Kannst du uns einen kleinen Gefallen tun? Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und hilfreich findet, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama.at auch weiterhin geben. Folgende Möglichkeiten bieten wir an: via PayPal,via Steady, via Banküberweisung
- Sponsorenliebe | Werbung -

Killerinsekten auf dem Vormarsch, ihr seid alle geliefert, seht es endlich ein.

Uns erreicht die Anfrage zu einem „neuen“ Killerinsekt, also schauen wir mal nach, wie neu es ist, was es ist, woher es kommt und inwiefern es UNS direkt betrifft, wobei UNS semiregional Nordeuropa ist.

image

Uberviral.de verteilt die Meldung über die „kissing bugs“, der Biss eines der Viecher kann für den Menschen tödlich sein, sie sind in Amerika auf dem Vormarsch und von da ist es ja nur noch ein Katzensprung zu uns.

Es handelt sich um Blutsauger, die so ziemlich alles ansaugen, was Haut und Blut besitzt. Eine Karte zeigt die Verbreitung in Nordamerika. Es liest sich so, als ob die Biester erst jetzt dort aufgetaucht seien. (1)

Neu?

Neu sind sie nicht die in Amerika als „kissing bugs“ bekannten Blutsauger sind wissenschaftlich unter dem Namen Triatominae bekannt, sie sind eine Unterfamilie der Familie der Raubwanzen. Ihr Hauptverbreitungsgebiet sind die amerikanischen Tropen, Mexiko und Zentralamerika.

Sie sind aber tatsächlich schon in Nordamerika gefunden worden, hauptsächlich in den wärmeren, südlichen Staaten.


SPONSORED AD


Es ist also nicht neu und kommt nicht wirklich bei uns vor.

Die von den Tieren teilweise verbreitete Krankheit ist hingegen eine echte Gefahr für den Menschen, kommt aber in Europa nur sehr selten vor. Die sogenannte Chagaskrankheit endet unbehandelt in 10% der Fälle tödlich. (2) (3)

Moment

Aber Moment erinnert uns das alles nicht an etwas? Insekt, Blutsauger, Krankheit? Genau, wir haben in Europa die Zecke und FSME, in Deutschland eher selten, weil hier immer wieder auf die Wichtigkeit einer entsprechenden Impfung hingewiesen wird. Dennoch liegt die Sterblichkeitsrate bei circa einem Drittel aller Infizierten. (4)

Das soll auf keinen Fall die eventuelle „Bedrohung“ durch die Triatominae nicht schmälern, aber um zu einer hinreichenden Bedrohung zu werden, müssten sie in Europa Fuß fassen, mit dem Klima zurechtkommen, eine ausreichend große Population bilden und – ganz wichtig – mit dem Chagaserreger infiziert sein. Ich sage nicht, dass es unmöglich ist, ich sage aber auch, dass die Wahrscheinlichkeit doch eher gering ist.

Uberviral scheint da etwas heftig uberreagiert zu haben.

-Mimikama unterstützen-

Weil du diesen Bericht zu Ende gelesen hast…

Kannst du uns bitte einen kleinen Gefallen tun? Mehr Menschen denn je lesen die Artikel von mimikama.at, aber die Werbeerträge sinken rapide. Anders als andere Organisationen haben wir keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle Interessierten so offen wie möglich halten. Der unabhängige Enthüllungsjournalismus von mimikama.at bedeutet jedoch harte Arbeit, er kostet eine Menge Zeit und auch Geld. Aber wir tun es, weil es wichtig und richtig ist, in Zeiten wie diesen Internetnutzer mit transparenten Informationen zu versorgen. Wir hoffen, dass du es schätzt, dass es keine Bezahlschranke gibt: Unserer Auffassung nach ist es demokratischer für Medien, für alle zugänglich zu sein und nicht nur für ein paar wenige, die sich dieses "Gut" leisten können. Durch deine Unterstützung bekommen auch jene einen Zugang zu diesen Informationen, die es sich sonst nicht leisten könnten. Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und mag, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama.at auch weiterhin geben.

Folgende Unterstützungsmöglichkeiten bieten wir an: via PayPal,via Steady