Verschiedene wohltätige Einrichtungen dürften eine E-Mail bekommen haben, in denen sie über eine anstehende große Spende informiert werden.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Wir spielen ja ungerne den Griesgram, bzw. wollen nicht irgendwem die Laune verderben, aber leider handelt es sich bei diesen E-Mails um sogenannten Scam, der einen am Ende sogar teuer zu stehen kommen kann. Wer also diese Mail mit dem Betreff „Glückwünsche glücklicher Gewinner” bekommt, kann im Grunde schon direkt die Löschtaste betätigen.

Wer typischen Scam kennt, rechnet dabei zumeist mit irgendwelchen Ölscheichs oder Stammesfürsten, die einem viele Millionen $ vermachen. Hier ist die Story jedoch interessanter, denn die genannte Absenderin gibt es wirklich und sie hat tatsächlich im Lotto gewonnen. Der gesamte Text dieser Scam-Mail lautet:

Hallo,
Sie haben eine Spende von 5.000.000,00 EUR gewonnen, ich habe am 23. August 2017 den Power Ball Jackpot in Höhe von 758.700.000 (siebenhundertachtundfünfzig Millionen siebenhunderttausend Dollar) gewonnen und spende derzeit fünf Millionen Euro an einen glücklichen Gewinner auf jedem Kontinent der Welt .
Ich bin derzeit in den Kategorien Wohltätigkeitsorganisationen, Einzelpersonen und Unternehmen oder Körperschaften, also hast du in einer dieser Kategorien gewonnen, ich tue dies aus der Güte meines Herzens und ich fühle mich verpflichtet, meinen glücklichen Gewinn zu einem glücklichen Gewinner zu teilen zufällig, gerade wie ich diese riesige Summe zufällig gewonnen habe. Kontaktieren Sie mich für weitere Informationen unter: maviswanczykusa@yahoo.com
Überprüfen Sie den folgenden Link für die Bestätigung:  http://www.telegraph.co.uk
Bitte vergessen Sie nicht, sich mit mir in Verbindung zu setzen, um weitere Informationen darüber zu erhalten, wie Sie Ihre Spende erhalten können: maviswanczykusa@yahoo.com
Grüße
Mavis Wanczyk

Die echte Mavis Wanczyk

Mavis Wanczyk aus Massachusetts knackte einen 759-Millionen-Dollar-Jackpot. Diese Geschichte ging im August 2017 weltweit durch die Medien. Der Spiegel berichtete beispielsweise:

Ausgesorgt

So viel Geld hat in der US-Geschichte noch keine Einzelperson beim Lotto gewonnen: Mavis Wanczyk knackte einen 759-Millionen-Dollar-Jackpot. Was hat sie gemacht, als sie davon erfuhr? Gekündigt.

Insofern steht fest: Ja, es gibt die reale Person Mavis Wanczyk und auch diesen riesigen Lottogewinn.

Der Scam-Fake

Dieser riesige Gewinn hat Scammer jedoch dazu animiert, daraus eine Fake-Story zu basteln: Mavis Wanczyk würde angeblich diese Millionen an wohltätige Einrichtungen spenden. Diese Geschichte erschien zuerst auf englisch, wurde mittlerweile jedoch auch auf deutsch übersetzt. Bereits im August 2017 hat das Chicopee Police Department diesbezüglich eine Warnung veröffentlicht:

Diese Warnung können wir uneingeschränkt übernehmen und weitergeben. Es gibt E-Mails-Accounts, die sich als Mavis Wanczyk ausgeben. Wer darauf eingeht, findet sich anschließend in einem Scam Betrug wieder. Die Folge aus dem Schriftverkehr ist, dass die Betrüger auf der anderen Seite irgendwie immer einen Vorschuß benötigen, bevor sie angeblich den Betrag senden können. Bitte nicht darauf hereinfallen!

Watchlist-Internet informiert: Was ist Scamming?

Kriminelle treten mit Internet-Nutzer/innen in Kontakt und fordern von ihnen für in Aussicht gestellte Leistungen Vorschusszahlungen. Bei den versprochenen Leistungen kann es sich beispielsweise um ein hohes Erbe, eine Traumwohnung oder eine Gewinnauszahlung handeln. Die Täter/innen nennen zahlreiche Gründe, weshalb weitere Geldzahlungen erforderlich sind. Die in Aussicht gestellte Gegenleistung gibt es dafür nicht.

