K.O.-Tropfen sind ein ernstes Thema. Ein Nagellack, der zum Überprüfen des eigenen Getränkes einsetzbar ist, wäre ein Traum. Doch bleibt dies auch ein Traum?

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Wir erhielten eine Anfrage bezüglich des Artikels über K.O.-Tropfen. Ein Nutzer erwähnt einen Nagellack, der solch potentiell gefährliche Substanzen im Getränk nachweisen könne.

Gibt es so etwas wirklich und wenn ja, ist es schon auf dem Markt?

Nagellack

Bild im Klartext:

Ich hatte mal was von einem Nagellack gelesen, der einen Indikator enthält, mit dem sich K.O.Tropfen nachweisen lassen. Ist sowas schon auf dem Markt?

Es sind immer wieder Gerüchte im Umlauf, dass es einen solchen Nagellack gibt.

Was hat es damit auf sich?

2016 haben wir das erste Mal darüber berichtet, dass es einen Nagellack geben soll, der auf Drogen in Getränken reagiert.

Er soll Rückstände von GHB, Rohypnol und Xanax nachweisen können und heißt “Undercover Colors”.

So sollen potentielle Vergewaltigungen verhindert werden.

Das Projekt soll von Studenten aus North Carolina ins Leben gerufen worden sein und befände sich in der Entwicklungsphase.

Die Geschichte ist bereits seit 2-3 Jahren im Internet bekannt.

Es existieren sowohl eine Facebook-, als auch eine Internet-Seite, die unter dem Namen Undercover Colors laufen.

Der letzte richtige Facebook-Eintrag datiert auf den 15. Oktober 2015.

Der angebotene Newsletter wird ebenfalls nicht mehr aktualisiert.

Vereinzelt werden Meldungen über neue Sponsoren oder Berater in Umlauf gebracht, über Details zum konkreten Produkt schweigt das Start-Up Unternehmen aber.

Alleinig das Spendenformular wirkt aktuell, der Verweis „may be used by Undercover Colors in its discretion“ (darf von Undercover Colors [Name des Start-Ups] nach eigenem Ermessen genutzt werden) könnte fast überlesen werden. Was bleibt, ist ein fader Beigeschmack, denn die Idee ist fantastisch, ihre Umsetzung umstritten. Das Projekt wäre eine Herausforderung, doch scheinbar hatten Undercover Colors als die Story das erste Mal in den sozialen Netzwerken präsent wurde, nicht einen einzigen qualifizierten und spezialisierten Chemiker an der Hand. Den suchten sie erst später viral über Facebook. Ob er sich bis heute gemeldet hat, bleibt offen.

Ergebnis:

Immer wieder tauchen Artikel über den Nagellack auf. Auch wenn die Idee dadurch aktuell wirkt, ist sie es nicht, denn den Nagellack gibt es bis heute nicht zu kaufen.

Es ist unklar, ob und wie weit die Produktentwicklung fortgeschritten ist, da das Start-Up Unternehmen dazu keine näheren Informationen herausgibt.

Wer sich dennoch auf dem laufenden halten möchte, kann dies auf der Internet– oder Facebook-Seite tun. Angeblich sollte der Nagellack im Jahr 2017 auf den Markt kommen.

Zu kaufen gibt es ihn aber bis jetzt noch immer nicht.

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