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“… die Japanerin am Nacken packen, schon könne man sich ihren Kopf in den Schoß drücken. Die machen dann schon mit.” Mit Aussagen wie diesen steht auf einmal ein bis dato unbekannter Mann in den Schlagzeilen: Julien Blanc, nach eigener Aussage “Pick Up Artist”.

Pick up Artist – was ist das?

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Hier können wir im Groben in diesem Artikel nur umfassen, dass es sich bei “Pick Up Artists” in erster Linie völlig neutral um “Flirt-Trainer” handelt, man darf in diesem Kontext auch den Begriff “Date-Doktor” oder “Charisma Coaches” nennen. Banal gesagt “Aufreißerkönige”. In der Grundintention steckt nun kein Gewalt- oder Vergewaltigungsszenario, sondern eine Hilfestellung für schüchterne Personen.

Bis zum Auftreten von Julien Blanc eine Sparte, die, bis auf einen amüsanten Kinofilm, kaum beachtet wurde.

Julien Blanc

Der polarisierende Date-Doktor

Nun kommt Blanc öffentlich mit sehr eigenwilligen Methoden und Aussagen daher. Zumindest wird er in den Medien mit genau diesen harten Aussagen zitiert.

Ich lief dort durch die Straßen und zog ihre Köpfe zu meinem Schwanz, Kopf zum Schwanz, Kopf zum Schwanz. It’s awesome.
(Quelle: taz )

„Mach die Fetten fertig, F*** die Hübschen“(Statement auf einem seiner Shirts)
„Sie wollen es doch nicht anders.“
(Quelle Welt.de )

„Am einfachsten ist es, Frauen den Hals zuzudrücken“
(Quelle: Stern)

Zu diesen Aussagen, speziell den Aussagen über Japanerinnen, existiert ein Video, welches er als eine Art Werbetrailer nutzt.

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Die Seminare von Blanc

Julien Blanc gehört zum Real-Social-Dynamics-Netzwerk (RSD), einer US amerikanischen Vereinigung von Flirttrainern. Innerhalb dieser Vereinigung soll Blanc als einer der Radikalsten gelten selbst eigene Kollegen und der Mitbegründer von RSD lassen Stimmen aufkommen, dass dieses Video “dumm” sei und einfach ohne Nachdenken gepostet wurde.

“I think Julien’s video was absolutely stupid,” Real Social Dynamics co-founder Owen Cook, who uses the name Tyler Durden online, wrote on the company’s Web site. “It was totally out of context and he posted it to get shock, not realizing the full outcome. I’m sorry about the video.”

(Quelle: Owen Cook, Mitbegründer RSD gegenüber der Washington Post)

Die polarisierende Art von Blanc scheint jedoch zu funktionierten: Die RSD-Seminare sind gut besucht und kosten bis zu 3000$ Teilnahmegebühr. Auch in Deutschland.

Petitionen und Aufrufe

Aufgrund der radikalen Aussagen formiert sich jetzt Wiederstand gegen RSD-Seminare, speziell in Berlin. Nachdem bereits in Australien Julien Blanc das Visum entzogen wurde und er somit das Land verlassen musste, versuchen nun Deutsche Aktivisten ein ähnliches Ziel zu erreichen. Da in Deutschland für Amerikaner kein Visum notwendig ist, sowie auch Blanc selbst hier kein Seminar abhält, wird hier mit Hilfe einer Petition versucht, Hotels und Politiker dazu zu bewegen, RSD-Seminare nicht stattfinden zu lassen.

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(Screenshot: avaaz )

Wie schon in der Vergangenheit, so müssen wir auch hier über Petitionen sagen:
Eine Petition hat in erster Linie keine rechtliche Relevanz. Speziell in dieser Form, gerichtet an eine nicht näher spezifizierte Angestelltengruppe (CEOs von Hotels), ist eine Petition zwar ein gutes Mittel um ein Meinungsbild zu zeigen, hat aber am Ende keinen Einfluss darauf, ob ein Seminar nun abgehalten wird oder nicht.

Wie auch schon früher von uns geschrieben: wer eine Petition unterschreiben möchte, kann dies jederzeit gerne tun. Jeder muss sich selber Fragen, ob eine Petitionszeichnung Sinn macht. Fest steht: der Empfänger ist nicht verpflichtet, dieser nachzugehen. Egal, wie viele Menschen gezeichnet haben. An dieser Stelle wollen wir auch keine Petitionen verteufeln, müssen jedoch auch darstellen, dass eine Petition keine Durchsetzungskraft hat.

Selbst Druck auf die Politik ist schwierig, da Verbote nur dann ausgesprochen werden können, wenn gegen geltendes Recht verstoßen wird. Nach Aussagen der Polizei, welche informiert ist, dass Seminare in Deutschland stattfinden, jedoch nicht wo genau, greife man ein, sobald ein Redner während eines RSD-Seminars strafrechtlich relevante Aussagen träfe.

Pick Up Artists = Der Teufel?

Bevor wir neutral auf dieses Thema schauen: die Aussagen von Blanc sind nicht vertretbar! Eine derartig entwürdigende Doktrine im Verhalten gegenüber Frauen (generell allen Menschen) ist auch in unseren Augen falsch und wiederstrebt unserer Auffassung von einem respektvollen Miteinander.

Wenn man jetzt aber dahergeht und grundsätzlich alle Flirttrainer, Date-Doktoren oder Pick Up Artists verteufelt, hat man mit der Pauschalisierung über das Ziel hinausgeschossen. Auch im Bereiche der Pick Up Seminare gibt es augenscheinlich unterschiedliche Qualitäten – anders kann man diese Forumskategorien nicht deuten.

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In nun verschiedenen deutschsprachigen Foren, die sich ausschließlich aufs Pick Up, also das “Aufreißen” konzentrieren, kann man einen kleinen Einblick bekommen. Wenn man hier nun ein wenig die Beiträge (sofern öffentlich) liest, sieht man recht schnell, dass es dort nicht um körperliche Gewalt oder um Vergewaltigungen geht, sondern eher Aufreißertipps gegeben werden.

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In wie weit nun dort abwertend geschrieben wird, muss jeder selbst bewerten. Der Tenor wird dort nicht niedriger sein, als an so manchen Stammtischen.

Das Flirtspiel zwischen Mann und Frau ist letztendlich ein Wechselspiel, doch sollte dieses immer unter Ausschluss von Gewalt und der Manipulation von Unterlegenen stattfinden, sondern in gegenseitigem Respekt.

Autor: Andre, mimikama.at