“MOZZARELLA?? ….mit Tomaten ???? Pizza??? Sind sie sicher sowas noch essen zu wollen???”

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Derzeit erreichen uns gehäuft Anfragen zu einer Statusmeldung vom September diesen Jahres:

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Der genannte Statusbeitrag als Wortlaut:

MOZZARELLA?? ….mit Tomaten ???? Pizza???
Sind sie sicher sowas noch essen zu wollen???
DIES sind die Abfall-Kälber vom berühmten Büffel-Mozzarella. Büffelkälber für die Milchproduktion – nutzlos werden sie von der Mutter weggerissen, weil deren Milch zu der “guten” MOZZARELLA-Produktion genutzt wird.
Die männlichen Büffelkälber auch für die Fleischproduktion sind nutzlos. Zusammen geschnürt, sogar auch noch um das Maul, damit die Kälber nicht schreien können und die Büffel-Mütter das Brüllen der Kälber somit nicht hören können! Einfach lebendig weggeschmissen, um die Milchproduktion nicht zu stören. GEZWUNGEN zu verdursten, zu verhungern und in Stille langsam zu sterben ….
Hintergrund:
Campanien in Süditalien steht für Büffelmozzarella bester Qualität. Damit Büffelkühe möglichst viel Milch geben, müssen sie gedeckt werden, ihre Kälber austragen und zur Welt bringen. Weibliche Kälber als zukünftige Milchlieferanten werden geschätzt. Stierkälbchen sind nichts wert. Das Gesetz schreibt vor, dass sie auf den Schlachthof gebracht, betäubt und geschlachtet werden. Ihr Leichnam, das Fleisch, das niemand essen will, müsste als Sondermüll entsorgt werden. Und das kostet Gebühren. Ziemlich viele sogar. Weshalb in Italien nicht wenige Büffelbauern das Gesetz umgehen: Männliche Büffelkälber werden ausgesetzt, erstickt, in die Jauchengrube geworfen oder auf andere brutale Art getötet. Die Behörden dulden diese herzlose, brutale Massentötung.
Tierärztin Dorothea Friz stolperte über diese unglaubliche Praxis:
Auf der Suche nach Straßenhunden, fand sie ein nur wenige Tage altes Stierkalb, das bis in die Ohren (!) mit Kot bedeckt war. Dorothea Friz dachte zunächst an einen Unfall und begann nach dem Besitzer zu suchen, während sich das Kälbchen in ihrer Klinik in Neapel langsam erholte. So kam sie auf die Spur der Kälber-Beseitigung. ” Ich habe sofort Nachforschungen bei den zuständigen Behörden angestellt und herausgefunden, dass in Campanien laut Statistik fast nur weibliche Büffelkälber geboren werden, was natürlich nach den Naturgesetzen unmöglich ist. Die unausweichliche Konsequenz besteht darin, dass der größte Teil der männlichen Büffel sofort nach der Geburt “verschwindet”.
Nach der Schätzung eines Universitätsprofessors in Neapel sind es ca. 50.000 männliche Büffelkälber, die jedes Jahr in der Region Campania zu Welt kommen und brutal umkommen.” Dorothea Friz hat die Regierung Italiens, die EU und alle großen Tierschutzverbände aufgefordert einzugreifen. Nach ihren eigenen Recherchen werden allein im Gebiet von vier kleinen Gemeinden in der Provinz Caserta jährlich 15.000 (!) Stierkälber “ensorgt”.
Einfach unglaublich grausam.

Faktencheck

Wir haben uns an den italienischen Kollegen David Puente gewandt und um Unterstützung bei der Recherche gebeten. Dies vor dem Hintergrund, dass er naturgemäß mehr Informationen aus dem Land hat und dort wesentlich besser vernetzt ist. Dabei haben wir die Information bekommen, dass besagtes Bild nicht mit der Produktion von Büffelmozzarella in Italien zusammenhängt, sondern aus Indien stammt und im Jahr 2012 entstanden ist. Es wurde auf der Webseite Sharan-india.org bereits 2012 veröffentlicht, wie man am Datumsstempel sehen kann.

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Das Foto ist nicht aus Italien und hat demnach nichts mit der Herstellung des bekannten Büffelmozzarella zu tun.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Statusmeldung damit komplett falsch ist.

Es gab leider dieses abscheuliche Fehlverhalten einiger Züchter, das durch den Tierschutzverband in Italien (LAV) zur Anzeige gebracht wurde. Diese Anzeige richtete sich gegen 50 Betriebe, die erwiesenermaßen gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben. Man muss hier aber auch beachten, dass in der Gegend um Kampanien ca. 80% der in Italien ansässigen Züchter beheimatet sind, das dürften sehr viel mehr als 50 sein. Genaue Zahlen zur Menge der Aufzuchtbetriebe konnten wir nicht finden, der Großteil dieser Betriebe hält sich an geltende Gesetze. Es ist zu erwähnen, dass das „Consorzio Tutela Mozzarella di Bufala Campana“ (Genossenschaft für Büffelmozzarella aus Kampanien) sich klar gegen diese Praxis ausspricht und bei Verstößen mit den Ordnungskräften zusammenarbeitet.

Allerdings müssen wir hier auch erwähnen, dass die betreffende Statusmeldung, wenn auch aus diesem Jahr, sich auf einen Blogeintrag aus dem Jahr 2013 bezieht, der mit, wie bereits erwähnt, einem im falschen Kontext genutzten Bild arbeitet.

Verweise:

Autor: Paolo B., mimikama.at

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