Und da haben wir ihn wieder > denn “Achten Sie auf Zettel auf der Heckscheibe ihres Autos” Kettenbrief!

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Wir berichten seit über 3 Jahren darüber!

An dieser Stelle verweisen wir auf eine Offizielle Pressemitteilung des Polizeipräsidium Mittelhessen-Gießen

Polizei weist auf kursierende Falschmeldungen hin – „Aprilscherze“ das ganze Jahr

Gießen (ots) – Mittelhessen: Immer wieder verbreiten Zeitgenossen Meldungen, die den Anschein haben, echt zu sein, an denen auch etwas dran sein könnte, die so leicht Angst machen sollen, sich aber bei kritischer Überlegung und Nachforschungen nicht als wahr herausstellen. Diese Meldungen nennt man HOAX. Aus dem englischen für hocus, Jux oder Schabernack, so wie ein Aprilscherz. Das Problem: zahlreiche Leichtgläubige versenden die falschen Warnungen all zu leichtfertig in Kettenbriefmanier in den neuen Medien, im Internet, in den sozialen Netzwerken oder per Mail weiter. In dem Glauben, etwas Gutes zu tun und andere zu warnen, verängstigen sie damit tatsächlich aber nur unnütz andere und verstopfen zudem die Internetwege. Deshalb bittet die Polizei Angeschriebene mit solchen „Aprilscherzen“ das ganze Jahr über kritisch umzugehen.

Haben sie in den letzten Wochen auch diese Mail erhalten oder die Warnung am Stammtisch gehört:

„Nach Strasbourg erreicht diese Methode nun schon ganz Frankreich und Deutschland. Achten Sie auf Zettel auf der Heckscheibe Ihres Autos. Dies ist die neue Methode für Kfz-Diebstahl (dies ist kein Witz!) Sie gehen auf dem Parkplatz zu ihrem Auto, öffnen und steigen ein. Sie starten den Motor und legen den Rückwärtsgang ein. Wenn Sie beim Rückwärtsfahren durch Ihre Heckscheibe schauen, bemerken Sie ein Stück Papier in der Mitte der Heckscheibe. Sie halten an, steigen aus dem Auto um das Papier zu entfernen, da dies Ihre Sicht behindert. Wenn Sie die Rückseite des Autos erreichen, taucht der Autodieb aus dem Nichts auf. Er steigt ein und fährt los.. Sie stehen da und er fährt mit hoher Geschwindigkeit davon. Und wisst ihr was? Ich wette, Ihre Brieftasche oder Geldbörse ist noch im Auto. So jetzt hat der Autodieb Ihr Auto, Ihre Adresse, Ihr Geld, Ihre Schlüssel. Ihre Haus und Ihre Identität sind ihm ausgeliefert! Sie sind bestens organisiert, und viele Autofahrer gehen auf diese Weise in die Falle. Wenn Sie einen Zettel auf der Rückseite Ihres Autos bemerken, sperren Sie Ihre Autotüren mit dem Schlüssel zu, starten Sie und fahren Sie weg. Den Zettel entfernen Sie später. Übermitteln Sie diese E-Mail an Ihre Familie und Freunde. Ein Portemonnaie enthält viele wichtige Ausweis-Dokumente. Sie wollen sicherlich nicht, dass sie in die falschen Hände gelangen. Bitte senden Sie diese Nachricht an alle Ihre Freunde. Danke für Ihre Verbreitung einer wichtigen Warnung“

Bei dem, was man täglich so mitgeteilt bekommt, scheint heute ja nahezu alles möglich. Diese Warnung kursiert seit etwa Anfang des Jahres verstärkt in Mittelhessen und sicher auch anderswo. Wenngleich eine allgemeine Vorsicht, auch bei der Sicherheit rund um das Fahrzeug immer angebracht ist, so ist diese Meldung doch als sogenannter Hoax (Schabernackmeldung) in der englischen Fassung schon bereits seit 2004 bekannt und entbehrt tatsächlicher Grundlage.

