Mobilfunkstörungen durch Installation heimlicher COVID-19 Tracker? (Faktencheck)

Mobilfunkstörungen durch Installation heimlicher COVID-19 Tracker? (Faktencheck)

Von | 25. Juni 2020, 14:38

Eine Störung des Mobilfunks soll als eigentlichen Grund haben, damit in der Zeit eine heimlicher Tracker auf dem Smartphone installiert werden kann.

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Zumindest wird dies auf Englisch auf einem Sharepic behauptet: Störungen des Mobilfunknetzes, die angeblich Mitte Juni „jeder“ hatte, wurden durch einen versteckten COVID-19 Tracker (Verfolgungs-Software) ausgelöst – Durch jene Installation soll man kurzzeitig nicht telefonieren können.

Ein geheimer Tracker?

Ein geheimer Tracker?

„Sooo when everyone was having „phone disruptions“ earlier this week, they were adding COVID-19 Trackers to our phones. If you have an Android phone, go under Settings, then GOOGLE settings and it’s there. If you have an IPhone, go to settings, privacy then health.“

Auf Deutsch:

„Sooo, als alle Anfang dieser Woche „Telefonstörungen“ hatten, haben sie unsere Telefone mit COVID-19 Trackern ausgestattet. Wenn du ein Android-Handy hast, gehe auf Einstellungen, dann GOOGLE-Einstellungen und da ist es. Wenn du ein IPhone hast, gehe auf Einstellungen, Privatsphäre, dann Gesundheit.“

Hauptsächlich verbreitet sich das Sharepic in England und schwappte nun auch nach Deutschland.
Die Verbreitung in England macht im Zusammenhang mit den Behauptungen auch einen gewissen Sinn: Da dort die COVID-19 App sich stark verzögert, wird nun verschwörungsmythisch gemurmelt, dass eine App auch gar nicht nötig sei, da bereits heimlich ein Tracker installiert wurde.

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Was wurde da wirklich installiert?

Dabei handelt es sich nicht um einen Tracker, sondern um eine Schnittstelle, mit der künftige COVID-19 Apps agieren können.

Ende Mai berichteten wir bereits von jener Schnittstelle. Diese analysiert keine Daten, sondern bildet lediglich für eine (freiwillig) installierte App einen Zugang. Die Schnittstelle sei im Übrigen so ausgerichtet, dass nur autorisierte Organisationen des öffentlichen Gesundheitswesens die Daten auslesen könnten.

So hzeimlich wie vermutet war die Installation auch nicht: es gab genügend Ankündigungen und Medienberichte dazu, nicht nur bei uns, sogar Google und Apple haben Informationen dazu veröffentlicht (hier und hier).

Und die Mobilfunkausfälle?

Mobilfunkausfälle kommen immer wieder mal vor, so gab es beispielsweise am 15. Juni nationale Ausfälle von T-Mobile in den USA. Dies betraf dann aber nur den einen Anbieter und nicht „jeden“, wie auf dem Sharepic behauptet wird.

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Fazit

Es wurde kein Tracker installiert, sonder nur eine Schnittstelle, die gar keine Daten sammelt, sondern dazu dient, damit die jeweiligen nationalen COVID-19 Apps auch sinngemäß funktionieren können. Sowohl die Nutzung der Schnittstelle als auch die Nutzung der App ist jedoch freiwillig und kann jederzeit deaktiviert werden.

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