Durchgefallen
Durchgefallen

„Nestlé Nesquik schockt im Test“. So beschreibt es Ökotest nach einem aktuellen Kakaopulver-Test.

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Die ausschlaggebenden Punkte sind in dem entsprechenden Test auch genannt: Das Produkt enthält zu viel Zucker, ist als kinderfreundlich deklariert mit Mengenangaben für Erwachsene, zugesetzte Vitamine, die ein gesundes Produkt suggerieren sollen und, diesen Punkt hebt Ökotest besonders hervor, Nesquik habe einen stark erhöhten Mineralölwert.

Der Test findet sich in der Februarausgabe von Ökotest mit dem ÖKO-TEST Titelthema Zucker. Online finden sich zwei Artikel dazu, einmal der Test in der Zusammenfassung (hier) und zusätzlich ein Artikel, der sich dem Produkt Nesquik widmet (hier).

Erhöhter Mineralölwert

Bei Schokoladen immer wieder ein Thema: Mineralöl. Wir haben im Zusammenhang mit Kinderschokolade oder Weihnachtskalendern mit ebenso hohen Mineralölwerten schon beschrieben, worum es bei diesem Wert geht: Es die gesättigten Kohlenwasserstoffe (englisch „Mineral oil saturated hydrocarbons“) MOSH und die aromatischen Kohlenwasserstoffe („Mineral oil aromatic hydrocarbons“) MOAH.

Wie kommt das Mineralöl in die Schokolade? Nun, auch in der Lebensmittelindustrie werden Mineralöle als Schmiermittel für Maschinen, aber auch in Verpackungen eingesetzt. Andere Verunreinigungsquellen stammen aus dem Transport von Kakao in belasteten Jutesäcken und den Kontakt mit ölenden Maschinen. Auch von den Farben auf Kartons aus Altpapier kann eine Belastung ausgehen. Während der Lagerung gelangen die Substanzen aus dem mit mineralölhaltigen Farben bedruckten Recyclingpapier in die Schokolade.

Nestlé reagiert auf Facebook

Die Artikel von Ökotest sind natürlich nicht im Verborgenen geblieben, sondern erreichen viele Menschen. Insofern wurde Nestlé auf Facebook bereits mit dem Test konfrontiert und antwortete auf folgenden Nutzerbeitrag:

Aufgrund der sehr schlechten Testergebnisse von Nesquik bei Ökotest, würden wir gerne unsere noch ungeöffnete Packung…

Gepostet von Christi An am Donnerstag, 7. Februar 2019

„Hallo Christi, Nesquik Kakaogetränkepulver ist sicher und entspricht den deutschen lebensmittelrechtlichen Anforderungen in jeder Hinsicht. Die von Öko-Test veröffentlichten Ergebnisse geben keinerlei Anlass für gesundheitliche Bedenken oder eine Änderung des Verzehrverhaltens.
Die von Öko-Test vergebene Beurteilung setzt sich aus verschiedenen Kritikpunkten zusammen.
Neben einer Abwertung um zwei Noten für den Nachweis von Kohlenwasserstoffanteilen aus Mineralölen oder Kunststoff MOSH/POSH wurde das Produkt aufgrund von werblichen Aussagen, dem Zuckergehalt und enthaltenen Vitaminen abgewertet.

Einige dieser weiteren Kritikpunkte entbehren jeder sachlichen Grundlage, wie beispielsweise die Forderung nach einer Angabe von Referenzmengen der Nährwerte für Kinder. Diese Angaben sind gesetzlich in Europa leider nicht erlaubt. Der analytische Nachweis von Mineralöl-Bestandteilen ist sehr aufwändig und komplex. Die Ergebnisse hängen von der jeweiligen Untersuchungsmethode ab. Es wird unserer Meinung nach derzeit kein einheitliches Verfahren angewendet, das einen eindeutigen und klaren Nachweis von Mineralölbestandteilen in Lebensmitteln erlaubt. Für Verbraucher, die Kakaogetränkepulver mit weniger Zucker bevorzugen, bieten wir Nesquik zuckerreduziert mit Ballaststoffen an – eine Produktalternative mit 30 Prozent weniger Zucker im zubereiteten Getränk.“

Auf die Antwort reagierte derselbe Account mit folgenden Worten:

Sie gehen hier leider nicht auf meine Frage ein. Ich werde die Packung also entsorgen und vertraue hier lieber Ökotest als Ihnen.
Da ist mir die Gesundheit meiner Kinder doch wichtiger.

Nachweis: Kommentar auf Facebook

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