Dieser Profilviewer analysiert sogar anhand des Ergebnisses, ob man einen Verehrer hat.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Spielerei? Ganz bestimmt! Tauglichkeit? Nicht vorhanden.

Auf Facebook macht sich diese Profilviewerapp wie folgt bemerkbar:

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Abermals treffen wir hier auf eine App, welche sich an den Bildern der Freundesliste bedient und diese Bilder für eine Konstruktion nutzt, ohne den Abgebildeten zu fragen (siehe dazu auch das Spiel um den Seelenverwandten).

Mittels klick auf diesen Link gelangt man auf die Seite 99App, auf welcher die App direkt loslegt.

Wer sieht sich dein Profil am häufigsten an?

Wer verehrt dich heimlich?

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(Screenshot: 99App)

Die Seite 99App glänzt dabei mit fehlendem Impressum und keinerlei Datenschutzerklärungen. Man könnte den Anschein bekommen, dass es mittlerweile zum guten Ton gehöre, dass man einfach nicht mehr sagt, wer man sei und was man mit den Daten macht.

Der einzige weiterführende Hinweis auf der Seite ist Information “By Kravinskiy.COM – Webstúdió”, dabei handelt es sich um das Portal eines ungarischen Webdesigners. Hier gibt es zumindest eine vollständige Adresse, wenn auch in ungarischer Landessprache.

Zugriffe

Die Zugriffe, welche die App verlangt, sind nicht unbedingt tiefschürfend, sondern halten sich auf dem nötigen Level, um wunschgemäß funktionieren zu können.

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Es handelt sich dabei um den Zugriff auf das öffentliche Profil, sowie auf die Daten der Freundesliste. Das Ergebnis bekommt man auf einer externen Seite von Facebook angezeigt und kann hier noch entscheiden, ob man dieses Bild auf Facebook teilen möchte oder nicht.

Klatsch – da ist es im Newsstream

Und wieder werden Freunde einfach ungefragt in einem bestimmten Kontext gebracht. Man muss schon für sich entscheiden, ob man das möchte und ob diese Person das überhaupt will. Sollte sich die abgebildete Person beschweren (kann ja durchaus vorkommen, wer will schon eine Art “Stalker” sein”), dann kann man diesen Eintrag auf klassische Weise entfernen.

Man öffnet einfach dazu das Aktivitätenprotokoll, sucht den Eintrag und entfernt ihn.

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Und sollte man die App auch nicht mehr wünschen, kann man diese auch leicht entfernen:

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Einschätzung

Die App scheint letztendlich generell nicht böswillig zu sein, sondern eines der Produkte, mit welcher ein Webdesigner sein können unter Beweis stellt. Leider wird aufgrund der fehlenden Datenschutzerklärung nicht deutlich, welche Daten gespeichert werden und was mit diesen Daten geschieht. Es kann letztendlich durchaus möglich sein, dass rein gar nichts mit den Daten geschieht, jedoch gibt es keine Informationen über deren Verwertung.

Bedenklich ist jedoch, dass man Apps erlaubt, auf die Bilder Dritter zu greifen und auch außerhalb von Facebook darzustellen – zumindest nur für die Vorschau.

Abschließend bleibt jedoch ganz klar zu sagen: es gibt keine funktionierende Provilviewerapp. Facebook bietet schlichtweg keine Daten um den Besuch einer Person auf dem Profil zu analysieren. Daher ist auch fiese App nichts weiter als ein kleiner Zeitvertreib mit einem Zufallsergebnis.

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