Diese Mail stammt nicht von der Postbank

Postbank-Phishing: MobilTAN muss angeblich aktiviert werden.

Von | 14. November 2019, 13:11

Man muss kein Kunde der Postbank sein, um diese Phishing-Mail zu bekommen.

Doch wenn man ein Postbank-Kunde ist und diese E-Mail bekommt, in der man dazu aufgefordert wird, mit einem Klick auf einen Link seine MobilTAN zu aktivieren, kann man schon verunsichert sein. Allerdings handelt es sich bei dem Absender der Mail nicht etwa um die Postbank, sondern um Kriminelle.

So sieht die Mail aus:

Die falsche Mail der Postbank

Die falsche Mail der Postbank.

Der Inhalt der Mail:

Sehr geehrter Kunde,

Auf Ihrem Konto wurden Unregelmäßigkeiten festgestellt.
Vermeiden Sie das Blockieren und aktivieren Sie Ihre MobilTAN.
Tun Sie dies vor Samstag, 16 November 2019.

Jetzt Aktivieren

Haben Sie noch Fragen? Dann wenden Sie sich an den Kundendienst.

Mit freundlichen Grüßen,

Postbank

Ohne Onlineschutz gerät man nach einem Klick auf den in der Mail enthaltenen Link auf eine Login-Seite, die der Homepage der Postbank täuschend echt nachempfunden ist:

Die gefälschte Login-Seite der Postbank

Die gefälschte Login-Seite der Postbank.

Auf die URL achten!

Bei der sogenannten URL handel es sich um die Internetadresse einer Seite, die man oben im Browserfenster sieht. Darauf sollte man immer achten, denn ein genauer Blick zeigt, dass man sich gar nicht auf der offiziellen Seite der Postbank befindet:

Diese URL gehört nicht der Postbank

Diese URL gehört nicht der Postbank

„postnank“ klingt nur so ähnlich wie Postbank, und das nl als Domainendung für die Niederlande zeigt auch sehr gut, dass die Seite nicht einmal in Deutschland liegt.

Natürlich ist das hier ein Phishingversuch, der es auf die Daten für das Online-Banking von Postbank-Kunden abgesehen hat. Neben den Zugangsdaten werden über gefälschte Eingabefelder auch Adressdaten und natürlich sensible Bankdaten abgefragt.

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Unsere Tipps

Ist man bereits auf eine Phishing-Attacke hereingefallen, ist es wichtig, sofort alle verwendeten Passwörter und PINs zu ändern sowie die Kreditkarte beziehungsweise die Bankdaten beispielsweise durch eine Sperre unbrauchbar zu machen. Zudem sollte man einen ausführlichen Sicherheitscheck mit dem betroffenen Laptop, Smartphone und Co. durchführen sowie Anzeige bei der Polizei erstatten.

  • Phishing E-Mails versuchen grundsätzlich, so auszusehen, als stammten sie von dem entsprechenden Unternehmen. Mit ihnen versuchen Betrüger, an persönliche Daten zu kommen, vorzugsweise Bank- und Kreditkarten- oder sonstige Zahldaten.
  • Eine Schutzsoftware ist hilfreich! Bei aktualisierten Datenbanken und entsprechender Heuristik werden schädliche Seiten oftmals blockiert. Wir nutzen hierfür eine Kaspersky Schutzsoftware.
  • Die eigentliche „Kunst” dieser Mails ist die Geschichte, mit welcher der Empfänger dazu verleitet werden soll, der E-Mail zu trauen und den eingefügten Link zu öffnen. Hier spielen Ausdruck, Grammatik und Rechtschreibung sowie Plausibilität und auch Individualität eine sehr große Rolle. Speziell in der jüngeren Vergangenheit gab es zunehmend Mails, welche durch Individualität glänzten: Diese konnten den Empfänger mit korrektem Namen ansprechen und gaben auch tatsächliche Adress- und Personendaten an.
  • Generell ist zu beachten: Banken, Zahl- und Kaufportale fordern niemals mit Hilfe eines eingebauten Links zum Einloggen in das Konto auf! Zudem ist eine generische Anrede zwar immer ein Indiz für Phishing, eine vorhandene korrekte Anrede jedoch nicht der Beweis für die Echtheit einer Mail.
  • Tipp am Smartphone: Einen Link anklicken und halten, bis sich ein Dialogfenster mit der Linkvorschau öffnet. Daran kann man erkennen, wohin ein eingebetteter Link führen soll.
  • Niemals über einen Link einloggen, der per Mail gesendet wird, sondern immer die betreffende Seite per Hand in die Adresszeile des Browsers eintippen und dort einloggen. Sollten tatsächlich Ankündigungen des entsprechenden Dienstes vorhanden sein, werden diese dort angezeigt. Zusätzlich ist es nach Möglichkeit ebenso zu unterlassen, über öffentliche/fremde WLAN-Netze Bankgeschäfte zu tätigen, da man nie genau weiß, ob (und im Ernstfall von wem) diese Netze protokolliert werden.
  • Niemals reale Daten in die Formularfelder eintragen! Unter Umständen können die Daten bereits während des Tippens an die Betrügerdatenbank weitergeleitet werden, ohne dass man mit “weiter” bestätigt.
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