liest.

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Das echte Armband sieht hingegen so aus:

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Quelle: The Guardian / Gareth Everett/Huw Evans Agency

Warum das Armband?

Laut dem walisischen Unternehmen „Clearsprings Ready Homes“, welches von der Regierung für die Unterbringung von Flüchtlingen beauftragt wurde, solle das Armband die Essensausgabe an Flüchtlinge erleichtern. Dadurch solle verhindert werden, dass sich Nichtberechtigte ebenfalls Essen besorgen.
Der Nachteil jenes Armbandes liegt jedoch auf der Hand:
Von der Unterbringung bis zur Essensausgabe ist es meistens ein Fußweg von ca. 10 Minuten. Maher, ein 41jähriger anerkannter Flüchtling, sagte dazu dem Guardian:

„Wenn wir die Straße entlang laufen, sieht jeder dieses auffällige rote Armband. Jeder weiß wann, wer wir sind und wo wir wohnen. Wir fühlen uns nicht gleichberechtigt in dieser Gesellschaft. Ich versuchte bei jeder Gelegenheit, das Armband zu verstecken, um nicht komisch angesehen zu werden.“

Mogdad Abdeen, 24, ein Menschrechtsaktivist aus dem Sudan, der dort ebenfalls wohnte, sagte:

„Das Armband ist Diskriminierung, klar und deutlich. Kein Armband, kein Essen. Wir fühlten uns wie Menschen zweiter Klasse. Manchmal, wenn wir draußen waren, beschimpften uns vorbeifahrende Leute aus dem Auto heraus, wenn sie das Armband sahen.“

Hat sich in der Sache etwas getan?

Am Montag, den 25. Januar 2016, äußerte sich schließlich ein Sprecher von „Clearsprings Ready Homes“ zu den Vorwürfen der Diskriminierung:

„Wir versuchen immer, unsere Dienstleistung zu verbessern. Ab heute werden wir die Verwendung der Armbänder einstellen und nach einer alternativen Möglichkeit suchen.“

Innerhalb der nächsten Wochen wird wahrscheinlich ein neues, manuelles System zur eindeutigen Identifizierung von Flüchtlingen vorgestellt, dabei handelt es sich allen Anschein nach um spezielle Ausweise mit Foto.

Fazit:

Die Meldung ist wahr, tatsächlich mussten Flüchtlinge in Cardiff dauerhaft ein rotes Armband zur Identifizierung tragen. Aufgrund massiver Proteste der Öffentlichkeit und der Regierung wurde jenes System nun eingestellt, ein alternatives, weniger auffälliges System kommt bald.

Es ist schade, dass „Clearsprings Ready Homes“, welche das System seit Mai 2015 verwendeten, nicht selbst darauf gekommen sind, wie sehr doch jenes Armband-System einer vernünftigen Integrierung von Flüchtlingen schadet. Besser spät als nie gab es aber nun ein Einsehen.

Autor: Ralf, mimikama.at

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