Immer wieder bekommen Frauen auf Facebook dubiose Freundschaftsanfragen von Ihnen nicht bekannten Männern.

So wie auch eine Userin, die sich bei uns dazu gemeldet hat. Sie schreibt:

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Es handelt sich hierbei um: Romance- oder Love-Scamming!

Wie der Liebesbetrug im Internet konkret abläuft, erklärt unsere Kooperationspartner von der WATCHLIST INTERNET in einem Interview mit dem TV-Sender ServusTV:

Im Detail:

Immer wieder bekommt mimikama Anfragen zu Scamming-Fällen, zum Beispiel Kontaktaufnahmen über die Facebook-Chatfunktion, die aufmerksamen Usern dubios erscheinen. Welche Arten es von Scamming gibt und wie man den falschen Braten entlarven kann, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Jeder ging einem Freund schon einmal auf den Leim, doch was tun, wenn dieser Freund von Anfang nicht dein Freund war, sondern dir nur vorgemacht hat, dass er dein Freund wäre?

In der modernen Internetsprache nennt man dies dann “Scamming” (engl. scam “Betrug”), in Deutschland und Österreich aber auch unter dem Begriff “Vorschussbetrug” bekannt. Zumeist nehmen Scammer per E-Mail oder Chatanfragen Kontakt zu ihren Opfern auf. Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Formen von Betrugsmaschen definiert, doch haben sie alle eines gemeinsam:

Der Weg zum vermeintlichen Glück führt nämlich über Vorauszahlungen an den Betrüger.

Aber fangen wir von ganz vorne an, denn jeder hat schon mal den Namen Nigeria-Connection irgendwo einmal aufgeschnappt. Der älteste Trick überhaupt:

Nigeria-Scam (Nigeria-Connection)

Appelliert wird bei dieser Masche an die Güte eines Menschen. Getarnt unter einem humanitären Deckmantel, oft in Christi Namen wird eine Erbschaft angekündigt, die der Empfänger zum Teil für sich verwenden dürfe und zum anderen Teil für einen guten Zweck weiterleiten soll. Dem Betrogenen wird somit das Gefühl vermittelt, wohltätig zu handeln und zeitgleich einer sorglosen Zukunft entgegenzublicken. Die Beträge werden dabei so gering gewählt, dass das Opfer leichter ein Risiko eingehen würde.

Die Scammer geben dabei vor, Kenntnisse von Konten ehemaliger Machthaber oder Großkonzerne in Entwicklungsländern zu besitzen und die Hilfe des Mailempfängers zu benötigen, um die Millionensummen ins Ausland zu transferieren. In Aussicht gestellte Provisionen locken die Opfer und verleiten sie, im Vorfeld Gelder (Gebühren, Bestechungen etc.) zu überweisen.

Nicht selten werden hierbei täuschend echt gestaltete Webseiten verwendet, die auf den ersten Blick seriös wirken. Zum Repertoire der Nigeria-Scammer gehört aber ebenfalls der Treuhandbetrug, bei dem teure, meist elektronische Artikel gekauft werden, die dann ins Ausland verschickt werden sollen. Zur Zahlung wird ein Treuhänder hinzugezogen, der das Geld natürlich nicht an den Verkäufer weiterleitet, nachdem die Ware verschickt wurde.

Seit 2013 versuchen Nigeria-Scammer ebenfalls über Skype und Facebook Kontakt  zu potentiellen Opfern aufzunehmen.

