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Wir bekommen momentan viele Anfragen zu einem Artikel auf „WorldFriends.de“, der die These aufstellt „Sie werden Nutella nie wieder anfassen nachdem Sie diese Bilder gesehen haben! Warum gibt es darüber so gut wie keine Informationen?“ garniert mit zwei furchtbaren Bildern von ermordeten Orang-Utans.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Der Artikel beginnt mit einigen Informationen zum Inhaltstoff Palmöl, wie es gewonnen wird, wie gesund oder eben ungesund es sein soll und dass es in vielen Produkten des täglichen Gebrauchs enthalten ist. Den Bogen zu Nutella schlägt der Artikel mit dem Satz:

„Sie fragen sich wahrscheinlich, welcher Zusammenhang zwischen Nutella und dem schrecklichen Bild auf der ersten Seite besteht.“

Anschließend wird die Inhaltsliste von Nutella erwähnt auf dieser befindet sich Palmöl nach Zucker an zweiter Stelle ist also einer der Hauptbestandteile. Natürlich befände sich Nutella nicht allein auf der schwarzen Liste der Produkte mit Palmöl, da gibt es noch weiter, die werden auch teilweise aufgezählt.

Erwähnt wird auch noch, dass man durch den Verzehr von Nutella nicht nur sich selber schade, sondern auch zulasse, dass eine der größten Umweltkatastrophen passiere. Für Palmöl werden Regenwälder abgeholzt, um mehr Ölpalmen zu pflanzen. Mehr als 85% des Öls würden in Malaysia und Indonesien produziert. Dort würden pro Stunde Waldgebiete in der Größe von 300 Fußballfeldern zerstört. Dabei würde auf die dort heimischen Tiere keine Rücksicht genommen. Besonders schlimm träfe es die Orang-Utans, sie würden auf der Suche nach Futter auch die Plantagen betreten und dort getötet oder gefangen und illegal verkauft.

Man möge beim nächsten Nutellabrot an diese armen Tiere denken.

Harter Tobak und viel zu bearbeiten.

Thema Gesundheit – da scheiden sich die Geister, die einen berufen sich auf den Anteil an gesättigten Fettsäuren und wie ungesund diese seien, die anderen heben die ungesättigten Fettsäuren und den Anteil an Carotin hervor und wie gesund dies alles sei. Da möge sich jeder die Veranstaltung suchen, die ihm, oder ihr, lieber ist und sich dort anschließen.

Die Bilder – sind nicht beide schon etwas älter, das eine gibt es seit 2009 laut der Exif Datei der ältesten auffindbaren Quelle, das andere stammt aus einem Prozess auf Borneo 2012, in diesem Prozess waren sowohl der Plantagenmanager, einer seiner Angestellten als auch zwei angeheuerte Wilderer angeklagt auf der Plantage Orang-Utans und andere gefährdete Primaten getötet zu haben. (www.dailymail.co.uk)

Wie steht es heute um die Palmölproduktion?

45% der produzierten Menge fließen – in die Tanks unserer Fahrzeuge als Anteil im Biosprit. (regenwald.org)

Aber was hat Nutella mit all dem zu tun?

Relativ wenig, ja in Nutella ist Palmöl, aha erwischt!

Aber, Ferrero folgt sehr strengen Auflagen bei der Verwendung von Palmöl. Fer­re­ro nutzt zu 100% phy­sisch se­gre­gier­tes Palm­öl, weiß wo es her­kommt und un­ter­stützt die Palm Oil In­no­va­tion Group (poig.org) .

Ferrero hat eine eigene Palmöl-Charta aufgestellt:

Die Palmöl-Charta soll Ferreros Engagement für eine sozial und ökologisch nachhaltige Palmölproduktion über die bereits angewendeten Zertifizierungssysteme hinaus bekräftigen. Die Ferrero Palmöl-Charta enthält eine Reihe zusätzlicher Kriterien, die an die Lieferanten weitergegeben werden. Darüber hinaus sieht sie ein Kontrollsystem vor, mit dem Fortschritte und Einhaltung der Vorgaben vor Ort überwacht werden. Mit dem Ziel, die Erwartungen seiner Mitarbeiter und Konsumenten zu erfüllen, geht Ferrero gemeinsam mit seinen Lieferanten neue Wege, um Abholzung und Ausbeutung zu unterbinden und Wälder mit hohem Kohlenstoffbestand zu schützen.

Nachfolgend die zehn Prinzipien unserer Palmöl-Charta, deren Einhaltung wir gemeinsam mit unseren Palmöl-Lieferanten garantieren. Diese Prinzipien fordern von unseren Lieferanten:
1. Lieferung vollständig rückverfolgbaren Öls, auch durch Kleinbetriebe.
2. Keine Abholzung von Wäldern mit hohem Kohlenstoffbestand.
3. Kein Einsatz von Brandrodung.
4. Keine Bepflanzung von Torfböden.
5. Schutz von Orang-Utans und anderen gefährdeten Spezies, indem Gegenden mit hohem Erhaltungswert bewahrt werden.
6. Bericht über die Treibhausgasemissionen ihrer Produkte.
7. Achtung der Menschenrechte, einschließlich des Rechtes auf freie, vorherige und informierte Zustimmung von indigenen und lokalen Gemeinschaften.
8. Anerkennung, Einhaltung und Stärkung von Arbeiterrechten.
9. Kein Einsatz des Pflanzenschutzmittels Paraquat.
10. Aktive Bekämpfung von Korruption.

Ferrero arbeitet eng mit seinen Lieferanten zusammen und unterstützt diese, um die Ziele der Palmöl-Charta einzuhalten. So hat Ferrero zusammen mit der Organisation TFT (The Forest Trust) eine Methode entwickelt, mit der die Umsetzung überprüft und bewertet wird und die so den Lieferanten hilft, den Anforderungen noch besser gerecht zu werden.

Zwar ist der Hinweis auf die mangelhafte Umweltverträglichkeit von massenhaftem Palmölplantagenbau absolut berechtigt, aber statt auf Nutella respektive Ferrero zu verweisen, wäre es deutlich besser gewesen auf den hohen Anteil des Biosprits hinzuweisen.

Quellen: