Nutzeranfrage: “Stimmt das? 20 Millionen Muslime setzen ein Zeichen gegen den Terror, aber die Presse berichtet darüber nicht?”

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Nach der geringen Teilnehmerzahl eines Friedensmarsches von Muslimen in Köln haben Kritiker der islamischen Gemeinschaft vorgeworfen, dass sie sich nicht aktiv vom islamistischen Terror distanziere. Umgekehrt wurden nun erneut Stimmen laut, die darauf hinweisen, dass im Irak Millionen Schiiten und Sunniten unter Lebensgefahr gemeinsam gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) demonstriert haben – und diese Großdemonstrationen von den Medien verschwiegen worden seien (http://archive.is/fPscz).

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Bebildert wurden die Berichte mit beeindruckenden Bildern von der Arbain-Pilgerreise zur Moschee in Kerbela, an der im November 2016 tatsächlich Millionen Schiiten teilgenommen haben. Diese Wallfahrten zum Arbain-Gedenkfest gibt es jedoch jedes Jahr – und sie haben eigentlich keinen politischen Inhalt.

Auch nehmen daran nur schiitische Muslime teil, da der Anlass des Festes, der Todestag des Märtyrers Husain ibn Ali, in den anderen islamischen Konfessionen keine Bedeutung hat. Sunniten lehnen eine solche Märtyrerverehrung ausdrücklich ab und dürften daher kaum in Kerbela zu finden sein.

Trotzdem kann man der Pilgerreise, die zuletzt im November 2016 stattfand, aktuell eine gewisse politische Dimension nicht absprechen: Kerbela liegt in einem Teil des Iraks, der teilweise vom IS kontrolliert wird. Die sunnitisch ausgerichtete Terrormiliz lehnt die schiitische Konfession ab und bekämpft sie aktiv.

Arbain-Pilger waren in den vergangenen Jahren daher immer wieder Ziel von tödlichen Anschlägen. Durch ihre Teilnahme, die oft die Anreise durch IS-besetzte Gebiete erfordert, setzen die Wallfahrer auch ein Zeichen gegen den islamistischen Terrorismus.

Ebenfalls ist es richtig, dass die Arbain-Pilger in den westlichen Medien kaum vorkommen. Andere Wallfahrten wie die Haddsch nach Saudi-Arabien nehmen dort ungleich größeren Raum ein obwohl die Teilnehmerzahl um Dimensionen kleiner ist. Verschwiegen wird sie trotzdem nicht, was zahlreiche Berichte beweisen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es dabei, abgesehen von den Anschlägen, nur selten größere oder gar spektakuläre Zwischenfälle gibt. Zudem ist es auch für Journalisten nicht ungefährlich, aus dem Gebiet zu berichten.

Das Fazit:

Nein, die Arbain-Pilgerreise ist keine Millionen-Demonstration gegen den IS. Die meisten Teilnehmer dürften aber die Ziele und Methoden der Dschihadisten zutiefst ablehnen.

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