Darum ist es richtig

„Mischt euch da nicht ein!“ [Ein Kommentar]

Von | 11. April 2019, 7:43

Alle paar Jahre sind Entlarvungen unbequem. So unbequem, dass uns gedroht wird.

Da wird geklappert, gerasselt und gezischt. Geschimpft, gepoltert und gedroht. Doch es bringt nichts, denn nur weil etwas unbequem ist, muss man es nicht unterdrücken.

Ein Kommentar.

Dieser Artikel zum Anhören

Vor zwei Tagen haben wir zum ersten Mal eine Falschmeldung bezüglich der Klimademonstrationen entlarvt. Es hat sich dabei um ein Bild gehandelt, welches fälschlicherweise in den Kontext der Fridaysforfuture-Demonstrationen gesetzt wurde (siehe hier).

Es blieb nicht bei dem einen Foto. Das ist jetzt nicht unsere Schuld, man sollte nicht Ursache und Wirkung vertauschen. Als Ursache bleiben die falschen Bilder, welche eine Richtigstellung bewirken (so wie in unserem zweiten Artikel zu dem Thema).

Natürlich ist es uns bewusst, dass viele Emotionen bei diesem Thema aufkochen. Dennoch dürfen Emotionen nicht davon ablenken, dass Falschmeldungen die Grundlage dazu bilden. Gerade wenn es Falschmeldungen sind, sollte man sich selbst auf den Prüfstand versetzen: Will ich manipuliert werden? Will ich wirklich von Fälschungen instrumentalisiert werden?

Augenscheinlich egal

Das dürfte jedoch in so einigen Fällen nicht weiter interessieren. Im Gegenteil: Wir erhielten mehrere Beschimpfungen die besagten, wie wir es nur wagen könnten, uns einzumischen. Man verlangte gar, bei diesem Thema zu schweigen.

Screenshot Mimikama.at

Screenshot Mimikama.at

Irgendwie erinnert mich die aktuelle Situation an das Jahr 2015. Damals, als es diese Fotos zu Müllbergen und Flüchtlingen gab (so wie hier). Als wir gewisse boshafte Falschmeldungen aufdeckten (wie diese) und den Zorn von vielen Menschen auf uns zogen, weil sie es nicht wahr haben wollten.

Was für mich im Jahr 2015 vielleicht noch problematisch an dem Gegenwind war, ist heute umso einfacher geworden: Wenn etwas falsch ist, ist es schlichtweg falsch. Da helfen weder Relativierungen, noch eine gute Portion Whataboutism.

Was sich rational und faktisch beliebig oft widerlegen lässt, ist falsch. Da geht es nicht um eine Metaebene oder um gefühlte Positionen. Was bereits 2015 (und 2016) der Fall war, gilt entsprechend auch für das Jahr 2019. Fakes entlarven ist unser verdammter Job. Deal with it!

Niemand macht die Arbeit hier, um irgendjemanden zu ärgern. Es geht einzig um belegbare Aussagen. Es geht nicht darum, Flüchtlinge (2015) oder SchülerInnen (2019) zu „verteidigen“. Es geht um unseren verdammten Job. Es geht um das, was stimmt. Um das, was uns am Ende als Menschen antreiben soll.

Weder ich als Teil von Mimikama, noch viele andere Menschen haben ein Interesse daran, sich von Falschmeldungen beeinflussen zu lassen. Wir haben es in unserer Hand. Wählen wir die Manipulation oder die prüfbaren Fakten? Der Weg ist nicht immer bequem. Aber er sollte zumindest ehrlich sein.

Artikelbild von Improvisor / Shutterstock.com

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