Hinweise können sein:

  • kleine Veränderungen bei den E-Mail-Adressen der Absender
  • zumeist mit Logos, Fotos von leitenden Mitarbeitern und Telefonnummern von seriösen Banken oder Behörden getarnt
  • zweifelhafter Weg für das Geld –> über eine bestimmte Bank im Inland an eine große ausländische Bank zugunsten eines Empfängers, ohne Angabe einer Kontonummer

Romance-Scam (Love-Scam)

Versprochen wird hier die große Liebe. Diese Form ist mit besonders hohem emotionalen Stress verbunden und hat nur ein Ziel: dem “Liebsten” das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Auf Online-Partnerbörsen oder auch in sozialen Netzwerken stellen die Betrüger mit gefakten Profilen und gestohlenen Fotos Kontakt zu den Opfern her. Diese werden die erste Zeit mit Aufmerksamkeit, Liebenswürdigkeiten und sonstigen charmanten Maschen um den kleinen Finger gewickelt. Sobald sie eine Freundschaft oder eine potentielle Liebesbeziehung etabliert haben gehen sie einen Schritt weiter.

Sie geben vor, Geld für eine bestimmte Sache zu benötigen (zumeist emotionalen Inhalts, wie z.B. Geld für eine wichtige Operation, gestohlene Koffer und Pässe, unbezahlter Lohn, etc.) und haben dabei gute Chancen vom virtuellen “Partner” das verlangte Geld zu erhalten, da sie zu diesem Zeitpunkt schon emotional gebunden sind.

Beliebt ist ebenfalls die  Masche mit falscher Identität. Der Scammer gibt sich als amerikanischen Soldaten im Auslandeinsatz aus und gibt vor, dass er dadurch nicht an sein privates Geld kommt. Das Opfer soll mit dem Versprechen, er bekäme es so schnell wie möglich zurück, liebenswürdigerweise Geld via Western Union oder MoneyGram überweisen.

Besonders perfide dabei ist, dass sie mitunter Telefonate mit dem Opfer führen, um die persönliche Bindung noch enger werden zu lassen. Verwendet werden hierbei Skype oder Prepaidhandys, bei denen man nicht mehr nachvollziehen kann, wer der Inhaber ist.

Hinweise können sein:

  • locken mit persönlichem Treffen
  • ist unverschuldet in eine Notlage geraten
  • wenn gezahlt wurde, bittet er nochmals um Geld und verschiebt das Treffen

 

Apartment-Scam

Eine großartige Wohnung zum Schnäppchenpreis? Für Scammer gar kein Problem!

Eingeschleust bei Immobilienbörsen im Internet werden Wohnungssuchende auf den Holzweg geführt. Die Betrüger geben vor aus England oder Amerika zu stammen und eine Wohnung geerbt zu haben oder einst in Deutschland oder Österreich gearbeitet zu haben und die Wohnung weiter vermieten zu wollen.

Sobald das Opfer die erste Miete, sowie die Kaution vorgestreckt und auf ein in- oder ausländisches Bankkonto überwiesen hat, wird vom Scammer versichert, der Schlüssel werde über den Paketdienst DHL oder eine Agentur an den vermeintlichen Käufer verschickt. Falls die Wohnung doch nicht gefallen sollte, könne er reklamieren, den Schlüssel zurückschicken und das Geld wird retourniert.

Es ist klar, dass der Betrogene das Geld nie mehr wieder sieht, der Schlüssel nie ankommt und auch die Wohnung oft gar nicht existiert oder einem anderen Eigentümer gehört, der von dem Betrug nichts weiß.

Hinweise können sein:

  • Luxuriöse Wohnungen zum Spottpreis
  • der Vermieter möchte den Schlüssel per Post verschicken
  • eine Besichtigung der Wohnung vorab ist nicht möglich

Es gibt noch andere Unterarten dieser Betrugsmethode, die sich z.B. auf Job- und Urlaubsportale einschleichen. Doch die Mechanik ist immer die Gleiche.

Fazit:

Niemals einem Menschen Geld überweisen, den man nie persönlich kennengelernt oder gesehen hat! Internetbekanntschaften, die mit der Zeit nach Geld fragen oder sonstige Forderungen stellen, immer misstrauisch gegenüberstehen. Das Bauchgefühl sagt einem meistens schon von Anfang an, wenn etwas einen dubiosen Nachgeschmack hat.

-Mimikama unterstützen-