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Cryptotrojaner – es kann jeden treffen. Der Ablauf ist immer derselbe: Nach einem fatalen Klick auf einen E-Mail-Anhang oder Downloadlink geht plötzlich gar nichts mehr – Verschlüsselungstrojaner versperren in kürzester Zeit den Zugriff auf alle Dateien.

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Die Polizei warnt vor Verschlüsselungstrojanern. Daniel Dittel, Sachbearbeiter im Team Cybercrime der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland betont, dass nach wie vor E-Mails mit schadhaften Anhängen versandt werden. „Diese Mails werden vor allem an Unternehmen versandt“ erklärt Dittel und ergänzt, dass bei der Ausführung oder dem Versuch die Anhänge zu öffnen, eine Schadsoftware freigesetzt wird, die das jeweils betroffene Rechnersystem verschlüsselt.

„In einigen Fällen griff die Verschlüsselung sogar auf andere, im Netzwerk befindliche Rechner oder Datensicherungen über!“ Auf den nunmehr verschlüsselten Systemen hinterlassen die Täter oftmals eine Nachricht, wie man durch die geforderte Zahlung seine Daten wieder entschlüsseln lassen kann.

„Es gibt keine Garantie, dass es nach einer Zahlung auch tatsächlich zu einer Bereinigung des Systems kommt und man anschließend wieder über seine Daten verfügen kann.“, so Dittel.

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Im Zweifel unterstützt man die kriminellen Machenschaften der Täter, ohne dass man wieder die Kontrolle über seine Daten zurückerhält! „Am Ende hat der PC-Nutzer doppelte Kosten, da man das System im Anschluss trotzdem zu einem IT Fachmann bringen muss!“ Ein beliebtes Medium sind auch falsche Bewerbungsmails an Unternehmen. Die Täter melden sich hierbei ganz gezielt auf bereits geschaltete Stellenanzeigen der Unternehmen.

Der Text im Anschreiben ist in der Regel in vernünftiger Sprache verfasst. Die von jungen Frauen bzw. Männern übersandten Bilder zeigen ein ordentliches Erscheinungsbild und sollen zudem das Vertrauen in die angebliche Authentizität der E-Mail steigern! Klassische Bewerbungsfakes sehen dann so aus:

Sehr geehrte Damen und Herren,
anbei erhalten Sie meine Bewerbung für Ihre in der Jobbörse bei der Arbeitsagentur ausgeschriebenen Stelle. Warum ich die Stelle optimal ausfüllen kann und Ihrem Unternehmen durch meine Erfahrung zahlreiche Vorteile biete, entnehmen Sie bitte meinen ausführlichen und angehängten Bewerbungsunterlagen.
Ich freue mich, wenn ich mich Ihnen noch einmal persönlich vorstellen kann.
Mit freundlichen Grüßen,
Janine Loerr

Wer die beigefügte ZIP-Datei öffnet, findet darin schädliche Dokumente, die sich als Bewerbungsunterlagen ausgeben. Mit diesen werden beispielsweise Verschlüsselungstrojaner eingeschleust, welche Dokumente unbrauchbar machen oder aber der Rechner wird unbemerkt in ein Bot-Netzwerk eingefügt. Neben den Dateien findet man auch ein nettes Lächeln in Form eines Bewerbungsfotos vor, welches eine gewisse Echtheit suggerieren soll..

Öffnet man dann allerdings eine der im Anhang befindlichen Daten, erhält man keinen Zugriff auf die „Bewerbungsunterlagen“, sondern setzt stattdessen den Verschlüsselungsvorgang in Kraft.

„Einen effektiven Schutz gegen diese E-Mails gibt es tatsächlich nicht, da nicht jede Antiviren-Software die Verschlüsselungstrojaner als solche erkennt,“ erklärt der Ermittler.

Die Polizei rät: Bleiben Sie skeptisch! Die effektivste Gegenmaßnahme bleibt die kritische Beurteilung der eingegangenen E-Mail durch den Personalsachbearbeiter. Gegebenenfalls versucht man mit dem Bewerber per E-Mail oder Telefon in Kontakt zu treten, denn in den meisten Fällen reicht die Vorbereitung der Täter soweit nicht.

Und wir sagen: „Zuerst denken – dann klicken!

via Pressemeldung Polizei