Momo: Ein „Geist" ist wieder auf WhatsApp unterwegs!

Momo: Ein „Geist“ ist wieder auf WhatsApp unterwegs!

Von | 18. Oktober 2018, 10:32

Was es mit Momo auf sich hat und warum man keine Angst haben muss.

Der WhatsApp-Geist Momo hat bereits in den Sommermonaten viele Menschen verunsichert. Speziell viele junge Menschen haben Angst vor Momo gehabt, nachdem sie einen Kettenbrief bezüglich Momo bekommen haben.

Danach wurde es etwas ruhig um Momo, man konnte davon ausgehen, dass die erste Kettenbrief-Welle beendet war. Doch nun berichtet die Neue Westfälische unter Angaben von Polizeiaussagen, dass der Momo-Kettenbrief wieder häufiger versendet wird. Grund genug also, unseren Faktencheck über Momo erneut zu veröffentlichen.

Keine Angst vor Momo!

[Hinweis: Bilder von „Momo“ unverpixelt im Artikel]

Es gibt den Kettenbrief über Momo in verschiedenen Versionen. Dieser Kettenbrief klingt so oder ähnlich:

„Hallo ich bin Momo und bin vor 3 Jahren verstorben ich wurde von einem Auto angefahren und wenn du nicht möchtest das ich heute Abend um 00:00 Uhr in deinem Zimmer stehe und dir beim schlafen zuschaue dann sende diese Nachricht an 15 Kontakte weiter. Du glaubst mir nicht?
Angelina 11 hilt die Nachricht für fake und schickte sie an niemanden weiter in der Nacht hört sie Geräusche aus einer Ecke ihres zimmers sie wollte nach gucken doch auf einmal rante etwas auf sie zu am nächsten Morgen wurde sie Tot in ihrem Bett gefunden
Tim 15 schickte die Nachricht nur an 6 Leute weiter am nächsten Morgen wachte er mit einem abgefressenen Bein und einem abgeschnittenen Arm auf
Linda 13 schickte die Nachricht an alle weiter heute hat die ihre wahre liebe gefunden und wohnt mit ihrem freund in einer modernen Villa
Falls du diese Nachricht nicht weiter schickst weisst du was passiert also pass auf und schicke sie weiter“
Screenshot WhatsApp

Screenshot WhatsApp

Dies ist aber nur die „harmlose“ Variante, welche nur aus Text besteht und uns sehr an Teresa Figaldo erinnert, über die wir erst kürzlich wieder berichteten. Die „Grusel-Variante“ soll folgendermaßen funktionieren:
Es gehen diverse Telefonnummern auf Facebook und WhatsApp herum. Jene soll man auf WhatsApp adden, dies seien die Nummern von „Momo“. Natürlich wollten wir selbst dies auch ausprobieren, jedoch scheint „Momo“ nicht sehr aktiv zu sein.
Screenshot WhatsApp

Screenshot WhatsApp

Jedenfalls, so berichten andere WhatsApp-Nutzer zumindest, sollen sie von einer dieser Nummern (die wir hier verständlicherweise nicht nennen) kontaktiert worden sein. Jener Text lautet:
„You can not allow Momo to write to you twice in a row, you will not have to be repetitive, you can only fail once, if you fail twice you will disappear from the planet without leaving trace „.
Auf Deutsch: „Du darfst Momo nicht gestatten, dir zweimal hintereinander zu schreiben. Du darfst dich nicht wiederholen. Du darfst nur einen Fehler begehen, wenn du zweimal versagst, wirst du von diesem Planeten verschwinden, ohne eine Spur zu hinterlassen.“
Zusätzlich wurde noch das Bild Momos gesendet.

Der Ursprung

Zuerst sah man ein Bild Momos auf der Plattform Reddit am 10. Juli 2018. In den  Kommentaren darunter wurde gerätselt, wer oder was das sei, zum damaligen Zeitpunkt war das Bild in der Bilder-Rückwärtssuche von Google noch nicht zu finden.

Screenshot Reddit

Screenshot Reddit

Bereits am 11. Juli postete der Youtube-Kanal von ReignBot über seltsame WhatsApp-Nachrichten, welche von „Momo“ zu kommen scheinen. Diese Nachrichten bestehen zumeist aus Drohungen („Ich weiß, wo du wohnst“) und verstörenden Bildern. Die Nummern haben Vorwahlen aus Japan, Mexiko und Kolumbien, was jedoch nicht viel heißen will, da man solche Nummern auch faken kann („Spoofing“), zudem scheint „Momo“ zumeist auf spanisch zu kommunizieren.

Screenshots! Wir wollen Screenshots!

Und da stoßen wir auf eine Grenze. Es wird zwar viel über „Momo“ behauptet, jedoch finden sich keine wirklichen Screenshots von den WhatsApp-Gesprächen mit ihr, allerhöchstens einige kleine Dialoge in spanisch. Falls sie uns auf unsere Nachricht antworten sollte, werden wir den Artikel auf jeden Fall updaten.

Und wer ist das nun?

Was die Telefonnumern angeht, so dürften sich dahinter viele Trittbrettfahrer verbergen, die den Momo-Hype ausnutzen, um Grusel zu verbreiten. Die WhatsApp-Nachricht, welche sich per Text verbreitet, ist ziemlich eindeutig eine Kopie der Teresa Figaldo-Geschichte. Interessanter wird es erst, wenn man schaut, woher nun eigentlich das Bild von „Momo“ stammt.

Manch ein Anime- und Mangafan vermutet, das sei eine Statue von Tsuyu Asui aka „Froppy“ aus dem Manga und Anime „Boku no Hero Academia“.

Zumindest in einem Punkt haben jene Fans recht: Tatsächlich kommt „Momo“ ursprünglich aus Japan. Zu sehen ist da nämlich der Kopf einer Statue, welche in  der Vanilla Gallery in Tokyo, Japan ausgestellt ist und die von Besuchern den Spitznamen „Momo“ bekam. Zahlreiche Fotos zeigen, dass sich Besucher gerne mit ihr fotografieren lassen.

Und was soll diese Statue darstellen?

Einen sogenannten Yokai. Yokai sind Gestalten aus dem japanischen Volksglauben, welche zumeist einen moralischen Zweck erfüllen sollen. Zum Beispiel gibt es einen Yokai, der einfach nur ein riesiger Fuß ist, welcher nachts erscheint, wenn man die Wohnung nicht sauberhält. Man muss den Fuß dann saubermachen, damit er einen nicht zertritt.

Jene Statue beruht anscheinend auf einem Yokai namens Ubume bzw. Ubumetori. Dieser Yokai, dessen wörtliche Übersetzung „Kinderschnappender Vogel“ ist, fliegt in der Gestalt eines Vogels (oft mit Menschenkopf dargestellt) nachts herum und schaut nach Wäsche, die über Nacht auf der Wäscheleine hängt. Diese Wäsche beschmiert er dann mit giftigem Blut, manchmal entführt er aber auch kleine Kinder.

Screenshot Deviantart

Screenshot Deviantart

Fazit

Die Textnachricht ist einer jener Kettenbriefe, die Schauer erzeugen sollen. Insbesondere für Kinder klingt der Text sehr furchteinflößend, weswegen Eltern in Ruhe mit ihrem Kind darüber reden und es ernst nehmen sollten.
Die Bilder jener „Momo“, welche ebenfalls auf Facebook kursieren, sind von einer Statue in einer japanischen Kunstausstellung.

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