Ähhh… Moment, da klingelt doch was!

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Sobald auf Facebook ein Hund in der Pfanne landet, sollte man Skepsis an den Tag legen! So wie bei der Facebookseite „Mr. Wong” (die bis zum 04.01.2017 noch „Moritz Brunner” hieß). Mr. Wong schockiert mit angeblichen Hundegerichten. Verschiedene Bilder, einige mittlerweile auch bereits gelöscht, zeigen eine vermeintliche gastronomische Hundeküche. Mr. Wong selbst wiederum sei ein Koch im „La Table”, einem Restaurant in der Schweiz, welches für seine Hundeküche bekannt ist.

So und nun muss man nur noch 1+1 zusammenrechnen, um zu bemerken, dass das Ganze ein schlecht geklauter Fake ist! Die Frage, warum Mr. Wong bis zum 04.01.2017 noch Moritz Brunner hieß, hilft dabei ungemein, denn Moritz Brunner ist die Kunstfigur einer Aktion, die generell aufmerksam auf den Fleischverzehr (Karnismus) machen sollte. Bei der Aktion DAMALS Anfang 2016 handelte es sich um eine gemeinsame Aktion von Swissveg, Vegetarierbund Deutschland (Vebu) und Beyond Carnism.

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Hinter dieser neuen Aktion dürfte lediglich ein Trittbrettfahrer stecken, der teilweise die alten Bilder genutzt hat. Und nun hat er auch den Namen der Seite geändert, denn mit dem Suchbegriff Moritz Brunner war es recht einfach, diese neue Seite an sich als Fake zu entlarven.

Macht aber nix, denn das Profilbild zeigt weiterhin La Table Chef Moritz Brunner.:

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Rückblick:

Recht zeitnah kam im Februar 2016 heraus, dass es sich hierbei um eine Kampagne handelte, für welche die Werbeagentur Scholz & Friends eingesetzt wurde. Auf 20min.ch lautete es in dem Artikel “Deutsche Werber machen uns zu Katzenfressern”:

Vielen Dank für Dein Interesse an unserem Restaurant La Table Suisse. Leider erreichen uns momentan, zusätzlich zu unserer täglichen Arbeit, sehr viele Anfragen. Wir werden uns jedoch bemühen, uns schnellstmöglich bei Dir zu melden.

Moritz Brunner
Chef, La Table Suisse

Im Mail-Header verraten sich die Urheber dann endgültig (siehe auch Bildstrecke): Die Mails werden über den Server der Werbeagentur Scholz & Friends verschickt – über den Sitz in Deutschland. Die Website wird in Berlin gehostet. 20 Minuten hat das Unternehmen angefragt. Dort heisst es, man möchte die Katze noch nicht aus dem Sack lassen.

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Presseerklärung

Kurz danach gab es dann auch eine offizielle Presseerklärung zu der Kampagne:

Swissveg und VEBU bekennen sich zum Katzen- und Hundefleischrestaurant «La Table Suisse».
Aktion hat weltweite Diskussionen über widersprüchliches Essverhalten ausgelöst.

Winterthur, 15. Februar 2016

Im Internet hat ein virales Video einen internationalen Shitstorm ausgelöst. Darin zu sehen: Ein Koch, der behauptet ein Restaurant in der Schweiz eröffnet zu haben, in dem man Katzen und Hunde essen kann. Medien in über 25 Ländern auf vier Kontinenten haben über «La Table Suisse» berichtet. Über zehn Millionen Menschen wurden zum Nachdenken angeregt und haben Tausende von Kommentaren hinterlassen. Von Verständnis für dieses aussergewöhnliche Konzept über Empörung bis hin zu zahlreichen Beschimpfungen und Drohungen.

Der VEBU (Vegetarierbund Deutschland e.V.) und Beyond Carnism zeichnen sich zusammen mit Swissveg hiermit verantwortlich für die inszenierte Neueröffnung des umstrittenen Restaurants «La Table Suisse». Die Aktion soll für die Widersprüche in den Beziehungen zwischen Menschen und Tieren sensibilisieren. Warum essen viele Menschen Schweine und Rinder, aber keine Hunde und Katzen? Obwohl es bei diesen Tierarten keinen Unterschied hinsichtlich Sozialverhalten, Intelligenz oder Empfindungsfähigkeit gibt. Warum unterscheiden die meisten Menschen Tierarten in «essbar» und «nicht essbar» und behandeln sie je nach Kategorie völlig unterschiedlich?