Am Anfang des Scammings schreiben Kriminelle Internet-Nutzer/innen über soziale Netzwerke oder per E-Mail an. Ebenso ist es möglich, dass sie günstige Produkte oder Wohnungen auf Kleinanzeigenplattformen inserieren. Ihr Ziel ist die Rückmeldung von möglichen Opfern. Damit es zu dieser kommt, stellen sie beispielsweise ein hohes Erbe oder preislich sehr günstige Warenangebote in Aussicht. Eine andere Möglichkeit ist der Beginn einer vermeintlichen Internet-Romanze.

Das Opfer reagiert

Sobald die angeschriebenen Personen eine Reaktion zeigen, haben die Kriminellen ihr erstes Ziel erreicht: Sie wissen, dass es ihr Gegenüber tatsächlich gibt. Damit kein Verdacht aufkommt, erzählen sie etwas über sich und bitten die Adressat/innen, dass sie es ihnen gleich tun. Es folgt die Bitte nach Übermittlung persönlicher Daten, wie zum Beispiel der eigenen Anschrift, der Bankverbindung oder der Telefonnummer.

Geldforderung erhoben

Sobald die Täter/innen mehr über ihr mögliches Opfer wissen, verlangen sie eine Geldzahlung ins Ausland. Diese soll meist mittels Bargeldtransferdienstleistern, wie zum Beispiel Western Union oder Moneygram, erfolgen. Der Grund dafür ist einfach: Diese Art der Überweisung ermöglicht es den Kriminellen, das Geld unmittelbar nach dem Transfer entgegenzunehmen. Dazu verlangen sie die Kopie eines Zahlungsbeleges, der sämtliche, für die Geldentgegennahme erforderlich Informationen beinhaltet.

Gründe für die Geldforderung

Die Täter/innen können – je nach Spielart des Vorschussbetrugs – die erste Geldzahlung damit begründen, dass für die Überweisung des Erbes juristischer Beistand zu bezahlen ist, Interessent/innen eine Kaution für die Wohnungsbesichtigung zahlen müssen oder sie finanzielle Unterstützung für ein Flugticket brauchen, damit sie ihre amouröse Bekanntschaft besuchen können.

Weitere Geldzahlungen notwendig

Wenn das Opfer die erste Geldzahlung leistet, haben sich die Verbrecher/inenn bereits finanziell bereichert: Die in Aussicht gestellten Gegenleistungen gibt es dafür nicht. Die Kriminellen nennen weitere Gründe, weshalb die Adressat/innen erneut Geld ins Ausland überweisen sollen. Dabei kann es sich beispielsweise um Vertragserichtungsgebühren, Probleme mit dem Zoll oder finanzielle Unterstützung handeln.

Kein Ende in Sicht

Die Kriminellen fordern solange Geldzahlungen, bis ihr Gegenüber erkennt, dass es dafür keine Gegenleistung gibt. Ab diesem Moment tauchen sie unter und sind nicht mehr für ihr Opfer erreichbar. Was bleibt ist verlorenes Geld. Erschwerend kommt hinzu, dass die Täter/innen über persönlicbe Informationen ihres Opfers verfügen. Sie können diese für Verbrechen unter fremdem Namen nützen.

Scamming grafisch erklärt


Woran Sie Scamming erkennen können.

Was tun Sie im Schadensfall?

Sollten Sie an Scammer/innen geraten sein, brechen Sie umgehend jeden Kontakt mit den Täter/innen ab. Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei und besprechen mit ihr das Vorgehen, das notwendig ist, damit Sie keinen weiteren Schaden erleiden. Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen – zum Beispiel mithilfe einer Suchmaschine – ob Ihre Daten im Internet veröffentlicht wurden. Ist das der Fall, schreiben Sie die Websitenbetreiber/innen an und ersuchen um Löschung der Einträge.

 

Zusammenfassung

Das Scamming oder den Vorschussbetrug erkennen Sie daran, dass sich Unbekannte bei Ihnen melden, von Ihnen die Bekanntgabe persönlicher Daten fordern und unter Vorspielung falscher Tatsachen Geldüberweisungen ins Ausland verlangen.

Weiterführende Links:

Quelle: Watchlist Internet

-Mimikama unterstützen-