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„Einen Cheesburger, Pommes und eine kleine Cola… und bitte ohne Ölreste diesmal“. Klingt komisch? Nicht, wenn man den „Netzfrauen“ glaubt, denn die behaupten, dass man bei McDonalds bald nur von Robotern bedient wird. „I, Robot“ oder lockere Schraube? Wir zücken den Werkzeugkasten…

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Status

„Kritik wegen Arbeitsbedingungen bei McDonalds?
Lösung gefunden – kennen Sie McRobots?“

Sapperlot! Also keine freundlich lächelnde Bedienung mehr, die einem mit einem strahlenden Lächeln das Fastfood überreicht? Tausende Arbeitslose drohen? Wir lesen weiter:

„Eine neue Attraktion soll in den USA die Computerfreaks in die Filialen locken. Ronald hat ausgedient – die Robots kommen. Etwa 25 000 Roboter will McDonalds dieses Jahr einsetzen. Dieses wurde bereits schon vor Monaten bekannt, doch nun wird es wirklich ernst und die erste Filiale in Phönix, Arizona wird am 4. Juli eröffnet.“

Domo arigato, Mr. Roboter!


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Okay, das mit den ständig lächelnden Mitarbeitern haben wir erfunden. Die Arbeitsbedingungen dort sind hart, das Gehalt nicht gerade königlich. Davon aber mal abgesehen wäre dies für Kunden eine dankbare Alternative, arbeiten Roboter doch recht zügig und korrekt, auch organisierte Streiks und Krankmeldungen würde es eher selten geben. Für die (noch) menschlichen Mitarbeiter ist dies allerdings alles andere als gut, so formieren sich laut den „Netzfrauen“ schon die ersten Proteste in den USA.

Drehen wir mal die Schrauben fester!

So neu ist die Meldung der „Netzfrauen“ nicht, denn bereits im Mai 2015 berichtete die Seite „News Examiner“ von den vielleicht mit Getriebeöl kontaminierten Burgern, die uns in Zukunft bevorstehen. Schade finden wir aber, dass für das Vorschaubild der Kopf der hübschen Asiatin dem des Roboters QRIO von Sony weichen musste.

vergleich

Da sind wir aber mal nicht so streng, schließlich soll das Bild ja nur symbolisch sein. Ein wenig rostiger wird es aber, wenn wir uns den Inhalt des Artikels ansehen.

Namen? Was sind schon Namen!

Laut dem Artikel der „Netzfrauen“ hat ein McDonalds-Sprecher namens „Paul Horner“ diese Meldung gegenüber CNN bestätigt, da McDonalds der Mindestlohn zu hoch sei. Einen Link zu jener Bestätigung gibt es natürlich nicht, deswegen gehen wir auch nur kurz auf Paul ein:
„Paul Horner“ ist ein Running Gag der Seite „News Examiner“. Wann auch immer irgendwo irgendwas passiert, ist Paul dabei. Er führte die erste Kopftransplantation durch, ist der echte Graffiti-Künstler „Banksy“ und wurde als 15-jähriger verhaftet, weil er masturbiert und sich somit selbst vergewaltigt habe.

Ihr merkt vielleicht schon, worauf es hinausläuft:
Der „News Examiner“ gehört zu den vielen englischsprachigen Seiten, die gerne mal reale News mit Fake-News vermischen, deren Hauptautor „Paul Horner“ verewigt sich dabei selber gerne in jenen Artikeln, wie auch bereits „Snopes“ in einer Übersicht der bekanntesten Fake News-Seiten berichtete.

Fazit:

Es sind diese Momente, in denen uns die „Netzfrauen“ schon ein wenig leidtun. Nein, eigentlich nicht. Sie bashen ja gerne gegen Großkonzerne und ungesundes Essen, und womöglich wollten sie mit dieser Nachricht zum Wochenende noch mal einen Knaller loslassen. Hat aber nicht funktioniert. Zahlreiche Kommentare unter ihrem Artikel wiesen sie bereits darauf hin, dass es sich um einen Hoax handelt, wir sind gespannt, ob darauf ansprechend reagiert wird.

Es ist heutzutage schwer, echte News von Fake-News zu unterscheiden. Man braucht ein Auge dafür, besonders, wenn man viele Fans hat und eine gewisse Verantwortung gegenüber den Lesern hat. Man möchte gut informieren und wahrheitsgetreu bleiben. Das klappt nicht immer, wie man hier gut sieht.

Jedenfalls werden wir uns weiterhin mit menschlichen Bedienungen bei McDonalds abfinden, denn diese Meldung der „Netzfrauen“ ist ein astreiner Hoax. Macht aber nix. Von Menschen bedient zu werden, ist uns auch angenehmer, und wenn es nur ein kurzer Flirt ist. Das zaubert dann auch ein Lächeln auf das Gesicht.

Mimikama – Wir tanzen den Robot, sind aber keine

 

Autor: Ralf, mimikama.at