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Enthält Grippeimpfstoff 25.000 Mal mehr Quecksilber als Trinkwasser?

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Das Impfen von Säuglingen und kleinen Kindern ist seit einiger Zeit ja immer wieder in der Kritik. Nachdem das Impfen ja erst angeblich Autismus auslösen sollte (was ja bereits ausführlich beleuchtet und revidiert wurde, z.B. hier: http://de.wikipedia.org/wiki/MMR-Impfstoff) wird derzeitig eine Meldung vom Juli 2014 wieder heiß diskutiert.

Worum geht es?

Es geht um diesen Statusbeitrag auf Facebook:

Enthält Grippeimpfstoff 25.000 Mal mehr Quecksilber als Trinkwasser?

In dem erwähnten Bericht wird beschrieben, dass sich neben anderen „giftigen Metallen“ vor allem Quecksilber in Impflösungen befinden soll, das unter anderem Autismus auslösen soll (das Thema wurde ja weiter oben schon behandelt).

Hier ein Zitat aus dem Text:

„Thiomersal, ein Quecksilberderivat, wird als Konservierungsstoff zugesetzt. Jede Dosis von 0,5 ml enthält 50 mcg [Mikrogramm] Thiomersal ([weniger als] 25 mcg Quecksilber). Jede 0,5-ml-Dosis kann auch Rückstände von Ovalbumin ([bis zu] 0,3 mcg), Formaldehyd ([bis zu] 25 mcg) und Natriumdeoxycholat ([unter] 50 mcg) aus dem Herstellungsprozess enthalten.«

So weit, so gut. Aber was ist dran?

Einfach ausgedrückt: Gar nichts. Das oben angesprochene Thiomersal wird bereits seit 2001 im größten Teil der Impfstoffe nicht mehr verwendet.

Bei den noch verbleibenden wenigen Reststoffen ist zwar Thieomersal vorhanden. Allerdings ist er so gering dosiert, dass er niemandem mehr schaden kann. Auch andere in dem Text angesprochene „Fakten“ sind entweder so nicht korrekt oder schlicht und ergreifend nicht wahr!

Info: Bei Kindern unter 6 Jahren wird sowieso kein Mittel verwendet, das Thiomersal enthält. Und allein das Bild zielt schon offensichtlich darauf ab, ungeachtet der Faktenlage Emotionen hervorzurufen und damit eine extrem subjektive Anti-Impf-Grundhaltung zu erzeugen.

An der Stelle noch ein kleiner Auszug aus dem Text:

„Doch trotz all dieser zusätzlichen Schadstoffe werden Schwangere, Ältere und kleine Kinder von den Gesundheitsbehörden jedes Jahr zur Impfung getrieben. Machen Sie sich nichts daraus, dass jeder dieser Inhaltsstoffe ein bekanntes Neurotoxin ist, unwichtig, dass Formaldehyd ein bekannter Krebsauslöser ist – stellen Sie sich einfach an und holen Sie sich Ihre Grippeimpfung ab, weil die Regierung sagt, sie sei gut für Sie!“

Stopp. Wie oben beschrieben sind keine „Neurotoxine“ in diesen Lösungen vorhanden.

Weiterhin wird niemand zur Impfung „getrieben“. Sie wird empfohlen. Und das meiner Meinung nach völlig zurecht. Kinderkrankheiten sind nämlich alles andere als schön.

Für die Eltern nicht. Und für die Kinder erst Recht nicht. Generell scheint dieser Artikel sehr hetzerisch geschrieben worden zu sein und unter Ausblendung bestehender Fakten. Grund genug, sich einmal mit der Homepage zu befassen, Kopp.de

Kopp-Verlag oder „Ist Obamas Frau ein Transvestit?“

Erfahrene Leser sollten schon einmal über den Namen gestolpert sein, verfügt die Seite doch bereits über einen gewissen „Bekanntheitsgrad“.

Schon ein grober Überblick über die verfassten Berichte macht klar, mit was sich die Seite befasst – Angstmacherei.

Von einem angeblichen Virus, das Menschen dumm macht über giftige Kugeln in der Zahnpasta bis hin zu deutschen Soldaten, die für die USA in den Krieg ziehen sollen ist so ziemlich alles vertreten. Leider oftmals reichlich hanebüchen und bar jeder Grundlage. Dafür umso besser geeignet, Angst und Zorn und schüren.

Fazit:

Der Bericht “Grippeimpfstoff 25.000 Mal mehr…” ist nicht mehr als ein Versuch unter dem Deckmantel des „Enthüllungsjournalismus“ bares Geld aus den Taschen der Menschen zu ziehen.

Aus persönlicher Erfahrung als Krankenpfleger kann ich sagen, das eine Impfung einer ausgewachsenen Kinderkrankheit wie Mumps oder Röteln jederzeit vorzuziehen ist.

Wenn Unsicherheit besteht, sollte man den Kinderarzt befragen und sich gegebenenfalls eine zweite Meinung einholen. Und am Wichtigsten: Solche Berichte wie den obigen immer mit einem kritischen Auge betrachten.

Infos zur Impfung:

Infos zu Kopp.de:

Autor: Kai Ochmann, mimikama.at