Ziel der Aktion: Aufmerksamkeit schaffen für Karnismus

Der Grund dafür ist Karnismus. Der Begriff bezeichnet ein unsichtbares System aus Überzeugungen, das Menschen darauf konditioniert, nur bestimmte Tierarten zu essen und andere nicht. Er wurde von der US-amerikanischen Psychologin, Harvard-Absolventin und international gefragten Autorin Dr. Melanie Joy geprägt. Karnismus ist der Grund dafür, warum so viele Menschen empört reagieren, wenn es um das Essen von Katzen geht, gleichzeitig aber seelenruhig ein Bild ihres letzten Schweineschnitzels posten. «Die empörten Reaktionen auf das Essen von Hunden und Katzen zeigen deutlich, dass Menschen eigentlich nicht wollen, dass Tiere leiden. Aber bei den Tieren, die als ‚essbar‘ eingestuft werden, blockiert Karnismus unser natürliches Mitgefühl. Wir lernen, uns von ihnen psychologisch und emotional abzugrenzen.», so Dr. Melanie Joy. Als Aufhänger für die Aktion wurde der Umstand gewählt, dass es in der Schweiz – im Gegensatz zu anderen Ländern – nicht gesetzlich verboten ist Katzen und Hunde zu essen. Zumindest die eigenen. Renato Pichler dazu: «Wir wollen mit dem Video nicht das Schweizer Tierschutzgesetz angreifen, obwohl dieses durchaus seine Schwächen hat. Ziel der Aktion ist es die Aufmerksamkeit auf das Thema Karnismus zu lenken. Jährlich werden Millionen von Schweinen, Rindern, Hühnern und anderen sogenannten ‚Nutztieren‘ für den menschlichen Verzehr getötet. Obwohl auch alle diese Tiere empfindungsfähige Individuen sind. Wir 2 / 2 möchten die Menschen über das Glaubenssystem des Karnismus informieren, damit sie wissen auf welcher Grundlage sie Ihre Konsumentscheidungen treffen.»

Die Aktion in Kürze:

Für das virale Video wurde die Eröffnung des fiktiven Restaurants «La Table Suisse» inszeniert. Hier stehen angeblich Katzen und Hunde auf der Speisekarte, die nach vorhergehender Adoption ganz legal zubereitet und serviert werden dürfen. Der professionell produzierte Film soll das widersprüchliche Verhältnis des Menschen zu verschiedenen Tierarten aufzeigen und über den «Schockmoment» für das Thema sensibilisieren. In der vergangenen Woche wurden somit über 10 Millionen Menschen in über 25 Ländern auf vier Kontinenten erreicht und zum Nachdenken angeregt.

Über Swissveg

Swissveg ist die grösste Interessenvertretung vegetarisch und vegan lebender Menschen in der Schweiz. Seit 1993 setzt sich die Organisation mit positiver Öffentlichkeitsarbeit dafür ein, den Fleischkonsum dauerhaft zu senken und eine pflanzenbetonte Lebensweise als attraktive und gesunde Alternative allen Menschen zugänglich zu machen. Swissveg zeichnet sich durch fundierte Informationen und vielfältigen Veranstaltungen aus. Für Experten wie Verbraucher hat sich die Organisation als führende Anlaufstelle in allen Fragen des vegetarisch-veganen Lebens etabliert.

Über Beyond

Carnism Beyond Carnism ist eine gemeinnützige US-amerikanische Organisation, die sich der Aufklärung über Karnismus widmet. Karnismus ist ein unsichtbares und gewaltsames Glaubenssystem, das uns veranlasst bezüglich jener Tiere, die wir essen, unsere Wahrnehmung zu verzerren und unser Mitgefühl zu blockieren. Hierdurch ermöglichen wir unwissentlich die industrielle Nutztierhaltung und damit verbunden das Schlachten von jährlich 77 Milliarden Tieren. Beyond Carnism glaubt, dass Menschen das Recht haben, die Wahrheit über Karnismus zu erfahren, um bewusste und freie (Kauf-) Entscheidungen treffen zu können. Durch Bildungsarbeit und Aktivismus kämpft die Organisation für eine gerechte Welt, in der das Essen von Tieren auch auf politischer Ebene als Frage der sozialen Gerechtigkeit behandelt wird.

Der aktuelle Fall

Hinter Mr. Wong dürfte jedoch keine Kampagne stecken, sondern lediglich jemand, der die ganze Aktion nochmals aufgewärmt hat und nun schockieren möchte.

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