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Trickdiebe oder neuer Hoax? Zu der Statusmeldung um Trickbetrüger, welche während der Rotphase an Ampeln ein Nagelbrett vor eines der Rückräder legen, haben wir direkt bei der Polizei angefragt … und eine interessante Antwort bekommen!


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Es klingt ein wenig wie der “Zettel hinter dem Scheibenwischer” (siehe hier), jedoch ist die Ortsangabe recht genau und somit täte man der Warnung Unrecht, wenn man sofort laut Fake rufen würde:

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Der Inhalt der Statusmeldung im barrierefreien Klartext:

Neue Betrügermasche in Köln
Heute stand ich mit meinem PKW an der roten Ampel Schaafenstraße/ Habsburger Ring. Im Rückspiegel bemerkte ich einen kleinen Tumult hinter meinem Wagen. Plötzich standen Passanten klopfend an meinem Fenster und signalisierten, nicht weiterzufahren.

Was war passiert ?

Eine junge Frau hatte während der Rotphase der Ampel ein Nagelbrett vor meinen Rückreifen geschoben. Zum Glück haben anwesende Passanten aufmerksam gehandelt und die Situation erkannt. Die Dame – jung und schick – prügelte daraufhin wild um sich und konnte entkommen. Nach Rücksprache mit der Polizei klärte diese mich über die Masche auf. Ihre ,, Kollegen´´ würden an der nächsten Ecke warten bis die Fahrer ihrn PKW verlassen um nachzusehen. In dieser Zeit rauben diese dann das unverschlossene Auto aus. – Und das in der Kölner Innenstadt.

Glück gehabt – aber denkt dran falls Euch ähnliches passiert. Immer eueren PKW verschließen. Und wenns für 2 Minuten ist !!

Die Polizei Köln gefragt!

Nach Aussage des Statuserstellers hat es daraufhin Kontakt zu der Polizei gegeben “Nach Rücksprache mit der Polizei klärte diese mich über die Masche auf.” Wir haben uns daher nach diesem Vorgehen erkundigt und von der Polizei Köln folgende Antwort bekommen: diese Vorgehensweise ist nicht unwahrscheinlich, es handelt sich um eine perfide und ausgearbeitete Profidiebmethode!

Bevor nun allgemeine Panik ausbricht:

Es handelt sich bei dem beschriebenen Vorgang nicht um eine Alltagsmethode, sondern um eine speziell vorbereitete Methode von Profidieben. “Reisende südamerikanische Profidiebesbanden”, so bekamen wir die Auskunft am Telefon durch die Polizei. Diese Methode ist durchaus bekannt, jedoch gehört meist noch etwas dazu:

die Opfer dieser Diebstahl Methoden werden vorher dabei beobachtet, wie sie in Banken oder an Geldautomaten, aber auch bei Juwelieren größere Mengen Geld oder Wertgegenstände an sich nehmen. Dafür stellen diese Banden spezielle “Beobachter” ab: unauffällige, meist gut gekleidete junge Damen oder seriös wirkende Herren halten in den Lobbybereichen der Banken oder Läden Ausschau nach potentiellen Opfern. Dicke Umschläge, große Geldbündel oder teure Wertgegenstände: sobald die Beobachter diese Zeichen wittern, geht es los. Die auf der Straße befindlichen Komplizen werden informiert.

Profis

Die oben beschrieben Variante wurde bereits als einer solcher Tricks registriert: eine Reifenpanne wird verursacht! Nicht unbedingt durch ein Nagelbrett, sondern sehr ähnlich durch eine Art Karton, in dem spitze Gegenstände eingebaut sind. Ein Nagelbrett würde zu sehr auffallen, der Karton jedoch nicht. Bei der anschließenden Reparatur sind interessanterweise ebenso die Komplizen hilfreich! Zum einen weisen sie den Autofahrer auf den kaputten reifen hin, zum anderen drängen sie sich förmlich auf, um beim Radwechsel helfen zu dürfen. Das Resultat: der Fahrer ist abgelenkt, die Profidiebe haben problemlos die Möglichkeit, auf die vorher ausgespähten Wertgegenstände zu greifen.

Andere bekannte Methode

Ebenso konnte die Polizei den “Schmutztrick” in diesem Zusammenhang beschreiben: dieser verläuft ähnlich ab, nur dass eben nicht ein PKW sabotiert wird, sondern die Kleidung des Opfers beschmutzt wird. Die Professionalität der Kriminellen wird hier in der Wahl der Werkzeige deutlich: Kugelschreiber, Stifte oder ähnliche Kleinteile werden mit Düsen ausgestattet, so das Flüssigkeiten auf die Kleidung der Opfer gestrahlt werden kann. Direkt im Anschluss sind es abermals weitere Komplizen, die das Opfer auf die beschmutzte Kleidung aufmerksam machen und auch das Opfer berühren, um beim “Reinigen” zu helfen. Dies ist jedoch auch reine Ablenkung und dient dazu, in dieser Zeit die Wertgegenstände zu entwenden.

Reisende südamerikanische Profidiebesbanden

Mit diesem Ausdruck beschreibt die Polizei uns gegenüber die Kriminellen, da es exakt wiedergibt, was  diese Menschen machen: sie reisen! Quer durch Europa, ja teilweise über mehrere Kontinente hinweg. Es handelt sich dabei um sehr gut organisierte Banden aus Südamerika. Bei einigen festgenommenen Personen konnte man im Reisepass die Besuche bis hin nach Australien nachvollziehen. Oftmals seien die Pässe auch gefälscht.

Man kann sich grundsätzlich merken: Niemand sollte bemerken, wenn man eine größere Menge Geld an sich nimmt. In Banken dafür immer Separees nutzen. Das gilt auch für Bankmitarbeiter: Diskretion ist in diesem Falle Prävention! Die Geldmenge, welche man bekommt, sollte für niemanden sichtbar sein.