Ein anderer Hoax hielt sich im vergangen Jahr hartnäckig in Hessen und wollte uns „warnen“ und glauben machen:

„!!! Eine Warnung an „Alle“ !!! Derzeit werden an vielen Orten … an Tankstellen oder auf Parkplätzen, angeblich kostenlos, oder als Werbegeschenke Schlüsselanhänger, kleine Schmucksachen für das Auto … ect. … angeboten ! Nehmen Sie diese Artikel nicht an !!! Es ist ein Chip darin verarbeitet. Kriminelle Typen verfolgen Sie vom Tanken bis nach Hause, um so auf diese Weise feststellen zu können, wann Sie zu Hause sind oder nicht. Wenn Sie dann abwesend sind, werden sie die Gelegenheit nutzen und einbrechen! Nach Angaben der Polizei ist diese Art und Weise das Werk von Rumänischen Kriminellen! Eine neue Art von Kriminalität. Die Polizei in Holland hat „Alle“ Bürger vor diesen Betrügern gewarnt!“

Dieser Hoax ist bereits seit 2008 im Umlauf und findet über die Adressverteiler im Kollegen- und Bekanntenkreis immer wieder neue Verbreitung. Solche Hoaxes gewinnen erst recht an Popularität und amtlichem Charakter sowie kontraproduktiver Glaubwürdigkeit, wenn sie zudem von vertrauenswürdigen aber leichtgläubigen Behördenmitarbeitern in gutem Denken unsensibel weitergeleitet werden.

Die Zahl der Hoaxes wächst ständig und es sind meist Nachahmungen anderer bereits kursierender Falschmeldungen. Immer wieder bekommen sachkundige Polizeibeamte Hoaxes zugeleitet, die sie vor Jahren schon als solche gekannt haben, die aber anscheinend immer noch auf Verbreitungstour sind oder neu aktiviert wurden.

Was kann man tun, wenn man eine solche Mail erhält:

Seien sie kritisch! Senden Sie sie nicht einfach weiter, insbesondere nicht in dem Gedanken, etwas Gutes zu tun und auch andere vorsorglich ebenfalls warnen zu wollen. Die werden sich nicht freuen, sondern eher genauso verunsichert. Falls Sie meinen, die Warnung weiterleiten zu müssen, haken sie vorher eher nach, z.B. bei dem Absender, um zu erfahren, welche Erkenntnisse er gewonnen hat oder bei einer vielleicht angegebenen Adresse. Prüfen Sie doch mal den Wahrheitsgehalt. Und wenn ihnen dort beispielsweise ein deshalb bereits extra geschalteter Anrufbeantworter der benannten Institution berichtet, dass man mit der Meldung nichts zu tun hat und von weiteren Anrufen verschont bleiben möchte, können Sie von einem solchen, wenn auch vielleicht schlimmen „Aprilscherz“ ausgehen. Eines sollten Sie aber nicht tun: überschnell reagieren und leichtfertig die Meldung an ihren Adressverteiler weitersenden. Ähnliches gilt auch für Hoxes mit Virenwarnungen. Auch hier gilt es, kritisch mit solchen bereits zahlreich existierenden Warnungen umzugehen, bevor man das dort Beschriebene befolgt und am eigenen PC vielleicht Schaden anrichtet oder die Hoax-Meldung an seine Freunde und Bekannten weiterleitet, die dann vielleicht unter dem „Aprilscherz“ zu leiden haben.

Informationen und eine Liste und zu solchen Hoax hat übrigens die Technische Universität Berlin zusammengestellt. Deren Webseite http://hoax-info.tubi.tu-berlin.de/hoax/ bietet gute Informationsmöglichkeiten, auch um diese Art E-Mails einzuschätzen.

Willi Schwarz

Pressesprecher
ots Originaltext: Polizeipräsidium Mittelhessen

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