Artikelbild: Shutterstock / Von robert_s
Artikelbild: Shutterstock / Von robert_s

Laut diversen Seiten und Youtube-Videos gab die NASA bereits vor Jahren zu, dass sämtliche Bilder der Erde nicht echt seien.

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So wird beispielsweise in einem Youtube-Video erzählt, dass es gar kein echtes Bild der Erde gäbe. Stattdessen seien sämtliche Bilder von „angeblichen Satelliten“, die dann am Computer zu einem Bild zusammengefasst und quasi um eine Kugel gewickelt werden.

Screenshot: Youtube
Screenshot: Youtube

Robert Simmon hat das wirklich gesagt…

Tatsächlich findet sich auf den Seiten der NASA ein Interview mit Robert Simmon, Lead Data Visualizer und Information Designer. Er wird auch „Mr. Blue Marble“ genannt, da er der Ersteller jenes berühmten drehenden Bildes der Erde ist, welches sich auch auf vielen Lock Screens von iPhones findet.

In dem Interview geht er auch genauer auf diese Aussage aus einem Interview mit ihm ein und macht Aussagen, die Verschwörungstheoretiker jubeln lassen:

„The hard part was creating a flat map of the Earth’s surface with four months’ of satellite data. (…) Then we wrapped the flat map around a ball. My part was integrating the surface, clouds, and oceans to match people’s expectations of how Earth looks from space.“

Auf Deutsch:

„Der schwierige Teil war die Erstellung einer flachen Karte der Erdoberfläche mit vier Monaten Satellitendaten. (….) Dann wickelten wir die flache Karte um eine Kugel. Mein Teil war die Integration von Oberfläche, Wolken und Ozeanen, um den Erwartungen der Menschen zu entsprechen, wie die Erde aus dem All aussieht.“

…aber in einem anderen Zusammenhang

Gehen wir erst einmal auf seine Photoshop-Aussage aus einem anderen Interview ein, aus dem das Zitat stammt.
Dort bezieht sich Simmon nämlich auf jene beiden Bilder der Erde:

Quelle: NASA
Quelle: NASA
Quelle: NASA

Diese beiden Bilder entstanden mittels hunderter Satellitenaufnahmen, die miteinander kombiniert wurden, einmal die Erde gänzlich ohne Wolken, einmal nur die Wolkenschicht.
Dadurch wurden Animationen wie jene erst möglich:

Und natürlich mussten für diese zusammengesetzten Bilder auch Bearbeitungsprogramme eingesetzt werden, da die Erde zu keinem Zeitpunkt komplett wolkenlos ist und es auch nicht überall gleichzeitig hell ist!

Aus Flach wird Rund

Die nächste Herusforderung war es nun aber, aus den flachen Satellitenbildern das Bild der runden Erde zu machen, da es ja beim einfachen „draufklatschen“ zu perspektivischen Verschiebungen kommt.
2002 bekam Simmon und sein Team den Auftrag, ein Gesamtbild der Erde anzufertigen, da zum damaligen Zeitpunkt das letzte aktuelle Foto der Gesamterde 1972 während der Apollo 17 Mission entstand.

Quelle: Wikimedia, die Erde aus Sicht der Apollo 17-Astronauten, 7. Dezember 1972
Quelle: Wikimedia, die Erde aus Sicht der Apollo 17-Astronauten, 7. Dezember 1972

Kann man denn aktuelle Bilder der runden Erde sehen?

Ja!
2002, als Simmon und sein Team den Auftrag bekamen,
Eine Vielzahl von Ländern haben Satelliten im Weltall stationiert, die die Bilder live ins Internet übertragen:

Fazit

Zu keinem Zeitpunkt hat Robert Simmon gesagt, dass sämtliche Bilder der Erde „gephotoshoppt“ seien, wie es auf vielen Seiten und in vielen Youtube-Videos behauptet wird.
Tatsächlich aber musste das berühmte Gesamtbild der Erde, aus der dann „Blue Marble“ entstand, bearbeitet werden, da es nun mal nicht überall gleichzeitig hell und wolkenlos ist.

Die bei Anhängern der Flachwelt-Theorie weit verbreitete Ansicht, dass somit Simmon zugegeben hätte, dass sämtliche Bilder der Erde „gephotoshoppt“ seien, ist also absolut falsch!

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