Auf was für Ideen so manche Menschen kommen…

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Die Behauptung: Milka belohnt jeden mit einem kostenlosen Schokoladenkorb, um 192 Jahre Qualitätsservice zu feiern. Die Antwort dazu: Milka hat mit dieser Behauptung rein gar nichts zu tun! Es handelt sich um einen billigen Klick-Köder, welcher am Ende in ein Affiliate Gewinnspiel leitet.

Und so läuft es ab: Man findet auf der Facebook Startseite dank des eigenen Freundeskreises Statusmeldungen, in denen die angeführte These behauptet wird. Es handelt sich dabei um automatisch generierte Statusmeldungen, welche von genau den Personen veröffentlicht wurden, die diesem Gewinnspiel Glauben geschenkt haben.

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Immerhin: die Zahl 192 ist fast korrekt. Tatsächlich begann Philippe Suchard 1826 in seiner Heimatstadt Serrieres nahe Neuenburger Suchard Schokolade zu produzieren [1]. Der Begriff „Milka” ist jedoch wesentlich jünger und stammt aus dem Jahr 1901:

Die Geburt von Milka: Am 19. März [Anmerkung: 1901] wurde der Markenname “Milka” als Marke eingetragen. “Milka” ist eine Kombination aus Milch und Kakao. 1901 wurde die erste Milka Tafel in das berühmte lila Papier eingepackt.

Nur mal so als Hintergrundinfo. Kommen wir jedoch zum Ablauf zurück. Wie kommen wir an die versprochene Belohnung (oder auch nicht)?

Brückenseite

Man landet nach dem Klick auf die Statusmeldung als Nutzer mit deutscher IP auf einer Webseite, die sich als eine Art Quiz darstellt. Diese Webseite gibt sich als Homepage von Milka aus, es werden das Logo, sowie das typisch lilafarbende Corporate Design verwendet. Die Antworten in diesem Quiz sind jedoch für den weiteren Verlauf völlig irrelevant. Es spielt keine Rolle, welche Antworten man auswählt, am Ende erscheint immer eine Gewinnbestätigung. Dieses Gewinnversprechen bildet die Brücke zum eigentlichen Ziel.

Es handelt sich hierbei übrigens um einen ganz typischen Ablauf, wie er bereits bei einer großen Anzahl anderer Lockvogelversprechen genutzt wurde. Bevor man jedoch weiter kommt, muss man zu „Viralitätszwecken“ zunächst den BEITRAG “TEILEN” (Share in Facebook). Auf diese Weise entsteht übrigens der oben gezeigte Statusbeitrag auf Facebook. Zum anderen soll man im zweiten Schritt auf einen “Anspruch für 0€” Button klicken.

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Dieser Klick auf “Anspruch für 0€” löst nun eine Weiterleitung aus und man landet… Überraschung… in einem sogenannten Affiliate. Nimmt man an diesem Gewinnspiel teil (welches sich an dieser Stelle als Gewinnmöglichkeit für ein Milka Probierpaket darstellt), bekommt derjenige eine Provision, der den Link in seiner Webseite eingebaut hat und auf dieses Gewinnspiel weiterleitet.

Das ist auch hier der Grund, warum derartige vorangegangene Fake-Gewinnspiele konstruiert werden: Es geht darum, Werbung anzuzeigen bzw. Werbelinks glaubhaft und wirksam einzubauen. Dem Verfasser der Fake-Gewinnspiels ist es somit schlichtweg egal, ob der eigene Inhalt korrekt ist. Das am Ende eingebaute Affiliate Gewinnspiel ist übrigens wiederum nicht illegal. Jedoch hat es mit dem vorangegangenen Köder nichts zu tun.

Ebenso steht auch Milka weder mit dem vorangegangenen Ködergewinnspiel, noch mit dem Affiliate Gewinnspiel in Verbindung.

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Wer dort seine Daten eingibt, darf sich in näherer Zukunft über Unmengen Werbung in Form von Spam-Mails „freuen“.

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