Ermöglicht das Peace-Zeichen auf Fotos den Diebstahl von Fingerabdrücken?
Ermöglicht das Peace-Zeichen auf Fotos den Diebstahl von Fingerabdrücken?
Kannst du uns einen kleinen Gefallen tun? Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und hilfreich findet, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama.at auch weiterhin geben. Folgende Möglichkeiten bieten wir an: via PayPal,via Steady, via Banküberweisung

Es mag etwas nach Science-Fiction klingen, doch ja, ein Forscher hat genau dies getan.

- Sponsorenliebe | Werbung -

Nutzer hatten uns gefragt, ob das Peace-Zeichen tatsächlich dafür missbraucht werden könnte, um Fingerabdrücke zu stehlen.

Es ist schon eine sehr beunruhigende Vorstellung, sollten Hacker tatsächlich in der Lage sein, Fingerabdrücke nur mittels Foto zu rekonstruieren. Wie gut, dass es bislang nur Forschern gelungen ist!

Und zwar dem General Direktor Isao Echizen des National Institute of Informatics (NII).

Am 16. Januar 2017 veröffentlichte der internationale News Anbieter Reuters ein Video über die Ergebnisse des japanischen Forschers.

Quelle: Reuters

Laut Echizen war es dem Team gelungen, Fingerabdrücke von Fotos zu rekonstruieren, die aus einer Entfernung von gut 3 Metern geschossen wurden.

Dies ist vor allem dann zu bewerkstelligen, wenn die Fingerabrücke im Fokus sind und gutes Licht darauf fällt – wie es zum Beispiel beim „Peace-Zeichen“ der Fall sein kann.

„If a fingerprint is stolen, if they’re able to copy that fingerprint, fake ones can be produced. One can use it to assume another’s identity, such as accessing a smartphone or breaking and entering into a restricted area such as an apartment.“

Echizen weist darauf hin, dass wenn dieser Diebstahl gelingt und gefälschte Fingerabdrücke hergestellt werden konnten, sich Betrüger Zugang zu Smartphones oder auch Wohnungen verschaffen könnten.

Sollte man sich nun Sorgen machen?

Nicht unbedingt. Denn zum Glück gelang dies bisher nur dem Forscher selbst. Fälle, in denen Hacker die Fingerabdrücke auf diese Art und Weise missbraucht hätten, sind bisher nicht bekannt.

Die Kollegen von Snopes weisen darauf hin, dass sich der Beitrag nicht unbedingt mit einer aktuellen Gefahr beschäftigt, sondern vielmehr die Ergebnisse der Forschung in den Vordergrund rückt.

Auch die Aussage des Forschers selbst deutet darauf hin, dass hier vorbeugend gearbeitet wurde:

„We’re the first in the world to use a commercial camera in extracting information based on fingerprints.“

„Wir sind die ersten auf der Welt, die eine kommerzielle Kamera verwenden, um Informationen basierend auf Fingerabdrücken zu extrahieren.“

Als nächstes werden so genannte „Biometric Jammers“ vorgestellt – transparente Folienaufkleber, die über die Fingerkuppen geklebt werden.

Dass sich zukünftige Hacker jedoch dieser Methode bedienen könnten, ist nicht auszuschließen.

Ergebnis:

Es ist theoretisch möglich, dass Fingerabdrücke mittels eines Fotos rekonstruiert werden können.

Gelungen ist dies bisher jedoch nur Isao Echizen, einem japanischen Forscher der NII.

Eine akute Gefahr geht von dieser Methode bis dato nicht aus. Wer sich jedoch trotzdem schützen möchte, sollte auf ein Peace-Zeichen vor der Kamera verzichten, Handschuhe tragen oder auf die „Biometric Jammers“ zurückgreifen.

-Sponsorenliebe-

Weil du diesen Bericht zu Ende gelesen hast…

Kannst du uns bitte einen kleinen Gefallen tun? Mehr Menschen denn je lesen die Artikel von mimikama.at, aber die Werbeerträge sinken rapide. Anders als andere Organisationen haben wir keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle Interessierten so offen wie möglich halten. Der unabhängige Enthüllungsjournalismus von mimikama.at bedeutet jedoch harte Arbeit, er kostet eine Menge Zeit und auch Geld. Aber wir tun es, weil es wichtig und richtig ist, in Zeiten wie diesen Internetnutzer mit transparenten Informationen zu versorgen. Wir hoffen, dass du es schätzt, dass es keine Bezahlschranke gibt: Unserer Auffassung nach ist es demokratischer für Medien, für alle zugänglich zu sein und nicht nur für ein paar wenige, die sich dieses "Gut" leisten können. Durch deine Unterstützung bekommen auch jene einen Zugang zu diesen Informationen, die es sich sonst nicht leisten könnten. Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und mag, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama.at auch weiterhin geben.

Folgende Unterstützungsmöglichkeiten bieten wir an: via PayPal,via Steady