Norddeich –  Der 67-jährige Erwin P. kann sein Glück kaum fassen. Noch vor wenigen Tagen musste er mit einer Pension von knapp 800 Euro im Monat auskommen, nun braucht er sich um steigende Heizkosten oder teure Medikamente keine Gedanken mehr zu machen.

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Via Norddeutsche Nachrichten. Auf seinem Sparkassen-Konto liegen 52 Millionen US-Dollar, das sind mehr als 48 Millionen Euro. „So viel Geld werde ich in meinem Leben nicht mehr ausgeben können!“, freut sich der Rentner. Doch wie kam es zu diesem unerwarteten Reichtum? Wie viele erfolgreiche Menschen hat auch Erwin P. einfach nur im richtigen Moment die richtige Entscheidung getroffen. „Ein Bekannter erzählte mir von E-Mails, die er bekommen hatte, in denen ihm großer Reichtum versprochen wurde, wenn er nur seine Kontoverbindung angibt. Aber er hielt das für unseriös und löschte sie.“, berichtet uns der Rentner, als wir ihn in einem Hamburger Luxushotel zum Tee treffen. Daraufhin hörte er sich um und fand in Gesprächen mit anderen Internetnutzern heraus: Solche Mails sind ein Massenphänomen. Fast jeder hat schon mal eine bekommen, aber keiner antwortet darauf.

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„Ich dachte mir: Wie doof sind die denn alle? Wenn du mal so ne Gelegenheit siehst, dann greifst du zu!“.

Erwin P. setzte sich vor seinen Computer und wartete. Alle paar Minuten checkte er seinen Posteingang. Nach sechs Wochen, als er schon beinahe aufgeben wollte, fand er in seinem Spamordner den Hilferuf von einem Herrn Vandermerwe aus Südafrika. Erwin P. kann nicht besonders gut Englisch, aber mit Hilfe seines alten Wörterbuchs fand er schnell heraus, dass eine nigerianische Bank verzweifelt Empfänger für eine Millionensumme sucht, die von der US-Regierung als Entschädigungssumme vorgesehen ist.

Der rüstige Rentner antwortete umgehend auf die Mail, gab seine Kontodaten und seine Adresse an und nahm schliesslich einen Kleinkredit auf, um die von Herrn Vandermerwe geforderte Transaktionsgebühr in Höhe von 9.000 Euro per Western Union auf die Cayman-Inseln zu transferieren. „Die E-Mail war sehr höflich, der Absender handelt im Auftrag einer Bank und das Geld kommt von der US-Regierung. Wie kann man denn da an der Seriösität zweifeln?“, wundert sich Erwin P. und blickt durch das Fenster auf seinen neuen Bentley Flying Spur (577 PS, 180.000 Euro). Den Wagen hat er sich von dem vielen Geld geleistet, das wenige Tage nach seinem entschlossenen Handeln auf seinem Girokonto bei der Kreissparkasse einging. „Dazu bekam ich einen Dankesbrief von Herrn Vandermerwe, dass er nun endlich in Rente gehen kann“, freut sich der frischgebackene Millionär. „Seit fast zwanzig Jahren suchte der Bankangestellte einen Abnehmer für das Geld, zigtausend E-Mails hat er deshalb verschickt, aber niemand wollte es haben.“

Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, Klaus Müller, zeigt sich zerknirscht: „Jahrelang haben wir vor dem sogenannten Nigeria-Scam gewarnt und Internetnutzer davon abgehalten, auf diese E-Mails zu antworten. Dabei hätte jeder von ihnen Multimilionär werden können. Das war wohl ein Fehler. Sorry.“.

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Satire darf das.

 

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