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Die Geschichte um eine Frau, die an fleischfressenden Bakterien gestorben sein soll, verbreitet sich schnell auf den sozialen Netzwerken – doch stimmt das wirklich? Gibt es so etwas überhaupt?

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Wir erhielten einige Anfragen in diesem Stil:

Mir ist das mit den „fleischfressenden Bakterien“, an der eine Frau in den USA gestorben sein soll, suspekt.
Ist da was dran?
Viele Dank, weiterhin viel Erfolg und mit freundlichen Grüßen

Es geht dabei um einen Artikel im Videoformat der Webseite web. Hier wird die Geschichte einer 50-jährigen US-Amerikanerin erzählt und diese klingt wahrlich nach einer Gruselstory:

Nach einem Urlaubsaufenthalt in Florida klagte Carol über extreme Schmerzen, die von einem Pickel herrührten. Sie besuchte einen Arzt, der ihr ein Antibiotikum verschrieb. Ihre Schmerzen wurden immer schlimmer und der Pickel breitete sich aus. Nach dem dritten Arztbesuch wurde eine Gewebeprobe entnommen und Carol erhielt eine schockierende Diagnose – nekrotisierende Fasziitis. Nach 16 Tagen Krankenhausaufenthalt verstarb Carol. Die Infektion war schon zu weit fortgeschritten. Sie hatte sich den Erreger wahrscheinlich während des Urlaubs in Florida in einem Whirlpool des Hotels eingefangen.

Stimmt das nun?

Leider ist die Geschichte wahr. Es handelt sich um keinen Fake!

Faktencheck

Laut wlfa, CBS News und The Indy Channel starb Carol M. tatsächlich an nekrotisierender Fasziitis. Auch ihr Ehemann wurde mehrmals interviewt und bestätigt den Fall.

Fleischfressende Bakterien?

National Geographic erklärt, dass es sich bei nekrotisierender Fasziitis nicht direkt um “fleischfressende” Bakterien handelt. Der Erreger dringt in das Unterhautgewebe und die Faszien ein und sondert dabei ein Toxin ab, das Gewebe verflüssigt.

Die Infektion verläuft rasant – pro Stunde kann sich diese um 2,5 Zentimeter ausbreiten und zu einer Blutvergiftung, Organversagen und bei einem von drei Patienten sogar zum Tod führen.

Auffälligstes Symptom ist ein schlimmer Schmerz, der auf den Schaden am tieferliegenden Gewebe zurückzuführen ist. Noch bevor es andere sichtbare Symptome gibt, kann die Erkrankung großen Schaden anrichten. Fieber und Verfärbung der Haut sind weitere Hinweise auf eine Infektion.

Wie genau der Erreger in die Haut eindringt, ist noch nicht geklärt. Es wird vermutet, dass ein Eintrittspunkt, wie zum Beispiel ein Schnitt oder Stich (wie zum Beispiel einer Nadel oder eines Insektes) ausreicht. Es gab jedoch auch Fälle, in denen Ärzte keinen Eintrittspunkt finden konnten. Dass die Bakterien also durch unverletzte Haut eindringen können, ist durchaus möglich.

Noch gibt es keinen Impfstoff gegen die Erreger. Wissenschaftler arbeiten jedoch an einer Impfung gegen A-Streptokokken, die diverse Komplikationen verursachen können, unter anderem auch nekrotisierende Fasziitis.

Ergebnis:

Es gibt Bakterien, die rasantes Gewebeabsterben ermöglichen. Die Infektion nennt sich nekrotisierende Fasziitis und kann tödlich enden.

Carol ist tatsächlich an dieser Infektion gestorben.

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