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Gemeinsam gegen Fakes, Fake-News und anderen Unwahrheiten im Internet. Bitte hilf mit!

Unsere Kooperationspartner “checked4you” hat einen Artikel veröffentlicht der zu unseren Themen wie “nametest.com” udgl. hervorragend passt.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Es geht um „Mit wem wirst du verhaftet?“, „Wer stalkt dich auf Facebook?“ oder „Wer ist dein Seelenverwandter?“ – Vermeintlich harmlose Fragen, die fatal enden können.

Sie waren vor einiger Zeit auf fast jeder Timeline bei Facebook zu finden: Strichmännchen mit oder ohne Pudelmütze und irgendwelchen klugen Sprüchen, die die Welt ein Stückchen besser machen sollen. „Be like me“ wird unter anderem von „blobla.com“ angeboten. Wer das ist? Keine Ahnung. Der Anbieter hat kein Impressum auf seiner Website, nur eine E-Mail-Adresse. Man kann bei der Domain-Vergabestelle ICANN nachsehen, wem die Domain gehört. Doch auch dort erfährt man das nicht. Als Besitzer ist „Domains By Proxy, LLC“ eingetragen. Das ist eine Firma, die zum Beispiel über den Domainregistrar GoDaddy Internetadressen registriert und sich als Besitzer in öffentliche Register eintragen lässt. Dadurch kann der tatsächliche Besitzer seine eigene Identität verschleiern.

„Be like me“ ist offenbar vergleichsweise harmlos. Man tippt seinen Namen ein, erhält ein Bild und teilt es. Andere Anbieter führen aber auch schon mal in Abofallen, wenn man solche Spielchen mit dem Handy macht. Dringender Rat zum Schutz: Drittanbietersperre!

Analysen deines Nutzungsverhaltens

Auch nicht gerade harmlos ist es, wenn „Psychotests“ weitere Facebook-Daten haben wollen. Die bietet auch „blobla.com“ an. Sie beantworten Fragen, die man sich ohne sie niemals gestellt hätte. „Mit wem wirst du verhaftet?“ ist so eine. Oder: „Wer ist dein Seelenverwandter?“ Wir haben uns zwei weitere Anbieter näher angesehen: Nametests.com und socialanalyzr.me.

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Beide Internetseiten arbeiten mit Facebook-Apps.

Sie verlangen Zugriff auf das öffentliche Profil, die Freundesliste, Chronik-Beiträge und Fotos. nametests.com verlangt auch die E-Mail-Adresse. Allein über den Zugriff auf diese Daten können die Anbieter vieles über dich herausfinden: Wie oft postest du etwas und mit welchem Inhalt?

Hast du mehr Frauen oder Männer in deinem Freundeskreis? Daraus lässt sich zum Beispiel ableiten, welche sexuelle Orientierung du hast – oder auch deine politische Meinung. Das sind Infos, die laut Datenschutzgesetz als „besonders schutzwürdige Daten“ gelten, erklärt Dr. Moritz Karg vom Hamburger Datenschutz.


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Welche Interessen die Anbieter solcher Facebook-Apps genau verfolgen, ist unterschiedlich und schwer herauszufinden. Aber es ergibt für niemanden Sinn, etwas anzubieten, wenn es kein Geld einbringt. Moritz Karg sagt: „Letztlich dürfte auch Facebook ein Interesse an solchen Diensten haben, denn sie bedeuten mehr Nutzerbewegung.“ Und das bedeutet, mehr Infos über jeden einzelnen zu bekommen, die das Netzwerk zum Beispiel für Werbung vermarkten kann.

Grundsätzliches Problem: intransparenter Datenschutz

Das grundsätzliche Problem solcher Apps ist, dass kaum ein Anbieter erklärt, was mit deinen Daten (und denen deiner Freunde) passiert. Bei socialanalyzr.me beispielsweise weiß man überhaupt nicht, wer die Seite betreibt und wo die erfassten Daten gespeichert werden. Denn obwohl es nach deutschem Recht Pflicht ist, Kontaktdaten in einem Impressum anzugeben, hat diese Seite keins. Die Domain wurde von einem Dienstleister eingetragen, zeigt die entsprechende Domainverwaltung für .me-Adressen (das ist übrigens die Landeskennung von Montenegro).

Screenshot: Beispiel eines nametests.com-Spiels auf Facebook.

Gleiches Spiel bei nametests.com. Immerhin gibt es ein Impressum des Betreibers social sweethearts in Köln. Warum er sich bei der Domainabfrage hinter einem Dienstleister versteckt, wird uns auf Nachfrage nicht konkret beantwortet. Domains würden eben „über technische Mittelsleute“ registriert, heißt es in einer E-Mail an checked4you. Doch auch die Mittelsleute können natürlich die Daten des tatsächlichen Inhabers eintragen.

Unser Fazit

Wir raten davon ab, die Apps solcher Anbieter auf Facebook zu nutzen! Dein Leben lässt sich damit analysieren! Für Werbung, aber auch um dich möglicherweise unbemerkt zu manipulieren. Außerdem sind Fälle bekannt, in denen Nutzer dieser Tests in teure Abofallen getappt sind.

Vor allem aber solltest du bedenken: Bestimmt finden es nicht alle deine Freunde prickelnd, dass ihre Profile von unbekannten Apps abgegrast werden. Und missbraucht jemand ihre Daten, bist du unter Umständen mit verantwortlich, weil du sie weitergegeben hast!

So schützt du deine Facebook-Daten vor fremden Apps

Wenn deine Freunde solche Apps nutzen und du nicht willst, dass deine Daten abgegriffen werden, kannst du folgendes machen:

  • Öffne die Facebook-Einstellungen und klicke auf den Menüpunkt „Apps“ (https://www.facebook.com/settings?tab=applications).
  • Dort gibt es den Kasten „Von anderen Personen verwendete Apps“.
  • Klicke auf die Schaltfläche „Bearbeiten“.
  • Entferne alle Haken.
  • Klicke auf „Speichern“.

Eine Video-Anleitung findest du in den Facebook-Tipps der Verbraucherzentrale NRW auf YouTube. In einem anderen Artikel hier auf checked4you.de findest du außerdem Empfehlungen für mehr Privatsphäre in deinem Facebook-Profil.

Falls du selbst so eine App schon mal benutzt hast, solltest du sie wieder entfernen. Auch das machst du in den Facebook-Einstellungen im Menüpunkt „Apps“. Dort sind nämlich alle deine benutzten Anwendungen aufgelistet. Alternativ kannst du da auch einstellen, auf welche Informationen die einzelnen Programme zugreifen dürfen. Zumindest bei „Freundeliste“ sollte auf keinen Fall ein Haken sein!

Quelle: Checked4you.de